ANTIBIOTIKA-THERAPIE

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03.11.2018
















 

 

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Aktuelle News und wissenschaftliche  
Informationen zum Themenkomplexen 
Antibiotika und Antibiotika-Therapie


     
   

Im Laufe der letzten rund 100 Jahre wurden bakterielle Infektionen erstmals kausal behandelbar. Das aus heutiger Sicht erste Antibiotikum, das Salvarsan, wurde  von Paul Ehrlich gegen die weit verbreitete Ifektionskrankheit Syphilis entwickelt. Produziert und vertrieben wurde es von den Farbwerken Höchst, einem Vorgängerunternehmen von Sanofi Aventis Pharma. Der Begriff Antibiotikum wurde allerdings erst 1946, und dann zunächst nur für Naturstoffe, eingeführt.

Heute zählen zu den Antibiotika neben Naturstoffen wie Erythromycin, modifizierte oder nachsynthetisierte Naturstoffen wie  Cephalosporine oder Chloramphenicol auch zahlreiche vollsynthetische Substanzen wie die Fluorchinolone.

Es lassen sich über zwanzig Antibiotika-Klassen aufzählen, die sich hinsichtlich ihrer molekularen Grundstruktur, ihrer Wirkungsweise und den von ihnen erfassten Bakterienarten unterscheiden. Kürzlich konnte ein deutscher Pharma-Konzern den ersten Vertreter der neuesten Klasse der Ketolide auf den Markt bringen.

Gründe für die Entwicklung immer neuer Antibiotikaklassen waren die Suche nach weiter verbesserten Wirksamkeits- und Verträglichkeits-Profilen, aber auch die Besorgnis erregende Ausbreitung von Krankheitserregern, die zunehmend gegen die etablierten Antibiotika resistent geworden sind.  In einigen Fällen kann die umstrittene Phagentherapie helfen.

Neues Antibiotikum heilt Geschlechtskrankheit Gonorrhoe

Immer häufiger erweisen sich die Erreger der auch als "Tripper" bezeichneten Geschlechtskrankheit Gonorrhoe  - Neisseria gonorrhoeae - als Antibiotika resistent. In Deutschland wird die jährliche Neu-Erkrankungszahl auf 10.000 - 20.000 geschätzt. Jetzt wurde in einer im New England Journal of Medicine veröffentlichter Studie gezeigt, dass das neue Antibiotikum Zoliflodacin (ETX0914) bei einmal täglicher Gabe von 2-3 Gramm oral innerhalb weniger Tage die meisten unkomplizierten Fälle einer die Harnwege und Geschlechtsorgane betreffenden Gonorhoe  heilen kann.

(Funded by the National Institutes of Health and Entasis Therapeutics; ClinicalTrials.gov number, NCT02257918.)

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Quelle: New England Journal of Medicine
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Quelle: Wikipedia

 

Antibiotika-Therapie

Angebliche Penicillin-Allergien entwickeln sich zu einem echten Problem

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass sie an einer gefährlichen Penicillin-Allergie zu leiden. Doch meist stimmt die Diagnose nicht. Bis zu 95% der angeblichen Penicillin-Allergiker könnten das Medikament anstandslos vertragen.  Ein aktueller Allergie-Test sollte daher bei "Alt-Fällen" klären helfen, ob sich die angebliche Penicillin-Allergie noch immer nachweisen läßt. Das auch in Deutschland übliche Ausweichen auf andere,  meist viel teurere und zum Teil toxische Antibiotika schadet dem individuellen Patienten und fördert die Verbreitung gefährlicher multiresisteter Krankheitserreger. Oft beruhen die Penicillin-Allergie-Diagnosen auch auf Fehldeutungen von Hauterscheinungen und lassen sich daher mit einem Allergie-Test nicht bestätigen.

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Quelle: News Medizin 2000, British Medical Journal, Washington Post

 

Reizdarm - eine Ekeltherapie in Form einer Fremstuhl-Transplantation wirkte weniger gut als die Kontrolltherapie mit einem Scheinmedikament

Viele Menschen leiden unter einem chronischen Reizdarm, der die Lebensqualität der Betroffenen sehr beeinträchtigen kann. Besonders die wiederkehrenden Durchfälle unklarer Ursache beeinträchtigen die Lebensqualität.  In besonders hartnäckigen Fällen, wenn Antibiotika versagt haben, greifen Ärzte zu einer "Ekeltherapie" indem sie Fremstuhl-Transplantationen durchführen, um die gestörte Darmflora wieder zu normalisieren.

Doch jetzt hat eine im Fachblatt Gut veröffentlichte Studie überraschenderweise gezeigt, dass eine zur Kontrolle durchgeführte Behandlung mit einem Scheinmedikament besser wirkte als die über sechs Monate durchgeführte Stuhl-Transplantation.

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Quelle: Gut, Juli 2018

 

Antibiotika-Resistenzen
Die drohende Apokalypse vermeiden: Wie ganz normaler Schmutz die Menschheit vor tödlichen bakteriellen Pandemien schützen soll

US Forscher arbeiten an einer neuen Methode, um  im Labor mit Hilfe von schnellen Super-Computern und riesigen DNS-Datenbanken in ganz normaler Erde, bzw. in Schlamm,  Gen-Sequenzen zu identifizieren, die, bekannten Antibiotika-Mustern ähnelnd,  das Grundgerüst für neue Antibiotika sein können. 
Molekular-Biologen glauben,  dass möglicherweise schon kleine Änderungen an der chemischen Struktur eines von Bakterien im Kampf gegen andere Bakterien  entwickelten Antibiotika--Moleküls ausreichen, um zahlreiche neue Antibiotika zu schaffen. 
Doch um hier weiter zu kommen, benötigen die Forscher um Professor Sean Brady  von der Rockefeller-Universität für ihre unkonventionelle Entwicklungsarbeit Millionen von in Datenbanken indexierten DNS-Sequenzen und viel Glück - sowie Geld.  Um ihre Pläne weiterverfolgen zu können, haben die Forscher um Sean Brady in New York das Biotech-Unternehmen Lodo Therapeutics gegründet, das von bedeutenden Sponsoren wie der Bill und Melinda Gates Stiftung und den Pharma-Giganten Lilly und Pfizer finanziell unterstützt wird.  Erste Erfolge belegen, das es Sinn macht, die unkonventionelle Idee weiter zu verfolgen.  Sie wecken bei den Forschern große Hoffnungen.

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Quelle: Medizin-2000 News, WIRED Januar 2018

Antibiotika-Einnahme: ein Dogma gerät ins wanken

Bisher war es unumstrittene Lehrmeinung, dass Antibiotika über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen.  Einnahmedauer war bei unkomplizierten Infekten mindestens eine Woche - oder sogar zwei Wochen.  In der letzten Zeit melden sich aber immer mehr Ärzte zu Wort, die an diesem Dogma rütteln.  
Viele Hausärzte raten mittlerweile dazu,  mit der Antibiotika-Einnahme aufzuhören, sobald Symptome wie Husten und Fieber besser geworden sind. Das kann schon nach 3 oder 4 Tagen der Fall sein. 

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Quelle: Zeit online

 

Penicillin-Allergie

In der Öffentlichkeit herrscht die Meinung vor, dass Penicillinallergien sehr häufig sind. Doch das ist nicht der Fall. In 90% der Fälle ist die meist vor vielen Jahren in der Kindheit gestellte Diagnose falsch und wird von den Patienten ein Leben lang auf Befragen mitgeteilt und von den Ärzten nur selten kritisch hinterfragt. Dies kann schlimme Folgen haben. Im Zeitalter der bedrohlichen multiresistenten Keime sollte diese weit verbreitete Fehldiagnose nicht einfach akzeptiert werden. Das Ausweichen auf andere Antibiotika ist meist icht sinnvoll, da diese teuer, mit Nebenwirkungn behaftet und weniger wirksam sein können. Die Diagnose Penicillin-Allergie läßt sich von Allergologen und Immunologen durch spezielle Laboruntersuchungen und vorsichtig durchgeführte Provokationstests beweisen oder widerlegen. Wenn es die zur Verfügung stehende Zeit erlaubt, kann auch der Versuch der vorsichtigen  Hyposensibilsierung gegen Penicillin versucht werden. Doch ein Problem bleibt bestehen und läßt sich kurzfristig nicht beseitigen: es gibt in Deutschland viel zu wenige Allergologen und Immunologen.

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Quelle:JAMA

Antibiotika-Therapie

Häufig verwendetes Probiotikum versagt bei der Therapie Antibiotika induzierter Durchfälle.

Die Gabe von Lactobacillus plantarum DSM9843 (LP299V) war laut einer im Fachblatt Journal of Pediatrics veröffentlichten Studie  -  im Vergleich zu einer in der Kontrollgruppe durchgeführten Plazebo-Therapie - nicht in der Lage,  im Zusammenhang mit einer Antibiotika-Therapie auftetende wässrige Durchfälle positiv zu beeinflussen.
Lactobacillus ist der Name einer Gattung von grampositiven, meist stäbchenförmigen Bakterien aus der Familie der Lactobacillaceae. Lactobacillus-Arten sind wichtig für die Lebensmittelindustrie. Sie werden für die Herstellung von Milchprodukten und Bierspezialitäten wie Berliner Weiße und Leipziger Gose genutzt. Ohne Milchsäurebakterien gäbe es praktisch keine Milchprodukte. (WIKIPEDIA).

Von Milchsäurebakterien nimmt man an, dass sie die Darmflora schützen, wenn eine Antibiotika-Therapie Durchfälle auslöst.  Diese Annahme trifft also zumindest in Bezug auf Lactobacillus plantarum nicht zu.

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Quelle: Journal of Pediatrics

Killerbakterien können möglicherweise Antibiotika ersetzen

Das Bakterium Bdellovibrio bacteriovorus ist für den Menschen harmlos, frisst aber andere, krankmachende Erreger. Forscher testen nun, ob sich die aggressiven Einzeller als Antibiotikaersatz eignen.

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Quelle: Spiegel online

Antibiotika Therapie

Übersichtsartikel (in englischer Sprache) zur derzeitigen kritischen Situation und den Zukunftsaussichten.

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Quelle: New England Journal of Medicine

Phagentherapie:  viel versprechende Alternative zur immer schwieriger werdenden Antibiotika-Therapie

 

Immer mehr Menschen entwickeln gefährliche Antibiotika-Resistenzen. Hauptursache ist der Jahrzehnte lange sorglose Masseneinsatz von Antibiotika - sowohl beim Menschen, aber auch in der Nutztierhaltung. Besonders Unterdosierungen, bzw. zu kurze Einnahmedauer können auf individueller Ebene zur Entstehung einer Antibiotika-Resistenz beitragen.
Mit der sog. Phagentherapie steht eine wenig bekannte Alternative zur Antibiotika-Therapie zur Verfügung, die in Deutschland bisher kaum zum Einsatz kommt. 

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Allergierisiko
Homöopathie: Bizarre Rückrufaktion

In den USA wurden kürzlich homöopathische Medikamente vom Markt genommen, weil in ihnen nicht deklarierte Antibiotika, bzw. mit Antibiotika verwandte Stoffe gefunden worden waren.

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Quelle: Süddeutsche Zeitung

 
 

Grippale Infekte

Antibiotika-Gabe bei Erkältungskrankheiten ist auch bei kleinen Kindern oft überflüssig.  Ein positiver Therapieeffekt wird meist nicht beobachtet.

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Quelle: British Medical Journal 2014

 
 

Akute Bronchitis

Obgleich eine akute Bronchitis oft durch bakterielle Infektionen ausgelöst wird, ist die Gabe von Antibiotika meist überflüssig. Die Antibiotikatherapie verbessert den Krankheitsverlauf nämlich meist nicht.

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Quelle: 2014 Mar 1;3:CD000245. [Epub ahead of print]

 
 

Gastroenterologie: Ekeltherapie.

Wenn die üblichen Antibiotika versagen - infundierte Fremd-Fäkalien retten Menschenleben

Durch die Übertragung von Fremd-Fäkalien können Patienten geheilt werden, die unter lebensbedrohlichen, therapieresistenten Durchfallerkrankungen leiden. Die Durchfälle werden meist durch den gefürchteten Krankenhauskeim Clostridium difficile ausgelöst, der mit Antibiotika kaum in den Griff zu bekommen ist. 
Doch die Methode ist so neu und unkonventionell, dass sich die Krankenkassen trotz der überzeugenden Therapieerfolge noch weigern die Kosten zu übernehmen.

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Quelle: Spiegel online
 

Antibiotika-Therapie

Nahezu jeder dritte mit Antibiotika behandelte Patient reagiert auf die Therapie mit einem Durchfall. Probiotische Joghurts können diese lästigen Beschwerden oft verhindern.

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Quelle: Fachblatt JAMA und Spiegel online


 
 

Antibiotika-Therapie bei akuten  Nasennebenhöhlenentzündungen
(Sinusitis)

Eine Behandlung mit Antibiotika ist nicht nur bei Kindern, sondern oft auch bei Erwachsenen überflüssig. Diese Medikamente sind bei vielen akuten Infektionskrankheiten nicht in der Lage die vorhandenen Krankheitszeichen zu lindern. Gleichzeitig fördern sie die Entwicklung von gefährlichen, antibiotikaresistenten Bakterienstämmen.

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Quelle: JAMA. 2012 Feb 15;307(7):685-92.



 
 

Fahrlässiger Umgang mit Antibiotika: Multiresistente Bakterien gefährden das Überleben der Menschheit.

Antibiotika sind die Allzweckwaffe gegen Bakterien - doch schon bald könnten sie komplett wirkungslos sein. Immer öfter tauchen Bakterien auf, die gegen alle Medikamente resistent sind. Die Weltgesundheitsorganisation beziffert die Zahl der Toten allein in der EU auf 25.000 pro Jahr.
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Quelle: Spiegel online