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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf, 05.05.2004
Neue
Arthrosetherapie in einer großen Studie untersucht
Wenn
durch Arthrose der Gelenkknorpel vollständig abgenutzt ist,
kann nur noch ein künstliches Gelenk die Beschwerden lindern.
Im fortgeschrittenen Stadium schränkt der Gelenkverschleiß
nicht nur die Lebensqualität ein, sondern verursacht auch
einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden. "Durch die rechtzeitige
Behandlung mit biologischen Medikamenten kann ein späterer
Gelenkersatz vermieden beziehungsweise deutlich hinaus geschoben
werden", so Professor Dr. Rüdiger Krauspe, Direktor
der Orthopädischen Universitätsklinik Düsseldorf.
Die ersten klinischen Erfahrungen zeigen, dass sowohl der Schmerz
gelindert als auch der Verlauf der Arthrose gebessert werden können.
Arthrosetherapie
mit Entzündungshemmstoff
Die
Orthokin-Therapie basiert auf Erkenntnissen über die biologischen
Mechanismen der Arthroseentstehung. Bei Orthokin handelt es sich
um einen aus dem Patientenblut gewonnenen Entzündungshemmstoff,
der Interleukin-1-Rezeptorantagonisten enthält. Die Wirkung
des Medikaments wird in der Studie verglichen mit der seit längerer
Zeit angewendeten "Hyaluronsäure". Diese gilt als
künstliche "Gelenkschmiere" und soll die Beweglichkeit
des Gelenks verbessern. Bekannt ist, dass das Protein Interleukin-1
(IL-1) einen wesentlichen Faktor bei der Entwicklung von Arthrose
und dem Abbau von Knorpel spielt. Als Arthrosetherapie eignet
sich deshalb der natürliche Gegenspieler Interleukin-1-Rezeptorantagonist
(IL-1Ra). Denn IL-1Ra wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd
und knorpelschützend, da es hemmend in den Knorpelabbauprozess
eingreift. "Bisher steht bei der Arthrosebekämpfung
die symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln und Kortison
im Vordergrund, was insbesondere bei Langzeitbehandlungen beträchtliche
Nebenwirkungen verursachen kann", erläutert Prof. Krauspe.
Die Spritzentherapie mit Orthokin greife hingegen direkt in den
Krankheitsmechanismus ein und stoppe die Gelenkentzündung:
"Dies ist ein völlig neuer Ansatz in der Behandlung
der Arthrose. Sollte er sich als wirksam und sicher erweisen,
könnte in Zukunft einer größeren Zahl von Patienten
ein künstliches Kniegelenk und die damit verbundenen Belastungen
erspart werden."
Teilnahme
an der Kniegelenk-Studie
Um
diese noch jungen Therapieverfahren mit körpereigenen Wirkstoffen
einem großen Patientenkreis zugänglich zu machen, werden
sie derzeit in einer wissenschaftlichen Studie an der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf erprobt. Die Studie, unterstützt vom Koordinationszentrum
Klinische Studien der Universität, ist auf großes Interesse
gestoßen:"Über 200 Patienten sind bislang im Rahmen
einer so genannten kontrollierten, prospektiven und randomisierten
Studie mit Kniegelenkinjektionen von Orthokin oder Hyaluronsäure
behandelt worden", berichtet Krauspe. Für die in Zusammenarbeit
mit der Düsseldorfer Gemeinschaftspraxis für Orthopädie
durchgeführte Versuchsreihe sucht die Universitätsklinik
nun weitere Teilnehmer. "Die Studie soll insgesamt 420 Patienten
umfassen, um aussagekräftige Daten erheben zu können",
erklärt Krauspe. Interessenten können sich an die Studienhotline
(Tel. 0211/ 3870074) wenden. "Das wichtigste Aufnahmekriterium
ist chronischer Knieschmerz wegen Arthrose", so der Orthopäde.
Mit der Behandlung, die sich über drei Wochen erstreckt,
sind keine Kosten für die Patienten verbunden. Sie müssen
jedoch für Nachuntersuchungen und Befragungen nach sechs
Wochen sowie drei und sechs Monaten zur Verfügung stehen.
Erste Studienergebnisse erwarten die Mediziner zum Jahresende.
Zahlen
In
Deutschland leiden elf Millionen Menschen an Arthrose der Gelenke,
davon fünf Millionen an Kniegelenkarthrose. Damit ist das
Knie - noch vor der Wirbelsäule - am häufigsten von
Verschleiß betroffen. Jährlich werden sechs Millionen
Arthrosepatienten kontinuierlich vom Arzt behandelt; 1,2 Mio.
Betroffene erhalten sogar regelmäßig Gelenkinjektionen
mit Kortison. Die Anzahl der jährlich in Deutschland implantierten
Knieprothesen wird auf circa 100.000 geschätzt. Die Krankheitskosten
von orthopädischen Erkrankungen erreichen nach WHO-Angaben
in Deutschland 20 Milliarden Euro, die volkswirtschaftliche
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