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Quelle:
Analyse Unternehmensberatung Frost & Sullivan
Europamarkt
für Hüft- und Kniegelenkersatz für Primär-
und Folgeoperationen
Künstlicher
Kniegelenkersatz im Umsatzvorsprung vor Hüftgelenken
Frankfurt
am Main, 21. Juli 2003
Die
steigende Lebenserwartung in Europa und die damit einhergehende
zunehmende Häufigkeit degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates
sorgen für wachsenden Bedarf an Hüft- und Kniegelenkersatz.
Eine neue Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan
(http://medicaldevices.frost.com)
bescheinigt dem Europamarkt für Hüft- und Kniegelenkersatz
für Primär- und Folgeoperationen günstige Wachstumsaussichten.
Demnach soll der Gesamtumsatz von 1,27 Milliarden US-Dollar im
Jahr 2002 auf 1,81 Milliarden US-Dollar im Jahr 2009 ansteigen.
Das entspricht einer Jahreswachstumsrate von 5,2 Prozent. Aus
dem breiten Spektrum schwerer arthritischer Leiden, die einen
Gelenkersatz erforderlich machen, gilt vor allem die Osteoarthritis
als Hauptursache der Gelenksdegeneration.
Weitere
Gründe für die wachsende Zahl an Gelenkoperationen sind
erheblich verbesserte klinische Ergebnisse beim totalen Hüft-
und Kniegelenkersatz, verbesserte Produkte und auch Operationsverfahren.
Zu einer Reihe von bahnbrechenden technologischen Fortschritten
gehören die medizinische Robotertechnik, die computergestützte
(zum Beispiel bildgeführte) und minimalinvasive Chirurgie
sowie neuartige Produktdesigns. Dementsprechend werden zunehmend
auch jüngere Patienten mit dem Ziel der Wiederherstellung
der vollen Mobilität und der Wiederaufnahme eines aktiven
und sportlichen Lebensstils operiert. Hinzu kommt, dass die Gelenkoperationen
nicht mehr nur in Spezialkliniken, sondern zunehmend auch in normalen
Krankenhäusern durchgeführt werden. Dadurch steigt die
Gesamtzahl der OPs, was der Branche zusätzlichen Schwung
verleiht.
Kniegelenke
haben Vorsprung vor Hüftgelenken
Laut Paul Taylor, Industry Analyst
bei Frost & Sullivan,
soll das Segment der künstlichen Kniegelenke die höchsten
Wachstumsraten verzeichnen und im Jahr 2009 knapp 925 Millionen
US-Dollar erreichen. Die Wachstumsprognosen im reiferen Hüftgelenksegment
sind konservativer, allerdings wird die steigende Zahl alter Menschen
mit ihren chronischen degenerativen Erkrankungen auch in diesem
Sektor für anhaltende Dynamik sorgen.
Steigende
Anzahl an Folgeoperationen
Während
die kontinuierliche Nachfrage nach Gelenkersatz das Wachstum des
Gesamtmarktes stimuliert, sorgt die steigende Zahl der Folgeoperationen
nach nicht zufriedenstellend verlaufenen totalen Knie- oder Hüftgelenkersatzoperationen
für Nachfrage nach spezifisch angepassten Komponenten. "Primäre
Gelenkersatzoperationen haben zwar eine Zehn-Jahres-Erfolgsrate
von annähernd 95 Prozent, die Zahl der Folgeoperationen nach
Totalgelenkersatz steigt jedoch infolge der zunehmenden Anwendung
von Totalendoprothesen und der steigenden Lebenserwartung in Europa",
erläutert Taylor. "Für den Fall unbefriedigender
funktionaler Ergebnisse oder infektionsbedingter Komplikationen
werden Produkte benötigt, die Knochenschwund oder schlechten
Sitz von Prothesen kompensieren können. Das hat die Entwicklung
eines breiten Angebots von Implantaten für Folgeoperationen
ausgelöst, um den gewachsenen Bedarf zu befriedigen".
Wer
übernimmt die Kosten?
Von
erheblicher Bedeutung ist die Frage, ob die Kosten für orthopädische
Implantate von den Krankenkassen erstattet werden. Davon hängt
ein nicht unwesentlicher Teil der Wachstumsaussichten für
die Anbieter von Hüft- und Kniegelenkersatz ab. "Die
Erstattungspraxis weist von Land zu Land erhebliche Unterschiede
auf, wobei in einigen Ländern wie beispielsweise Frankreich
die Produkte einer langwierigen behördlichen Prüfung
unterzogen werden, bevor sie zur Kostenerstattung zugelassen werden.
Außerdem wird überall in Europa nach Wegen zur Eindämmung
der Gesundheitskosten gesucht, und es ist davon auszugehen, dass
diese Situation im Prognosezeitraum anhält", erklärt
Taylor.
Neustruktur
im Markt
In
den letzten Jahren haben sich in der Orthopädie-Branche tiefgreifende
strukturelle Veränderungen vollzogen, die deutliche Spuren
in Marktaufteilung und Unternehmensfunktionen hinterlassen haben.
Die strukturellen Veränderungen haben zu einer Rationalisierung
der Betriebslogistik geführt, einschließlich der Umstrukturierung
der Fertigungs-, Absatz- und Marketingaktivitäten, sowie
zu einer Rationalisierung der Zuständigkeiten für Produktportfolios
und Produktgruppen und einer Konsolidierung verwandter Produkt-
und Dienstleistungsbereiche.
Schwerpunktverlagerung
in der Vertriebsstruktur
Außerdem
ist eine allmähliche, aber konsequente Schwerpunktverlagerung
vom Absatz über lokale Zwischenhändler hin zu einem
stärker direkten Vertrieb über Tochterfirmen der Hersteller
zu beobachten, die dadurch ihre Gewinnmargen verbessern und sich
eine stärkere Kontrolle über Vertrieb und Kundendienst
erhalten wollen. Nicht zuletzt dient diese Entwicklung dem Ziel,
effektiver auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können.
Marktführer
Depuy
Die
Analyse nennt Depuy (J&J) als den mit 19,7
Prozent Marktanteil im Jahr 2002 dominierenden Wettbewerber der
Branche. Dahinter folgen CentrePulse mit einem
Anteil von 17,3 Prozent am Gesamtmarkt und Stryker (Howmedica
Osteonics) mit 16,8 Prozent Marktanteil.
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