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Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V., 02.06.2003
Medizintechnik:
Titan als Werkstoff Nr. 1 für Implantate
Neue Erkenntnisse
sollen bald Langzeit-Implantate mit maßgeschneiderten Zellreaktionen
ermöglichen. Dem Saarbrücker Forscherteam um Prof. Breme
ist der Nachweis gelungen, dass die unterschiedlichen Reaktionen
von menschlichen Zellen durch das nur wenige Nanometer dünne
Oberflächenoxid der Titanwerkstoffe verursacht werden.
Gefäßprothesen,
Zahnimplantate oder Hüftgelenksprothesen sollen bestenfalls
dauerhaft im menschlichen Körper verbleiben und - obwohl sie
eigentlich Fremdkörper sind - bestimmte Funktionen des Körpers
übernehmen. Die Anforderungen an die Oberflächen der Implantate
sind in der Praxis unterschiedlich: Entweder sollen sich Körperzellen
fest an den Werkstoff anlagern, mit ihm quasi verwachsen wie es
bei Zahnimplantaten und Hüftgelenksprothesen gewünscht
ist. Oder aber sie müssen vom Werkstoff Abstand halten, etwa
bei Gefäßprothesen (Stents), die in Arterien eingesetzt
werden, um diese offen zu halten und Ablagerungen zu vermeiden.
Wissenschaftler
der Universität des Saarlandes befassen sich in interdisziplinären
Projekten mit der Optimierung von Werkstoffen für Langzeitimplantate.
"Als besonders bioverträglich und entsprechend modifizierbar
hat sich das Metall Titan herausgestellt", erklärt Prof.
Jürgen Breme. Dem Saarbrücker Forscherteam ist der Nachweis
gelungen, dass die unterschiedlichen Reaktionen von menschlichen
Zellen durch das nur wenige Nanometer dünne Oberflächenoxid
der Titanwerkstoffe verursacht werden. Eine aufgerauhte Struktur
mit Rillen fördert beispielsweise die Zellanlagerung: Die Zellen
strecken sich regelrecht aus und verankern sich fest mit dem Werkstoff.
Die neuen Erkenntnisse werden zur Herstellung von Titan-Implantatwerkstoffen
mit maßgeschneiderten Oberflächeneigenschaften genutzt.
Auf der 10.
Weltkonferenz Titan 2003 (13.-18. Juli 2003, Hamburg) tauschen sich
Experten aus aller Welt über die neuesten Trends des Leichtmetalls
aus. Im Bereich "Emerging Markets" ist das Interface Titan-Werkstoff/Biosystem
ein Schwerpunktthema. Betreut wird das Thema im Programmausschuss
u.a. von Prof. Jürgen Breme, Lehrstuhl Metallische Werkstoffe,
Universität des Saarlandes. Prof. Breme ist Mitglied im NOC
(National Organisation Committee) der Titan-2003.
Die Weltkonferenz
Titan wird im 4-jährigen Rhythmus von den siebenwichtigsten
Ländern der Titan-Erzeugung bzw. -Verarbeitung im Wechsel organisiert:
USA, Russland, Japan, Großbritannien, Frankreich, China und
Deutschland. Das Programm umfasst eine große Zahl von Vorträgen
über aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungstrends,
darunter Statusberichte aus den einzelnen Ländern.
Anmeldungen
zur Titan-2003 nimmt das Konferenzsekretariat der Deutschen Gesellschaft
für Materialkunde übers Internet www.ti-2003.dgm.de
oder unter Fax +49 (0) 69 - 7917 733 entgegen.
Formulare und
weitere Informationen sind ebenfalls abrufbar unter
www.ti-2003.dgm.de.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft
für Materialkunde e.V.
Konferenzsekretariat Ti-2003
Hamburger Allee 26
D-60486 Frankfurt
Frau Anja Mangold
Tel.: +49 69-7917 747
Fax: +49 69-7917 733
E-Mail: ti-2003@dgm.de
Weitere Informationen
finden Sie unter:
http://www.ti-2003.dgm.de
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