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Depressionen
werden in Deutschland noch immer viel
zu selten angemessen medikamentös behandelt
"Das Problem der Depression ist eine extreme
Stigmatisierung“ stellte eröffnete Prof. Dr. med. Göran
Hajak, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Universität Regensburg, in einem Pressegespräch fest und bezog
sich auf die gesellschaftliche Einordnung der Krankheit und der
depressiven Patienten. Die Folge: rund 50% der Erkrankten werden
in Deutschland nicht optimal medikamentös versorgt. Dies hat dramatische
Folgen , da eine Depression nicht nur das Risiko für lebensbedrohliche
Begleiterkrankungen erhöht, sondern auch zu einer etwa 20mal
höheren Selbsttötungsrate als bei Gesunden führt. Damit entwickelt
sich die Depression leicht zu einer tödlichen Erkrankung. Schlafstörungen
und depressive Erkrankungen sind oft inhaltlich eng verbunden
und gehören zu den beim Arztbesuch am häufigsten genannten psychischen
Beschwerden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die Depression
zu den in kritischem Maße unterbehandelten psychischen Erkrankungen
der Bevölkerung: die der Depression liegt in Deutschland
bei 50%.
Die wissenschaftliche Datenlage zu den gesundheitlichen
und sozialen Konsequenzen der Schlafstörungen und Depression zeigt
neben einem erheblichen Beitrag zur Sterblichkeit infolge Tagesmüdigkeit
im Straßenverkehr und dem hohen Selbsttötungsrisiko auch einen
weiteren höchst bemerkenswerten Zusammenhang. Eine ganze Reihe
somatischer Erkrankungen, unter ihnen als Rekordhalter die koronare
Herzkrankheit KHK mit etwa 50%, sind mit einer Depression verknüpft.
Den Risikofaktor Schlafstörung charakterisiert
eine um das 5fache gesteigerte Häufigkeit für Verletzungen und
Unfälle, ein vermehrter Ausfall an Arbeitszeit, eine signifikante
Einbuße der Lebensqualität, aber auch eine 4fach höhere Wahrscheinlichkeit
für eine depressive Störung, eine 2fach höhere für eine Angsterkrankung
und eine 3 ‑ bzw. 5fach höhere für einen Alkohol‑
bzw. Drogenmissbrauch. Nach einer Untersuchung aus dem letzten
Jahr 18,1% der Bevölkerung an einer Depression – bei den
Frauen sind es 25%.
In der Hausarztpraxis werden knapp die Hälfte der
Patienten nicht als depressiv erkannt und von den richtig diagnostizierten
Patienten erhalten 22% keine Behandlung. Bei korrekter Diagnosestellung
empfiehlt PD Dr. med. Dipl. Psych. Michael Wiegand, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
der TU München , dem Hausarzt beispielsweise ein Antidepressivum wie
das Trimipramin da es sowohl schlaffördernd als auch antidepressiv
wirksam ist.
Dr. med. Ulrich Voderholzer von der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik der
Universität Freiburg betonte, dass Antidepressiva von der Bevölkerung
abgelehnt werden. Das ist ein Grund für die unzureichende medikamentöse
Versorgung. Die trotzdem zahlenmäßig stark gestiegene Verordnung
der Antidepressiva beruht auf einem zusehends breiter werdenden
Indikationsspektrum für diese Substanzen. Früher fast ausschließlich
in der Depressionstherapie eingesetzt, finden sie heute zunehmend
Anwendung auch bei Angsterkrankungen, chronischen Schmerzsyndromen,
primären Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden.
Unter Berücksichtigung aller bekannten Fakten erscheint
eine Behandlung der Schlafstörungen mit den so genannten beruhigenden
(sedierenden) Antidepressiva sinnvoll, da diese bei Langzeitanwendung
kein Abhängigkeitsrisiko mit sich bringen, so Voderholzer.
Da Trimipramin weder zu einer REM- noch Tiefschlafunterdrückung
führt, wurde dieser Wirkstoff für die weltweit erste kontrollierte
Studie für die Indikation „primäre Schlafstörung (Insomnie)“
ausgesucht: In einer Vergleichsstudie zeigte sich, dass
Trimipramin eine dem als Vergleichssubstanz hinzugezogenen
Traquilizer (einem Benzodiazepin) vergleichbare schlafverbessernde
Wirkung, jedoch ohne dessen unerwünschte Einflussnahme auf
Tief‑ und REM‑Schlaf hat. "In der subjektiven
Patienteneinschätzung ergab sich nur für das Trimipramin
ein deutlich verbessertes Gefühl des Erholtseins am Morgen und
der psychischen Ausgeglichenheit am Abend", so Voderholzer.
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