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"Sitz
und heile !" - Hunde erleichtern Patienten ihr
schweres Schicksal
von
Dr. med. Jochen Kubitschek
Kolya
- ein 65 kg schwerer weißer spanischer Hirtenhund - gehört seit
einiger Zeit zum Heer der freiwilligen Helfer, die in einer
der größten US-Kliniken - dem Medical Center der University of
California, Los Angeles (UCLA) den Patienten das Leben und den
Ärzten die Therapie erleichtern. Im Gegensatz zu ihren menschlichen
Kollegen ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn die in einem besonderen
Programm ausgebildeten Hunde selbst bei schwerstkranken Patienten
im Bett liegen.
Zum UCLA Hundeteam gehören mehr als 40 Wolfsnachfahren -
unter anderem Pudel Platinum, der Mops Egor sowie ein Greyhound
mit dem schöen Namen Aladdin sowie acht Golden Retriever, vier
schwarze Labradore und zwei Deutsche Schäferhunde. Doch UCLA stellt
keineswegs eine Ausnahme in der ansonsten auf makellose Hygiene
eingeschworenen US Gesellschaft dar.
Auch
am renommierten Mount Sinai Hospital im nüchternen New York gehören
Hunde zum Krankenhauspersonal und werden auf ihren in Plastik
eingeschweißten Ausweiskarten als Angehörige des Pflegeteams vorgestellt.
Besonders erfolgreich werden sie im Rehabilitationsprogramm für
Hirn- und Querschnittsverletzte eingesetzt. Eine Studie zeigte,
dass die hündischen Therapeuten die Behandlung der unter seelischen
Erkrankungen leidenden Patienten deutlich verbessern: insbesondere
gelingt es bei depressiven Patienten Angstzustände abzumildern.
Experten schätzen, dass derzeit an 600 US-Kliniken etwa 4.500
Tiere bei der Therapie von insgesamt 350.000 Kranken eingesetzt
wurden und werden - neben den Hunden auch Katzen, Pferde und die
possierlichen Chinchillas.
Zunehmend wird in diesem Zusammenhang unterschieden zwischen Aktivitäten
an denen Tiere teilnehmen und ganz spezifische Therapien, bei
denen das jeweilige Tier im Mittelpunkt der Behandlungsmaßnahmen
steht. Für die nahe Zukunft wird erwartet, dass sich die Kostenträger
bereit erklären, die Kosten dieser von den meisten Patienten als
so angenehm empfundenen Behandlungsvariante zu übernehmen.
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