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Knoblauch erweist sich immer mehr als Multitalent

Knoblauchwirkstoff hilft auch bei der gefährlichen Tropenkrankheit Malaria


von Dr. med. Jochen Kubitschek


Epidemiologen und Tropenmediziner warnen seit Jahrzehnten vor einer sich in vielen Ländern der Dritten Welt abzeichnenden Katastrophe: immer mehr Malariamedikamente verlieren aufgrund der Resistenzbildung der Krankheitserreger ihre Wirkung. Mittlerweile gibt es Erregerstämme, die sich kaum noch beherrschen lassen.

In diesem Zusammenhang macht eine Studie Hoffnung, die kürzlich von einem Forscherteam um Ian Crandall, Universität Toronto, Kanada, anlässlich des Jahrestreffens der American Society of Tropical Medicine and Hygiene in Atlanta vorstellt wurde.

Knoblauch enthält mehrere schwefelhaltige Substanzen, die Bakterien und Pilze abtöten können. Crandall und seine Kollegen testeten in ihren Labors elf dieser isolierten Wirkstoffe an Zellen, die mit dem Malaria-Erreger Plasmodium falciparum infiziert waren, sowie an bestimmten Krebszellen. Wie vorausgesehen erwiesen sich nicht alle untersuchten Schwefelverbindungen als gleichermaßen effektiv. Die wirksamen Stoffe  wie Ajoen töteten jedoch sowohl die Malaria-Zellen als auch die Krebszellen ab.  

Diese überraschende  Entdeckung könnte zu billigen Mitteln gegen das von Mücken übertragene Tropenfieber führen. Experten betonten in Atlanta, dass sie nun auf die Entwicklung neuer und kostengünstiger Malaria-Medikamente hoffen. Ian Crandell äußerte sogar die Hoffnung, dass die Wirkstoffe der Knoblauchknolle in nicht zu ferner Zukunft möglicherweise nicht nur gegen die lebensgefährliche Tropenkrankheit eingesetzt werden können  sondern auch gegen einige ausgewählte Krebserkrankungen. 

In der Vergangenheit wurden Knoblauchwirkstoffe wie Ajoen bereits bei Pilzinfektionen und zur Vorbeugung von Herzerkrankungen eingesetzt.  Jetzt erweitert sich das Nutzspektrum offenbar dramatisch.  Die Wissenschaftler  vermuten, dass die identifizierten Knoblauchwirkstoffe die von den Plasmodien befallenen Zellen und die Krebszellen an einer gemeinsamen verwundbaren Stelle angreifen. wahrscheinlich handelt es sich dabei um  die sogenannte Glutathion-System. 

Das Protein Glutathion ist für viele Zellen lebensnotwendig - es schützt sie unter anderem vor den freien Radikalen.  Die Forscher fanden im Labor heraus, dass das  Gluthathion besonders für jene Zellen wichtig ist, die sich schnell vermehren, wie etwa Krebszellen oder mit Malaria infizierte Zellen. 

Die in Knoblauch enthaltene Schwefelverbindung  Ajoen scheint besonders gut geeignet zu sein, um das Glutathion-System so zu stören, dass die Zellen ihren Schutz gegen freie Radikale verlieren und absterben. 

 

 

 

 


 

 

 

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(13.12.2009)