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Neue
Hoffnungen für Krebspatienten:
von
Dr. med. Jochen Kubitschek
Kanadische
Forscher um Mickie Bhatia haben in London, Ontario, am
J.P. Robarts Forschungsinstitut herausgefunden, dass das
natürlicherweise vorkommende
Eiweiß „Sonic Hedgehog“ offenbar in der Lage
ist, von Erwachsenen gewonnene Stammzellen im Labor zu einem beschleunigten
Wachstum zu veranlassen.
Diese
Entdeckung kann nach Expertenmeinung dazu führen, dass sich Krebspatienten
in Zukunft sehr viel schneller von den Strapazen einer Chemotherapie
erholen als dies bisher der Fall ist. Da die aggressiven Chemotherapeutika
oft alle schnell wachsenden Zellen zerstören – Zellen wie
Tumor-, Haar- und die für die Blutproduktion notwendigen Knochenmarkzellen
– werden bisher vor Therapiebeginn aus dem Knochenmark der
Krebspatienten sog. Stammzellen gewonnen und konserviert. Nach
der Behandlung werden sie dann wieder re-implantiert, um die Neubildung
von Blut anzuregen und so das Überleben des Patienten zu ermöglichen.
Wenn
es nun tatsächlich gelingen sollte die bei Erwachsenen sehr langsam
wachsenden Stammzellen zu einer schnelleren Vermehrung anzuregen,
dann würden viele Barrieren fallen, die heute noch so manche
Krebstherapie auch in ihrem Erfolg begrenzen.
Stammzellen
werden in großer Zahl insbesondere bei menschlichen Embryos und
Foeten gefunden in denen sich diese Zellen sehr schnell zu hochkomplizierten
Organen wie Nieren, Leber und Herz weiterentwickeln. Manche Forscher
spekulieren daher, dass es in ferner Zukunft einmal möglich sein
wird, aus menschlichen Stammzellen komplette Organe zu züchten,
die in erkrankte Erwachsenen implantiert werden können. Die Entdeckung
des Potentials des Sonic Hedgehog-Proteins könnte hierfür ein
erster wichtiger Schritt sein.
Quelle:
Globe and Mail, 30.1.2001
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