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Darmbluten:
High-Tech-Fernsehkapsel macht Schlauch schlucken bald überflüssig
von Dr. med. Jochen Kubitschek
Beim
direkten Vergleich mit der herkömmlichen Darmspiegelung erweist
sich die Dünndarm-Untersuchung
mit einer winzigen TV-Kapsel als überlegen. Die sensationellen
Ergebnisse einer ersten klinischen Studie zeigen, dass die nur
26 Millimeter lange und 11 Millimeter breite Miniatur-TV-Kamera
die der Patient schlucken muss, zuverlässigere Diagnosen ermöglicht
als die herkömmliche Dünndarmspiegelung.
Professor
Samuel Adler vom Bikkur Holim Hospital in Jerusalem stellte
beim jüngst zu Ende gegangenen Internisten-Kongress in Wiesbaden
ein Produkt vor, das die Erwartungen wohl voll und ganz befriedigt.
Die Wahrscheinlichkeit, mit der TV-Kapsel im Dünndarm krankhafte
Prozesse zu entdecken,
ist größer , als bei der heute noch üblichen Darmspiegelung.
Sechs
bis acht Stunden lang sendet die Kapsel zwei Bilder pro Sekunde
nach außen. In dieser Zeit wird der möglicherweise erkrankte Dünndarm
passiert. Die gesendeten Informationen werden von acht Sensoren
aufgefangen, die dem Patienten auf die Bauchhaut geklebt werden.
Nach Abschluss der Untersuchung werden die gewonnenen Bilder zu
einem Film verarbeitet. Dieser wird von dem Magen-Darm-Spezialisten
ausgewertet.
In
einer ersten klinischen Studie ist jetzt bei 20 Patienten mit
Darmblutungen unbekannter Ursache der Dünndarm
sowohl mit der Kapsel-Endoskopie als auch mit der herkömmlichen
Enteroskopie untersucht worden. Dabei zeigte sich, dass die Blutungsursache
bei sechs Patienten ausschließlich mit der TV-Kapsel entdeckt
werden konnte. Bei sechs weiteren Studienteilnehmern konnte weder
mit der Enteroskopie noch mit der Kapsel eine Ursache für die
Blutung gefunden werden.
An
deutschen Kliniken laufen jetzt Studien mit der Kapsel- Endoskopie
an. Zur Vorbereitung müssen die Patienten über Nacht nüchtern
bleiben, und sie dürfen auch drei Stunden nach dem Schlucken der
Kapsel keine Nahrung zu sich nehmen.
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