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Schwere
Herzinsuffizienz - Mit Ventrikelstimulation ins normale Leben
zurück
Die ventrikuläre Resynchronisation ist aus der Erprobungsphase
herausgewachsen und hat sich in einer großen, internationalen
Studie als erfolgreich erwiesen: In der MIRACLE-Studie
(Multicenter Insync Randomized Clinical Evaluation, 45 Zentren
in den USA und Kanada) wurden 453 Patienten mit schwerer Herzmuskelschwäche
( NYHA-Stadium III oder IV) randomisiert und doppelblind
mit einem aktiven oder passiven Kammerstimulationssystem ausgestattet.
Nach sechs Monaten hatte sich bei 68% der Patienten in der Behandlungsgruppe
das NYHA-Stadium um mindestens ein Stadium verbessert. Die Patienten,
die eine kardiale Resynchronisationstherapie erhielten, berichteten
zudem eine hoch signifikanten Gewinn an Lebensqualität. Die Verbesserungen
übertrafen deutlich die Ergebnisse, die bisher mit Betablockern
oder ACE-Hemmern bei gleich schweren Patienten erreicht worden
sind.
Gebessert wurden auch klinische Parameter wie die 6-Minuten-Gehstrecke,
die Ergometerleistung, der O2-Peak, die LVEF, die MR Jet Area.
Todesfälle durch Fortschreiten der Herzinsuffizienz kamen wesentlich
seltener vor als bei den Patienten, die "nur" mit Betablockern
und ACE-Hemmern behandelt worden waren. Die Verbesserungen, so
William T. Abraham, Lexington (USA)*,
sind additiv zu denen durch die medikamentöse Behandlung und für
Patient und Arzt oft deutlicher sichtbar. Denn die klinische Verbesserung
tritt nicht allmählich ein, sondern die Patienten erleben häufig
direkt nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose die Befreiung, wieder
in ihr Leben zurückzukehren: "Ich konnte schon in der ersten
Stunde nach der Operation wieder lachen, schimpfen, konnte aufstehen
und einen Tag später wieder allein duschen - das war vorher viele
Monate lang nicht möglich gewesen", berichtete eine junge
Frau mit einem sich zunehmend verschlimmernden Herzversagen.
Das
Prinzip des Synchronisations-Systems, das in der MIRACLE-Studie
untersucht wurde, ist überzeugend: Es berücksichtigt, dass viele
Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz unter einem gestörten
Erregunsleitungssystem beider Herzkammern leiden, und dass beide
Herzkammern nicht mehr im gleichen Takt schlagen. Dadurch ist
die Herzarbeit unökonomisch. Das InSync®-ICD-System
von Medtronic besitzt im Gegensatz zu herkömmlichen Schrittmachern
eine zusätzliche, dritte Elektrode im Bereich der linken Herzkammer.
Dadurch werden beide Herzkammern ausreichend stimuliert. Zugleich
dient das System
der kardialen Überwachung und vermag fatalen ventrikulären Rhythmusstörungen
vorzubeugen. Die Elektroden werden nach außen geführt; der Schrittmacher
selbst misst etwa 5cm im Durchmesser und wird auf der Haut fixiert.
Die Indikationen zur Implantation ventrikulären Rhythmusgebers
sind
-
dilatierte Kardiomyopathie
-
medizinisch austherapierte Herzinsuffizienz
-
Desynchronisation des linken Ventrikels.
Es handelt sich um eine Therapie, die zusätzlich zu den Medikamenten
eingesetzt wird. Es ist nicht selten, so Daniel Grad, Nantes (Frankreich),
dass Patienten mit dieser Versorgung für lange Zeit von der Liste
für eine Herztransplantation gestrichen werden können.
(SUK)
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