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Quelle:
Uniklinik Jena
Uni
Jena: innovative Blasenkrebs-OP
führt nun nicht mehr zwangsläufig zu Impotenz
und Harnträufeln.
Nachdem nervenschonende Operationsverfahren bereits der Therapie
des Prostatakrebses
einiges von ihrem Schrecken genommen haben, wollen Operateure
der Uniklinik Jena jetzt auch den Opfern des Blasenkrebs zu mehr
Lebensqualität verhelfen.
Von Jochen Kubitschek
Nach dem Prostatkrebs stellt der Blasenkrebs die zweithäufigste
bösartige Erkrankung des Harnsystems dar. In jedem Jahr erkranken
in Deutschland rund 15.000 Menschen an einem bösartigen Blasentumor.
Betroffen sind insbesondere Männer jenseits ihres sechzigsten
Geburtstages. Selbst wenn sich die Operateure des Problems bewußt
sind, gelingt es ihnen nur im Ausnahmefall einmal, den Patienten
aufgrund der dramatischen Nebenwirkungen wie Impotenz und Harnträufeln
auch nach der OP eine befriedigende Lebensqualität zu garantieren.
Nachdem die Urologen mittlerweile gelernt haben, die nach der
OP eines Prostatakrebses drohenden vergleichbaren Nebenwirkungen
durch nervenschonende Eingriffe zu vermeiden, soll jetzt auch
den unter einem Blasenkrebs leidenden Patienten entsprechend geholfen
werden.
Seit einem halben Jahr wird an der Klinik für Urologie des Uniklinikums
Jena eine neue schonende Operationsmethode angewandt, bei der
die Kranken keine Potenzprobleme und keine Harninkontinenz befürchten
müssen. "Die Ergebnisse der neuen OP-Technik sind erfreulich
- die Patienten mit einer "Jenaer Harnblase" haben keinerlei
Potenzstörungen und keine Probleme mit der gefürchteten Harninkontinenz",
berichtet Prof. Dr. Jörg Schubert, Direktor der Jenaer Universitätsklinik
für Urologie. Beim Einsatz der "Jenaer Harnblase" genannten
Methode werden bei der Operation Teile der Prostata erhalten.
Danach verbindet man diese mit einer aus einer Darmschlinge geformten
Ersatzblase.
"Die bisher gebräuchlichen Kunstblasen und Blasenersatzlösungen
waren für die unter Harnblasenkrebs leidenden Patienten mit ganz
erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden - 94
% der betroffenen Männer waren nach der Operation impotent, fast
jeder zweite litt unter Harninkontinenz, und jeder zehnte an Problemen
wie Einengungen der künstlichen Harnwege, die Folgeoperationen
notwendig machten", erklärt Schubert.
Durch den teilweisen Erhalt der Prostata werden bei der neuen
Methode auch die für die männliche Potenz unverzichtbaren Penisnervenstränge
erhalten. "Gleichzeitig können wir so die Verbindung zur
Harnröhre und dem Harnschließmuskel sichern und so die mögliche
Inkontinenz verhindern", sagt Schubert weiter.
Durch die Verknüpfung der Ersatzblase mit der Prostata kann zudem
der bei den gebräuchlichen OP-Methoden entstehenden Verengungen
an der
Verbindungsstelle zwischen Harnöhre und Kunstblase vorgebeugt
werden.
Möglich wurde die "Jenaer Harnblase" genannte erst durch
die Verknüpfung verschiedener gefäßschonender Operationstechniken,
die den gewöhnlich bei Prostataeingriffen sehr hohen Blutverlust
minimieren und die OP-Zeit verkürzen. "Wir brauchen für diese
Eingriffe eine Stunde weniger als früher und können ganz auf den
Einsatz von Bluttransfusionen verzichten", erläutert Operateur
Prof. Schubert.
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