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Wissenschaft - Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum
Hoffnung auf neuen Behandlungsansatz bei Querschnittslähmungen
Im Deutschen Krebsforschungszentrum konnten Wissenschaftler kürzlich
an Mäusen zeigen, dass eine Querschnittslähmung durch Blockade
des programmierten Zelltods rückgängig gemacht werden kann.
Querschnittslähmungen sind meist die Folge von Verletzungen des
Rückenmarks bei Unfällen, können aber auch durch Tumorerkrankungen
hervorgerufen werden. Ist das Rückenmark durchtrennt, werden Informationen
vom Gehirn nicht mehr an die Gliedmaßen weitergeleitet. Nach der
eigentlichen Verletzung der Nervenbahnen laufen biologische Prozesse
ab - wie z. B. der programmierte Zelltod (Apoptose) - die das
verletzte Gewebe noch weiter zerstören und dadurch zur dauerhaften
Lähmung führen.
Dr.
Ana Martin-Villalba und Mitarbeiter aus der Abteilung Immungenetik
unter der Leitung von Professor Dr. Peter Krammer beschreiben
in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Medicine*,
dass die Blockade eines Schlüsselmoleküls der Apoptose die Fähigkeit
zur koordinierten Bewegung der gelähmten Extremitäten wieder herstellt.
Mit spezifischen Antikörpern blockierten die Wissenschaftler das
Protein CD95 L, das in Zellen, die das spezifische Rezeptorprotein
CD95 tragen, die Selbstmordkaskade auslöst.
Nach
gezielter Verletzung des Rückenmarks schnitten die antikörperbehandelten
Mäuse bei speziellen Geschicklichkeitstests deutlich besser ab
als die Kontrolltiere. Im Gewebeschnitt ließen sich bei den behandelten
Tieren außerdem wieder auswachsende Nervenfasern
jenseits der Stelle der Verletzung nachweisen. Die Antikörperbehandlung
verhinderte auch das Absterben der Oligodendrozyten, die die
kabelartigen Nervenfasern elektrisch isolieren und so die Signalübertragung
erst ermöglichen.
Bei
unter 40jährigen sind Hirn- und Rückenmarksverletzungen die Hauptursache
für Tod und Schwerbehinderung. Die gezielte Blockade der Apoptose
könnte in Zukunft eine Möglichkeit darstellen, verletzte Nerven
vor weiterer Zerstörung zu schützen und so einer lebenslangen
Lähmung vorzubeugen.
*Deana Demjen, Stefan Klussmann et al.: Neutralization of CD95
ligand promotes regeneration and functional recovery after spinal
cord injury. Nature Medicine, April 2004
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.dkfz.de
Dr. Julia Rautenstrauch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
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