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2.1.2026
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Quelle:
Deutsches Krebsforschungszentrum
Dr. Julia Rautenstrauch, 05.07.2006
Eine Erfolgsgeschichte gegen Gebärmutterhalskrebs
Der weltweit
erste Impfstoff, der gezielt zur Vorbeugung einer Krebserkrankung
entwickelt wurde, ist Ende Juni in den USA auf den Markt gekommen.
Forschungsergebnisse
von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum
und den US-amerikanischen National Institutes of Health bildeten
die Basis für die Entwicklung des Impfstoffes.
Vor rund dreißig Jahren postulierte Professor Dr. Harald zur Hausen,
der spätere langjährige wissenschaftliche Vorstand des Deutschen
Krebsforschungszentrums, einen Zusammenhang zwischen einer Infektion
mit Warzenviren (humanen Papillomviren, HPV) und der Entstehung
von Gebärmutterhalskrebs. Einige Jahre darauf wurde in seinem
Labor der Beweis erbracht, dass bestimmte Typen dieser Viren tatsächlich
ursächlich an der Entstehung der Tumoren beteiligt sind.
Die Erkenntnis, dass Gebärmutterhalskrebs durch Viren ausgelöst
wird, brachte die Wissenschaftler schnell auf die Idee, der Erkrankung
mit einer Impfung gegen den Erreger vorzubeugen. Die klassische
Methode der Impfstoffproduktion, Anzucht und anschließende Inaktivierung
des Virus, schied bei HPV aus: Eine Anzucht des Erregers im Labor
ist nicht möglich. Daher kam nur ein mit gentechnischen Verfahren
hergestellter Impfstoff in Frage.
Anfang der Neunzigerjahre stellte sich heraus, dass sich ein einziges,
als L1 bezeichnetes Eiweiß aus dem Proteinkapsid des Virus, spontan
zu "leeren" Viruspartikeln, so genannten virus like
particles (VLP) zusammenlagern kann. Diese Partikel sind als Impfstoff
ideal, da sie wegen der nahezu identischen Struktur vom Immunsystem
wie "echte" Viren behandelt werden. Jedoch enthalten
sie kein Erbmaterial und sind daher nicht infektiös. Professor
Dr. Lutz Gissmann aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und
seinen Kollegen gelang es, in Kooperation mit den US-amerikanischen
National Institutes of Health auf der Basis
eines aus HPV16 isolierten L1-Gen große Mengen VLPs herzustellen.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum und das NIH sind gemeinsame
Eigentümer der Patente für dieses Gen, das als Grundlage für den
nun verfügbaren
Impfstoff dient.
Der Impfstoff ist gegen die beiden wichtigsten krebserregenden
Typen HPV16 und HPV18 gerichtet, außerdem gegen die Genitalwarzen
(Condylomata acuminata) verursachenden Typen HPV6 und 11 und schützt
vor rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Er wurde
in klinischen Studien an rund 25.000 Frauen getestet und konnte
HPV16- bzw. HPV18-assoziierten Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs
hundertprozentig vorbeugen. In Deutschland wird der Impfstoff
voraussichtlich Anfang nächsten Jahres zugelassen und von Sanofi
Pasteur MSD GmbH vertrieben werden.
In Ländern der Dritten Welt, in denen Krebsfrüherkennungsprogramme
oftmals nicht zur Verfügung stehen, ist Gebärmutterhalskrebs ein
großes gesundheitliches Problem. In Deutschland erkranken trotz
der Einführung des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in den
siebzigerjahren pro Jahr rund 6500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs,
1762 Frauen verstarben 2003 an der Erkrankung.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen
der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren
zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen
zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen
führen. Das Zentrum wird zu 90
Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu
10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied
in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.
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