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Neues Antibiotikum im Tierversuch erfolgreich im Kampf gegen resistente
Superkeime
Dr.
Jochen Kubitschek
Insbesondere der sorglose Umgang mit den vorhandenen Antibiotika
hat im Verlauf der letzten Jahrzehnte dafür gesorgt, daß immer
mehr Krankheitserreger gefährliche Resistenzen entwickeln und
daher den üblichen Antibiotika widerstehen. Der Masseneinsatz
der Antibiotika in der Viehzucht, aber auch die oft überflüssigen
Wunsch- Verordnungen von Antibiotika bei alltäglichen Bagatellerkrankungen
wie grippalen Infekten hat die Entwicklung multi-resistenter Superkeime
gefördert. Außerdem trägt in den Krankenhäusern mangelnde Hygiene
zur Verbreitung resistenter Bakterien bei.
Jetzt gab eine Wissenschaftlergruppe des US-Pharmakonzerns Merck
bekannt, daß sie nach jahrelanger Forschung ein wirksames Antibiotikum
gefunden haben, das aus einem aus südafrikanischer Erde entnommenen
Mikroorganismus stammt.
Das Antibiotikum Platensimycin zeigte im Tierversuch ausgezeichnete
Therapie-Ergebnisse - die wichtigsten resistenten Bakterien wurden
bei den Versuchen abgetötet. Platensimycin bindet ein Schlüsselenzym
namens FabF, das fetthaltige Säuren herstellt, die zum Aufbau
der Zellmembran und der Oberfläche der Bakterien nötig sind.
Besonders gefährlich sind derzeit Krankenhausinfektionen mit Staphylokokken,
die für Blutvergiftung, Lungenentzündung, Nahrungsmittelvergiftung
oder andere Krankheiten verantwortlich sind, sowie Enterokokken,
die Infektionen von Wunden, des Harn-Trakts, von Teilen des Herzens
und Hirnhautentzündung hervorrufen können
Jun Wang und seine Kollegen von den Merck Research Laboratories
in Rahway berichteten im Wissenschaftsmagazin "Nature",
daß es ihnen auch gelungen ist multiresistente Keime wie Staphylococcus
aureus ohne Nebenwirkungen abzutöten. Die erforderlichen Tests
über die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit des Antibiotikums am
Menschen stehen allerdings noch aus.
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