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im Info-Netzwerk Medizin 2000
2.1.2026
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Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA)
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie
e. V. (DGAKI)
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.
V. (GPA)
Pollenallergie
Was tun bei
Gräserallergie oder Roggenpollenallergie?
Gräserpollen-Alarm im Frühsommer
„Gräser- und Roggenpollenallergiker müssen 2008 mit einem Frühstart
der Hauptpollenflugzeit rechnen“, prognostiziert Medizin-Meteorologe
Dr. Klaus Bucher vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Bereits
in der vorletzten Aprilwoche schwirrten aufgrund der warmen
Witterungsverhältnisse vereinzelt die ersten Gräserpollen durch
den Wind getragen in der Luft. „Jetzt, Anfang Mai werden die
meisten Gräsersorten voraussichtlich richtig loslegen und eine
hohe Allergenkonzentration in Form von Pollen freisetzen“, warnt
Bucher. Im Juni, wenn die Fußball-Europameisterschaft und die
Grillsaison ihren Höhepunkt erreichen, wird auch die Konzentration
von Gräser- und Roggenpollen maximal sein. Das Ende der Heuschnupfensaison
für Gräserallergiker ist mittlerweile in den späten Herbst gerückt,
wie der im Februar 2008 aktualisierte Pollenflugkalender der
Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zeigt (www.pollenstiftung.de).
Auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes (www.dwd.de/pollenflug)
können Betroffene außerdem eine grafische Darstellung der Pollenflugvorhersage
sowie eine Pollenstatistik finden.
In Zukunft noch mehr Heuschnupfenallergiker
Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich in den letzten
20 Jahren fast verdoppelt. Die Ursache hierfür ist nicht eindeutig
geklärt.1 „An vorderster Stelle vieler Faktoren steht die Umweltverschmutzung,
wie eine erhöhte Feinstaubbelastung“, weiß Privat-Dozentin Dr.
Claudia Traidl-Hoffmann, Allergologin aus München und Mitglied
der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie
(DGAKI). Tests mit Mäusen zeigten bereits, dass Feinstaub eine
allergische Reaktion verstärken kann. An Feinstaub gebundene
Allergie-auslösende Proteine – die Allergene – können darüber
hinaus tiefere Lungenabschnitte erreichen als das Pollenkorn.
Dieses ist zu groß sind, um in die Lunge zu gelangen. Zudem
werden in Städten, wo die Luftverschmutzung größer ist als in
ländlichen Gegenden, höhere Allergieraten beobachtet.
„Seit etwa zehn Jahren wissen wir, dass neben der Umweltbelastung
auch der Klimawandel ein Grund für die Zunahme von Pollenallergien
ist“, fügt Traidl-Hoffmann hinzu. „Höhere Temperaturen führen
nicht nur zu längeren und frühzeitigeren Blühphasen, sondern
fatalerweise auch zu neuen oder aggressiveren Pollensorten wie
die der Ambrosia-Pflanze.“ Die Privat-Dozentin des Zentrums
Allergie und Umwelt der Technischen Universität München (ZAUM)
glaubt, dass Heuschnupfen-geplagte zukünftig das ganze Jahr
über mit einer Pollenbelastung rechnen müssen.
Zurzeit leiden 15 bis 25 Prozent der erwachsenen Bundesbürger
an einem allergischen Schnupfen. Eine Datenauswertung der International
Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC) von 2006
hat ergeben, dass 6,9 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen
und 15 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen an Heuschnupfen
erkrankt sind.2 Bei etwa der Hälfte der Heuschnupfenkranken
sind Gräserpollen die Allergieauslöser. Ständiges Niesen, Augenjucken
oder gar Atemnot gehören zu den häufigsten Symptomen eines allergischen
Schnupfens.
Stopp dem Heuschnupfen durch Immuntherapie und Medikamente
Das Meiden der Allergene ist die beste Möglichkeit, allergische
Reaktionen zu minimieren. Dies ist jedoch für Pollenallergiker
nur schwer zu praktizieren. Deshalb verordnen allergologisch
tätige Fachärzte Betroffenen beispielsweise Antihistamin-Tabletten
und Kortison-Nasensprays, um die Symptome zu lindern. „Die Angst
vor einer Behandlung mit Kortikosteroiden ist völlig unbegründet.
Die heute eingesetzten Präparate weisen keine schweren Nebenwirkungen
mehr auf“, beruhigt Professor Dr. Wolfgang Czech, Präsident
des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). „Hilft die
medikamentöse Therapie nicht ausreichend, die allergischen Reaktionen
zu unterdrücken, rate ich dringend zu einer spezifischen Immuntherapie.“
Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist die einzige ursächlich
wirksame Therapie gegen Heuschnupfen. Gleichzeitig kann sie
einem so genannten „Etagenwechsel“ zum allergischen Asthma vorbeugen.
Üblicherweise erfolgt eine SIT über drei Jahre. Der Arzt spritzt
die Allergene in regelmäßigen Abständen unter die Haut. Das
Immunsystem gewöhnt sich langsam an den Allergieauslöser und
wird dadurch wieder unempfindlicher. Die SIT hat bei einer Gräserpollenallergie
eine Erfolgsrate von über 80 Prozent. Laut Czech vom ÄDA habe
sich diese Therapiemöglichkeit in Deutschland seit Jahrzehnten
etabliert. Sie müsse jedoch noch häufiger – auch bei Kindern
und Jugendlichen – in Erwägung gezogen werden.
Neue Therapiemöglichkeit hilft Erwachsenen und bald Kindern
ebenso
Neu ist die Möglichkeit einer SIT in Form von Tabletten: Seit
November 2006 ist eine Gräser-Impf-Tablette in Deutschland zur
Behandlung von Gräser- oder Roggenpollenallergien bei Erwachsenen
zugelassen. Optimistisch äußert sich der Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin
(GPA) Professor Dr. Albrecht Bufe bezüglich einer Zulassung
der Tablette für Kinder und Jugendliche: „Die ersten Studienergebnisse
zeigten eine gute Wirksamkeit der Gräser-Impf-Tablette auch
bei jungen Patienten mit einer diagnostizierten Gräserpollenallergie.“
Aufgrund ihres guten Nutzen-Risiko-Profils sei die Tabletten-Immuntherapie
für Kinder und Jugendliche sehr von Interesse.
Die gefriergetrocknete (lyophilisierte) Gräser-Impf-Tablette
enthält eine definierte Menge an Allergenen des Wiesenlieschgrases
(Phleum pratense). Der Allergiker kann diese selbst einmal täglich
unter die Zunge legen, wo sich die Tablette innerhalb weniger
Sekunden auflöst und die Wirksubstanz freisetzt. Die Allergene
wirken dann über die Mundschleimhaut auf sein Immunsystem. „Die
Therapie mit der Gräser-Impf-Tablette ist einfach zu Hause durchführbar
und eignet sich vor allem für Gräser- und Roggenpollenallergiker
mit Angst vor Spritzen oder Zeitmangel. So können weitaus mehr
Heuschnupfen-Betroffene an eine spezifische Immuntherapie herangeführt
werden als bisher“, bemerkt Professor Dr. Claus Bachert, Präsident
der DGAKI.
Kreuzreaktivität unter Süßgräsern
Allergologen nutzen das Phänomen Kreuzreaktivität häufig für
eine spezifische Immuntherapie – für viele Allergiker ist es
hingegen eher lästig, dass dieses Thema überhaupt existiert.
Sind nämlich die Oberflächenstrukturen zweier unterschiedlicher
Allergene sehr ähnlich, können spezielle Antikörper (IgE-Antikörper)
des Immunsystems diese nicht voneinander unterscheiden.3,4 „Ein
Heuschnupfenpatient, der beispielsweise gegen Gräserpollenallergene
sensibilisiert ist, reagiert oft auch allergisch auf den Genuss
von Getreide und Hülsenfrüchte wie Soja und Erdnüsse“, erklärt
Czech vom ÄDA. „Dieses Phänomen wird als Kreuzallergie oder
Pollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie bezeichnet.“ Eine
hohe Kreuzreaktivität besteht ebenfalls unter den zahlreichen
Gräsersorten. Alle Süßgräser bilden botanisch eine Familie.
95 Prozent der Gräser- und Getreidearten gehören zu nur drei
Unterfamilien. Botanisch sehr eng verwandt sind beispielsweise
Roggen, Weizen, die Rispen- und Knäuelgräser und das Wiesenlieschgras.
Aufgrund der Kreuzallergenität von Süßgräsern ist eine spezifische
Immuntherapie mit dem Allergen Phl p 5 aus dem Wiesenlieschgras
auch bei einer Allergie gegen andere Gräser und Roggen erfolgreich
sein. Untersuchungen belegen, dass eine Immuntherapie mit Phl
p 5 vollständig die IgE-Antikörper-Bindung gegenüber anderen
Gräserpollenallergenen hemmt und so das Immunsystem auch an
diese gewöhnt. 3,5
1. Ring J, et al.: Why are allergies increasing? Curr Opin Immunol
2001; 13:701-708
2. Asher MI, et al.: Worldwide time trends in the prevalence
of symptoms of asthma, allergic rhinoconjunctivitis, and eczema
in childhood: ISAAC Phases One and Three repeat multicountry
cross-sectional surveys. Lancet 2006;368(9357):733-743
3. Weber RW: Cross-reactivity of pollen allergens: recommendations
for immunotherapy vaccines. Curr Opin Allergy Clin Immunol.
2005;5(6):563-369
4. Laffer S, et al.: Complementary DNA cloning of the major
allergen Phl p 1 from timothy grass (Phleum pratense); recombinant
Phl p 1 inhibits IgE binding to group I allergens from eight
different grass species. J Allergy Clin Immunol. 1994;94(4):689-698
5. Kleine-Tebbe J, et al.: Kreuzallergenität bei Süßgräsern:
Konsequenzen für Diagnostik und Therapie. Abstract für 2. Gemeinsamen
Deutschen Allergie-Kongress Lübeck 2007
Die Häufigkeit
allergischer Erkrankungen hat sich in den letzten 20 Jahren
fast verdoppelt. "Seit etwa zehn Jahren wissen wir, dass
neben der Umweltbelastung auch der Klimawandel ein Grund für
die Zunahme von Pollenallergien ist", sagt Privat-Dozentin
Dr. Claudia Traidl-Hoffmann von der Deutschen Gesellschaft für
Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). "Höhere
Temperaturen führen nicht nur zu längeren und frühzeitigeren
Blühphasen, sondern fatalerweise auch zu neuen oder aggressiveren
Pollensorten wie die des Traubenkrauts." Heute leiden bereits
15 bis 25 Prozent der erwachsenen Bundesbürger an einem allergischen
Schnupfen. Eine Datenauswertung der International Study of Asthma
and Allergies in Childhood (ISAAC) von 2006 hat ergeben, dass
15 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen an Heuschnupfen
erkrankt sind. Allergologisch tätige Fachärzte raten dringend
zu einer spezifische Immuntherapie (SIT). Sie ist die einzige
ursächlich wirksame Therapie gegen den Heuschnupfen und hat
bei einer Gräserpollenallergie eine hohe Erfolgsrate.
Stopp dem Heuschnupfen durch Immuntherapie
Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich in den letzten
20 Jahren fast verdoppelt. "Seit etwa zehn Jahren wissen
wir, dass neben der Umweltbelastung auch der Klimawandel ein
Grund für die Zunahme von Pollenallergien ist", sagt Privat-Dozentin
Dr. Claudia Traidl-Hoffmann von der Deutschen Gesellschaft für
Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). "Höhere
Temperaturen führen nicht nur zu längeren und frühzeitigeren
Blühphasen, sondern fatalerweise auch zu neuen oder aggressiveren
Pollensorten wie die des Traubenkrauts." Heute leiden bereits
15 bis 25 Prozent der erwachsenen Bundesbürger an einem allergischen
Schnupfen. Eine Datenauswertung der International Study of Asthma
and Allergies in Childhood (ISAAC) von 2006 hat ergeben, dass
15 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen an Heuschnupfen
erkrankt sind. Allergologisch tätige Fachärzte raten dringend
zu einer spezifische Immuntherapie (SIT). Sie ist die einzige
ursächlich wirksame Therapie gegen den Heuschnupfen und hat
bei einer Gräserpollenallergie eine hohe Erfolgsrate.
Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich in den letzten
20 Jahren fast verdoppelt. Zurzeit leiden 15 bis 25 Prozent
der erwachsenen Bundesbürger an einem allergischen Schnupfen.
Bei etwa der Hälfte der Betroffenen sind Gräserpollen die Allergieauslöser.
Stän-diges Niesen, Augenjucken oder gar Atemnot gehören zu den
häufigsten Symptomen eines allergischen Schnupfens. Das Meiden
der Allergene ist die beste Möglichkeit, allergische Re-aktionen
zu minimieren, aber häufig nur schwer zu praktizieren. Deshalb
verordnen allergolo-gisch tätige Fachärzte Betroffenen beispielsweise
Antihistamin-Tabletten und Kortison-Nasensprays gegen die Symptome.
Einzige ursächlich wirksame Therapie gegen den Heu-schnupfen
ist jedoch die spezifische Immuntherapie. Sie kann gleichzeitig
einem so genann-ten "Etagenwechsel" zum allergischen
Asthma vorbeugen.
Gräserpollenalarm im Frühsommer
Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich in den letzten
20 Jahren fast verdoppelt. Zurzeit leiden 15 bis 25 Prozent
der erwachsenen Bundesbürger an einem allergischen Schnupfen.
Bei etwa der Hälfte der Betroffenen sind Gräserpollen die Allergieauslöser.
Ständiges Niesen, Augenjucken oder gar Atemnot gehören zu den
häufigsten Symptomen eines allergischen Schnupfens. Das Meiden
der Allergene ist die beste Möglichkeit, allergische Reaktionen
zu minimieren, aber häufig nur schwer zu praktizieren. Deshalb
verordnen allergologisch tätige Fachärzte Betroffenen beispielsweise
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