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im Info-Netzwerk Medizin 2000
2.1.2026
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Bluthochdruck-Behandlung:
Die
Arterielle Hypertonie, im täglichen Sprachgebrauch
auch Bluthochdruck genannt, ist ein Krankheitsbild, bei
dem der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch
erhöht ist. Nach Definition der WHO gilt ein systolischer
Blutdruck höher als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck
größer als 90 mmHg als Hypertonie. Die Krankheitshäufigkeit
liegt bei 10-50 % der Gesamtbevölkerung, wobei die
Häufigkeit mit dem Alter deutlich ansteigt.
Aufgrund
des Charakters als "Volkskrankheit" und der hohen
Kostenbelastung ist die Frage von größter Wichtigkeit, welches
Medikament zu Beginn einer
Hypertonie-Therapie eingesetzt werden sollte. Die Auswahl
an unterschiedlichen
Arzneimitteln ist groß. Viele Wirkstoff haben ein Nebenwirkungspotential,
das Ärzten und Patienten Sorgen bereitet. Um die Frage nach
dem sog. first-line-Medikament aufgrund wissenschaftlicher
Fakten beantworten zu können, hat jetzt eine Arbeitsgruppe
an der Universitär von British Columbia die vorhandene wissenschaftliche
Literatur analysiert und kam zu dem Ergebnis, dass niedrig
dosierte Thiazide (das sind harntreibende Medikamente aus
der Wirkstoffgruppe der Diuretika die meisten Vor- und die
geringsten Nachteile bieten. Damit überflügeln sie unter
anderem Medikamente aus den Wirkstoffgruppen Betablocker,
ACE-Hemmer, Kalzium-Antagonisten und auch Alpha-Blocker.
Die
verordneten Thiazide senkten die allgemeine Sterblichkeit
um 10%, die Zahl der Schlaganfälle um nahezu 40% und
in niedriger Dosierung verminderten die Medikamente außerdem
die Häufigkeit der als Herzinfarkt-Risikofaktor angesehenen
Koronaren Herzkrankheit (KHK) um rund 30%.
Dieses
Ergebnis der Untersuchung hat auch für Deutschland eine
große praktische Bedeutung, da Diuretika über zwei Jahrzehnte
lang - wie man heute weiß zu Unrecht - als besonders nebenwirkungsreich
angesehen wurden. Es kommt hinzu, dass die harntreibenden
Thiazide zur Gruppe der besonders preisgünstigen Medikamenten
gehören.
Interessant ist, dass die gefundenen Vorteile in erster
Linie für niedrig dosierte Thiazide gelten und nicht automatisch
auch für die Hochdosis-Therapie oder andere Diuretika.
Diese Erkenntnis widerlegt abermals das bei Ärzten
und Patienten gleichermaßen verbreitete Vorurteil, dass
viel immer auch viel hilft...
Dr.
med. Jochen Kubitschek
Die
kostenlose online Enzyklopädie WIKIPEDIA zum Thema Bluthochdruck-Behandlung
hier
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Wright
JM, Musini VM.
First-line drugs for hypertension.
Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jul 8;(3):CD001841.
(Review)
PMID: 19588327
http://plus.mcmaster.ca/EvidenceUpdates/NewArticles.aspx?Page=1&ArticleID=28967#Data
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