Gesundheitsmarketing;
Managementkonzept der Zukunft
Fred
Harms*
Health
Care
Competence
Center
Zürich
Gesundheitsmarketing
als Core-Kompetenz; Steuerung von Marktbeziehungen
Innerhalb
des Gesundheitsbereichs, der sich zunehmend marktwirtschaftlich
und kundenorientiert entwickelt, wird das Marketing ein
zunehmend wichtigeres Managementkonzept zur Gestaltung und
Steuerung der Marktbeziehungen. Während man sich in den
USA bereits seit den 70er Jahren mit Health Care Marketing
beschäftigt (Kotler 1975/1978/1999), wurde dieses Thema
erst in den letzten Jahren auch in Deutschland zu einem
wichtigen Betätigungsfeld. Dabei ist Gesundheitsmarketing
ein Managementkonzept zur Planung, Koordination und Kontrolle
aller marktbezogener Aktivitäten. Es wendet die erprobten
Marketingmethoden und -techniken der Steuerung von Marktbeziehungen
in Form einer ganzheitlichen Betrachtung auf das Gesundheitswesen
an (Kreyher 2001) (Abb. 1).
In
der Medizin steht der Patient als Mitproduzent der medizinischen
Leistungen im Mittelpunkt der Austauschbeziehungen. Aufgabe
des Marketing ist es daher, die Qualität der Leistungen
auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Ansprüche der Kunden
und Patienten auszurichten. Somit müssen die Unternehmen
der Gesundheitsindustrie die besonderen Interessen, Erwartungen
und Einstellungen der Beteiligten am Gesundheitsmarkt berücksichtigen
bzw. die Kontakte zu den Marktpartnern aktiv und bewusst
gestalten.
Spannungsfeld
von Solidarität und Wettbewerb
Alle
Aufgaben und Bereiche, die sich auf das Gut Gesundheit beziehen,
finden in der Öffentlichkeit eine hohe Beachtung. Zwar ist
Gesundheit ein persönliches Gut, allerdings liegt es nicht
nur in individueller, sondern auch in kollektiver Verantwortung.
Das gesundheitliche Versorgungssystem wird von gesellschaftlichen
und ethischen Grundsätzen, den Prinzipien der Humanität,
Solidarität und Daseinsvorsorge bestimmt. Aus der Sozialbindung
des Gesundheitswesens leiten sich gesellschaftspolitische
Erwartungen und soziale Ansprüche ab. Ein Grundzug der Gesundheitswirtschaft
ist es, dass alle im Gesundheitsmarkt tätigen Akteure in
einem Spannungsfeld zwischen Solidarität und Wettbewerb
stehen, der zunehmend durch politische Ziele beeinflusst
wird (Harms 2003) (Abb. 2).
Das
Solidarprinzip schließt eine einseitige Marktorientierung
aus (Paetow 2001). Alle gesetzlich versicherten Bürger haben
Anspruch und Zugang zu bedarfsgerechten, beitragsunabhängigen
Komponenten. Die Versorgung mit gesundheitsbezogenen Leistungen
(Bedarfsdeckung) ist oberstes Ziel der Leistungserbringer.
Um die Effektivität und Effizienz der Versorgung zu erhöhen
und Rationalisierungsreserven durch bessere Koordination
zu erschließen, werden marktwirtschaftliche Steuerungsformen
eingeführt (u.a. Einführung des Kassenwettbewerbs durch
Wahlfreiheit). Kliniken und Arztpraxen sollen sich an marktwirtschaftlichen
Prinzipien orientieren bzw. die Qualität und Wirtschaftlichkeit
ihrer Leistungen verbessern. Dabei dürfen wirtschaftliche
Ziele und Interessen nicht zu Lasten des besonderen Gutes
Gesundheit gehen.
Die
am Gesundheitsmarkt beteiligten Leistungsanbieter müssen
Strategien entwickeln um gesellschaftliche bzw. unternehmerische
Interessen in Einklang zu bringen (Balance zwischen sozialen
und wirtschaftlichen Zielsetzungen; Schmid 1999; Kreyher
2001). Aufgabe ist es, den Prozess des gesellschaftlichen
Wandels aktiv zu begleiten und einen Ausgleich zwischen
Werte-Orientierung (Orientierung an gesellschaftlichen Werthaltungen)
und Wert-Orientierung (Orientierung am ökonomischen Gewinn)
zu finden. Dafür muss das unternehmerische Selbstverständnis
der Leistungserbringer neu bestimmt werden (Oehme und Oehme
2001; Kalmus 2001).
Gerade
in Anbetracht der zunehmenden Wirtschaftlichkeitsorientierung
der medizinischen Versorgung (Primat der Effizienz) wird
die Aufgabe, Ökonomie und Humanität miteinander zu verbinden,
zu einer besonderen Herausforderung der Gesundheitswirtschaft.
Unternehmen der Gesundheitsindustrie müssen das besondere
Spannungsfeld zwischen Solidarität und Wettbewerb bei ihren
Marketingplanungen berücksichtigen, wenn sie auf dem deutschen
Markt tätig sind.
Aufgabe
ist es einerseits, sich aktiv am Meinungsbildungsprozess
zu beteiligen, um bereits im Vorfeld Einfluss auf marktpolitisch
entscheidende Entwicklungen zu nehmen. Aufgabe ist es andererseits,
in enger Kooperation mit den Marktpartnern innovative Lösungen
zur Optimierung der Versorgung zu entwickeln.
Innovationsmanagement
als Herausforderung
Kundenorientierung
als Erfolgsfaktor
Gesundheit
ist weltweit - und besonders in den westlichen Industriegesellschaften
- ein wachsender Wirtschaftsmarkt. Die Wettbewerbsfähigkeit
von Unternehmen der Gesundheitsindustrie wird in erster
Linie durch marktgerechte Innovationen gesichert. Innovative
Produkte und Verfahren, besonders aus dem Bereich der gen-
und der medizintechnologischen Forschung, schaffen Wettbewerbsvorteile
und Nachfrage auf dem Gesundheitsmarkt. Produktinnovation
und professionelles Innovationsmarketing tragen wesentlich
zur Wertschöpfung und damit zur Existenzsicherung der Unternehmen
bei.
Das
künftige Wirtschaftswachstum und das Entstehen neuer Arbeitsplätze
können letztlich nur durch neue geschäftliche Aktivitäten
und vermarktungsfähige Innovationen gesichert werden, die
nachweislich zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation
der Patienten beitragen und gleichzeitig Akzeptanz in Gesellschaft
und Politik finden.
Innovation
ist antizipierter Wettbewerb. Kundenorientierung und -interaktion
werden zu wichtigen Erfolgsfaktoren, die sich durch den
gesamten Innovationsprozess - von der Forschung über die
klinischen Phasen bis zur Markteinführung - ziehen. Zu Beginn
des 21. Jahrhunderts wird der Markterfolg medizinischer
Produkte nicht nur durch die Wirksamkeit, sondern zunehmend
durch externe Faktoren bestimmt (Harms et al. 2003).
Um
den Innovationsprozess erfolgreich zu gestalten, genügt
es nicht, neue Produktideen zu erarbeiten, die einen medizinischen,
pharmakologischen oder technischen Fortschritt begründen
könnten. Innovationen sind Prozesse. In den verschiedenen
Entwicklungsphasen müssen unterschiedliche Kommunikations-
und Kooperationsstrategien angewendet werden.
Die
Integration der Zielkunden wird zur entscheidenden Kompetenz
für Innovationskonzepte. Übergreifende Interaktionen zwischen
Wirtschaft und Wissenschaft, Industrie und Medizin, Produzenten
und Kunden, der Aufbau von Netzwerken, Kooperation und Kommunikation,
Lobbying und Kundenorientierung werden zu Erfolgsfaktoren
der Marktpositionierung (Harms et al. 2003) (Abb. 3).
7.2.2
Anpassung von Produkt und Markt
Ziel
des Innovationsmarketing ist es, innovative Produkte adäquat
auf dem Markt zu positionieren. Aufgabe ist es, die Stärken
des entwickelten oder noch zu findenden Produktes mit den
Bedürfnisstrukturen des zukünftigen Marktes in Übereinstimmung
zu bringen.
Dabei
kommen folgende Strategien zum Tragen (Haedrich und Tomczak
1996):
§
Anpassung
des Produktes an den Markt, also an die Vorstellungen, Erwartungen
und Bedürfnisse der Kunden. Ziel ist es, die Eigenschaften
des Produktes so an den Markt anzupassen, dass das Produkt
der geforderten Idealmarke entspricht.
§
Anpassung
des Marktes an das Produkt, also der Vorstellungen der Kunden
an die realen Produkteigenschaften. Ziel ist es, die Nutzenerwartungen
der Kunden so zu verändern, dass das angebotene Produkt
ihren Vorstellungen entgegen kommt.
Um
eine optimale Anpassung zwischen Produkt und Markt zu erreichen,
sollten beide Strategien miteinander verbunden werden.
Dies
ist eine Aufgabe der Produkt- und Kommunikationspolitik:
§
Durch
produktpolitische Maßnahmen, also Entwicklungen der Produkteigenschaften,
der Gestaltung und des Services, sollte das Produkt an aktuelle
und künftige Marktentwicklungen, wie besondere Kunden- und
Anwenderbedürfnisse oder demographische und gesellschaftliche
Trends adaptiert werden.
§
Durch
kommunikationspolitische Maßnahmen, also Aktivitäten zum
Aufbau oder zur Veränderung bestimmter Einstellungen, Bedürfnisse
und Verhaltensweisen, sollte der Markt an das Produkt angepasst
sein.
§
Um
Nachfrage und Präferenz zu schaffen, werden positive Einstellungen
zum Produkt durch Maßnahmen der Image- und Markenpolitik
aufgebaut.
§
Um
Akzeptanz in Gesellschaft und Politik für neue Entwicklungen
zu finden, müssen Verfahren der Kommunikationspolitik, wie
die Darstellung von Beziehungen, Kooperationen und Netzwerken,
Public Relation und Lobbying eingesetzt werden.
§
Innovationsbewusste
Unternehmen der Gesundheitsindustrie zeichnen sich dadurch
aus, dass sie latent vorhandene, noch nicht umgesetzte Bedürfnisse
potentieller Kundengruppen und Desiderate des medizinischen
Fortschritts identifizieren und hierfür aktiv nach innovativen
Problemlösungen suchen.
§
Die
Darlegung von Synergien bestehend aus Produkteigenschaften
und Kundeneinstellungen sind besonders wichtig, wenn es
um die Bewertung der Qualität durch den Patienten zur Steigerung
der Compliance geht (Nutzer- und Nutzungspräferenz).
7.3
Chancen des Gesundheitsmarktes
Folgende
Trends, also zukunftsbestimmende gesellschaftliche Orientierungen,
bestimmen die aktuelle Entwicklung des Gesundheitsmarktes
und bieten für die Gesundheitsindustrie entsprechende Chancen
(Kreyher 2001):
§
Gesundheitsorientierung
§
Patientenorientierung
§
Informationsorientierung
§
Lebensqualität
§
Versorgungsqualität
§
Zukunftsqualität
Das
Bedürfnis, der Gesundheit einen hohen individuellen und
gesellschaftlichen Stellenwert einzuräumen, ist in allen
modernen Gesellschaften aktuell.
Dabei
wird einerseits an das ganzheitliche Gesundheitsverständnis
der WHO, andererseits an das Ideal der selbstbestimmten
Gesundheit angeknüpft.
Dieses
Ideal wird vom Anspruch bestimmt, Gesundheit durch bewusste
Lebensweise und selbstbestimmtes Verhalten lenken zu können.
Dabei
kommen freizeit-, erlebnis- und konsumorientierte Vorstellungen
zum Tragen. Fitness, Wellness, Entspannung, Körperbewusstsein
und natürliche Lebensweise sind Ausdruck eines neuen Lebensstils
(Abb. 7.4 - 7.7).
Denn:
„Auch chronisch Kranke können ihr Leben eigenverantwortlich
gestalten“.
Gesundheit
kann durch folgende Methoden gefördert werden:
·
Enabling
(Förderung von Kompetenz und Eigenverantwortung)
·
Network
Forming (Aufbau und Koordination von Netzwerken)
·
Advocating
(Vertretung gesundheitsbezogener Interessen in der Öffentlichkeit)
Um
erfolgreich zu sein, müssen gesundheitsorientierte Aktionen
und Kampagnen zielorientiert und zielgruppengerecht gestaltet,
also strategisch geplant werden. Aus der Orientierung auf
mehr und eigenverantwortete Gesundheit ergeben sich Möglichkeiten
für die Gesundheitsindustrie zur Entwicklung patienten-
und kundenbezogener Produkt- und Kommunikationsprogramme.
Gesundheitsförderung und Prävention bieten Chancen für Gesundheitsunternehmen,
die sich unter dem Vorzeichen einer stärkeren Patientenorientierung
mit gesundheitsorientierten Themen und Programmen bei ihren
Zielgruppen positionieren wollen (z.B. Aktionen zur gesunden
Ernährung, zum Nichtraucherschutz bei Atemwegserkrankungen,
zur angemessenen sportlichen Betätigung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
etc.). Dabei bieten sich Kooperationen mit medizinischen
Einrichtungen, Ärztenetzen, Patientengruppen und Gesundheitsorganisationen
an (Kreyher 1997, Allensbach 2002, Emnid 2003, Kreyher/Harms
2002) (Abb. 7.8).
Öffentlichkeitsorientierte
Aktionen im Präventionsbereich können dazu beitragen, die
Unterstützung von Multiplikatoren, Interessenvertretern
und Entscheidungsträgern bei aktuellen Problemstellungen
der gesundheitlichen Versorgung zu gewinnen. Pharmaunternehmen
können sich aktiv an der Meinungsbildung und möglichen Veränderungen
gesundheitsbezogener und gesundheitspolitischer Einstellungen
beteiligen, indem sie entweder selbst wichtige Themen in
die öffentliche Diskussion einbringen oder sich gezielt
in aktuelle Themenfelder einmischen (Issue Management) (Bohle
und Foltin 1995, Harms und Grosse Wichtrup 2000 a,b).
7.3.1
Patientenorientierung: Neue Rolle des Patienten
In
der modernen Vorstellung ist der Patient aktiver Mitproduzent
der Gesundheit. Der Paradigmenwechsel vom akzeptierenden
zum mitbestimmenden Patienten führt zu einer Neubestimmung
der Beziehungen und Verhaltensweisen im Gesundheitswesen
(Goutier 2001). Dies betrifft vor allem die Arzt-Patienten-Beziehung.
Aber nicht nur Ärzte und Apotheker sind mit dem Ansprüche
stellenden Patiententyp konfrontiert.
Auch
die pharmazeutische Industrie muss ihre Rolle neu bestimmen
(Hohensohn 1998). In einer eher partnerschaftlichen Beziehung
kommt den Unternehmen die Aufgabe zu, die Patienten aus
der Hilfsbedürftigkeit herauszuführen und ihre Fähigkeiten
zu Eigenverantwortung und Partizipation zu aktivieren (Abb.
7.9).
Patientenorientierung
betrifft nicht nur die Arzt-Patienten-Beziehung, sondern
auch die Organisation der Dienstleistungen in Klinik und
Praxis. Patientenorientierung als Aufgabe des patienten-
und kundenorientierten Qualitätsmanagements ist Ziel aktueller
Marketingstrategien (Schmutte 2001).
Nicht
nur die objektiv messbaren Kenngrößen, sondern auch die
subjektiven Wahrnehmungen entwickeln sich zum kritischen
Erfolgsfaktor des strategischen Konzeptes. Patientenorientierung
bezieht sich vor allem auf die Rolle des Patienten als Nachfrager
und Konsument medizinischer Leistungen (Dierks et al. 2000;
von Reibnitz 2001). Da der Arzt durch seine medizinische
Kompetenz und seinem Informationsvorsprung die Nachfrage
nach medizinischen Leistungen und Produkten maßgeblich steuert,
besitzen Patienten von vornherein eine eingeschränkte Marktsouveränität.
Politik
und Krankenkassen erhoffen sich von dem kritischen, mitbestimmenden
Patienten eine Einflussnahme auf das bisher von den Leistungserbringern
gesteuerte System. Die Gesundheitsindustrie kann durch gezielte
Informationsangebote - etwa im Internet - dazu beitragen,
die Patienten zum eigenverantwortlichen Umgang mit medizinischen
Leistungen sowie zur Vertretung ihrer besonderen Interessen
zu befähigen (Kreyher 1997, Allensbach 2002,
Kreyher/Harms 2002, Emnid 2003).
7.3.2
Informationsorientierung und e-Health
Im
Zusammenhang mit dem neuen Bild des informierten Patienten
und der wachsenden Bedeutung der Neuen Medien wird von einer
neuen Informationskultur im Gesundheitswesen gesprochen.
Patienten können nur dann Eigenverantwortung übernehmen
und Entscheidungen über Verfahren und Eingriffe treffen,
wenn sie die Ausführungen des Arztes verstehen und die Risiken
einer Intervention begreifen. Um die Verständlichkeit der
Informationen zu ermöglichen, ist die Zielgruppengerechtigkeit
der Ansprache, die laiengerechte Wortwahl und der klare
Aufbau der Ausführungen - besonders bei komplexen Sachverhalten
- von entscheidender Bedeutung.
Der
Informationswert der Ausführungen muss sich am Nutzen für
den Patienten orientieren. Es gilt, die Informationsinhalte
zu beleuchten, die sich nicht nur auf die medizinische und
pharmakologische Wirksamkeit, sondern auch auf den subjektiven
Nutzen des medizinischen Verfahrens für den Patienten beziehen
(Auswirkungen auf die Lebensqualität, Beschwerdefreiheit,
Verbesserungen oder Beeinträchtigungen der Funktionstüchtigkeit,
berufliche und soziale Folgen).
Besondere
Ansprüche gelten für Gesundheitsinformationen im Internet.
Diese müssen sich in der Art der Präsentation vor allem
an den Informationsbedürfnissen der Nutzer, nicht der Anbieter,
orientieren (Nachfrageorientierung). Gefordert ist vor allem
die Nutzerfreundlichkeit (Usability) des Auftritts. Dies
betrifft sowohl den Inhalt des Informationsangebotes als
auch die Gestaltung. Der Nutzer muss die Möglichkeit haben,
sich jederzeit durch eine klare Navigationsstruktur orientieren
zu können. Vor allem pharmazeutische Unternehmen sollten
die Chance zur Individualisierung der Informationen wahrnehmen.
Online-Informationen könnten durch gezielte Abfrage und
Evaluation von Nutzerdaten auf die speziellen Bedürfnisse
der Nachfrager zugeschnitten werden.
Die
Online-Präsentation muss neben der zeitlichen und örtlichen
Verfügbarkeit einen Mehrwert gegenüber konventionellen Print-Medien
bieten. Durch interaktive Angebote, wie abrufbare Serviceleistungen
und Diskussionsforen, wird eine Bindung des Nutzers an den
Internet-Auftritt erreicht. Die verschiedenen Nutzergruppen
können durch redaktionell auf sie zugeschnittene e-Newsletter
mit aktuellen Themen versorgt werden (Harms/Drüner 2003).
Nach
der bisherigen Phase der Mystifizierung der Neuen Medien
wird deutlich, dass das Internet ein ernstzunehmendes, aber
nicht zu überschätzendes Instrument ist. Der Internet-Auftritt
kann ohne den gleichzeitigen Aufbau von Beziehungen zu Experten
bzw. Multiplikatoren und ohne das aktive Bekannt machen
des Web-Angebotes in der Presse (Site-Promotion) keine adäquate
Wirkung entfalten. Für alle gesundheitsbezogenen Medien
- also auch für Online-Präsentationen - gilt die Anforderung,
dass sie sowohl zielgruppengerecht als auch originell (Uniqueness)
gestaltet sein müssen, damit sie sich aus der Informationsflut
konkurrierender Angebote abheben.
Das
Internet bietet Gesundheitsunternehmen die Chance, neue
Serviceleistungen für Patienten und Health Professionals
zu entwickeln. Diese können indikationsbezogene e-Health-Foren
- etwa in Kooperation mit medizinischen Einrichtungen, Kliniken,
Gesundheitsorganisationen oder Selbsthilfegruppen - aufbauen.
In diesen Foren können Laien (und im geschützten Bereich
die Fachkreise) alle nötigen krankheitsbezogenen Informationen
und Leistungen abrufen und durch systematisch angelegte
Verlinkungen wichtige Einrichtungen und Angebote finden
(Kreyher 2001, Harms/Drüner 2003). Die neuen Möglichkeiten
der Telekommunikation und Telemedizin können eine wichtige
Rolle bei der Wissens- und Informationsvermittlung, der
Bereitstellung behandlungsrelevanter Informationen und der
Vernetzung und Optimierung der medizinischen Versorgung
übernehmen (Lüthy 2001).
7.3.3
Lebensqualität und Patientenorientierung
Mit
dem Begriff der Lebensqualität als Ausdruck des subjektiven
Wohlbefindens verbinden sich Wertvorstellungen, wie Zufriedenheit,
Selbstverwirklichung, Selbständigkeit und Unabhängigkeit.
Lebensqualität bezeichnet den Zustand des körperlichen,
seelischen und sozialen Befindens aus Sicht des Patienten
(Volmer 1995). Dabei ist der Nutzen medizinischer Verfahren
in Form einer Verlängerung des Lebens oder einer Verbesserung
der Lebensqualität ein wichtiges Kriterium für die Bewertung.
Die Betonung der Lebensqualität und der Patientenzufriedenheit
ist Ausdruck der zunehmenden Patientenorientierung in Praxis
und Klinik.
Die
Bewertung der medizinischen Leistungen wird von der subjektiven
Wahrnehmung durch den Patienten bzw. der patienten- und
kundenorientierten Qualität bestimmt (Bundesärztekammer
1998, Schmutte 2001). Die Qualitätsbeurteilung des Patienten
resultiert bei diesen Leistungen aus den subjektiven Erwartungen
und den wahrgenommenen Erfahrungen.
Sie
ergibt sich einerseits aus den Forderungen an die Leistungsbereitschaft
und -fähigkeit (Potentialqualität), die u.a. durch Informationsmedien,
die erlebte Atmosphäre in Praxis oder Klinik und die Qualifikation
der Ärzte ausgelöst werden. Andererseits entwickelt sie
sich aus den Wahrnehmungen während des Leistungsprozesses
(Prozessqualität), also der empfundenen Betreuung, den erlebten
Interaktionen mit dem Personal und der Art und Weise der
Einbeziehung des Patienten in Entscheidungen und Handlungen.
Sie leitet sich außerdem aus der subjektiven Zufriedenheit
mit den Ergebnissen der Leistung (Ergebnisqualität), also
der Wiederherstellung oder Steigerung des Gesundheitszustandes
ab.
Medizinische
Leistungen können nur in Form von Leistungsversprechen angeboten
werden, da sie immateriell sind und erst bei der Inanspruchnahme
unter Einbeziehung des Patienten produziert werden (Meffert
und Bruhn 1995). Daher wird sich der Patient bei der Beurteilung
der Qualität der Leistungserbringung vor allem an der Kommunikationsbotschaft,
die eine Vertrauensbasis zwischen ihm und dem Leistungsanbieter
(Beziehungsebene) herstellen muss, orientieren. Er kann
nur von den ausgelösten Erwartungen (Leistungspotential)
auf die zu erbringende Leistung schließen. Gerade bei vertrauensintensiven
Gütern sind Einstellungen meist wichtiger für die Wahl des
Leistungsanbieters als einzelne Fakten.
Die
Kommunikations- und Imagepolitik, deren Ziel es ist Vertrauen
in die Kompetenz des Anbieters zu entwickeln, spielt daher
eine wichtige Rolle für den Aufbau der Qualitätserwartung
und -wahrnehmung des Patienten. Die subjektive, patientenbezogene
Qualität resultiert aus dem besonderen Verhältnis von Leistungsversprechen,
Leistungserwartung und Leistungswahrnehmung.
So
hat die Differenz zwischen kommunizierter, erwarteter und
tatsächlich erlebter Leistung entsprechende Folgen für die
Qualitätsbeurteilung. Da sich die Qualität der Nutzenstiftung
erst während oder nach der Leistungserbringung offenbart
und sie einer hohen Schwankungsbreite im Verhältnis zum
Leistungsversprechen unterliegt, ist die Sicherung einer
gleich bleibenden Leistungsqualität eine wichtige Aufgabe
(Kreyher 2001, Harms/Drüner 2003).
Bei
medizinischen Leistungen und Produkten ist es der über den
Grundnutzen hinausgehende Zusatznutzen (Added Value), der
Entscheidungen und Bewertungen der subjektiven, d.h. kundenorientierten
Qualität maßgeblich beeinflusst. Er kann bei medizinischen
Interventionen in dem besonderen Service der Praxis oder
Klinik liegen. Bei pharmazeutischen und medizintechnischen
Produkten bezieht sich dieser Zusatznutzen auf die von der
Industrie angebotenen produktbegleitenden Dienstleistungen
(Value Added Services), wie z.B. ein Beratungsprogramm für
den behandelnden Arzt oder ein besonders zielgruppengerechtes
Informationsangebot für den Patienten.
Der
Zusatznutzen kann aber auch aus emotionalen Komponenten
bestehen, die die Einstellung zum Produkt beeinflussen können.
So kann z.B. ein phytogenes Produkt, dessen Verpackung und
dessen Medien visuell ansprechend gestaltet sind, mit einem
gesunden und natürlichen Lebensstil assoziiert werden. Ein
Unternehmen, dem in der Öffentlichkeit eine spezielle medizinische
Kompetenz und eine hohe soziale Verantwortung zugeschrieben
wird, vermittelt auch bezogen auf seine Produkte eine besondere
Sicherheit und Qualität (Kreyher 2001, Harms/Drüner 2003).
Künftig
wird die Markenpolitik (Branding) in dem sich verändernden
Gesundheitswesen eine besondere Rolle erlangen. Marken signalisieren
Einstellungen und Werte. Sie vermitteln dem Kunden Orientierung
und Sicherheit bei Auswahl- und Bewertungsentscheidungen,
die sich auf die subjektive Qualität beziehen. Das gilt
für Produktmarken, für Dienstleistungsmarken sowie für Corporate
Brands. Marken werden durch Kommunikationsmaßnahmen in der
Öffentlichkeit aufgebaut, indem das mit der Marke verbundene
Vorstellungsbild, das sich vor allem an den Wünschen und
Erwartungen der Kunden orientiert, als deutliche Botschaft
vermittelt wird (Kreyher 2001, Harms/Drüner 2003).
Marken
sind nicht mit Etiketten gleichzusetzen. Durch Kennzeichnung
(Eintragung, Logo, Name), Einheitlichkeit des Auftritts
und die Vorstellung einer gleich bleibenden Qualität (Qualitätsgarantie)
positionieren Marken das Unternehmen, die Dienstleistung
oder das Produkt - und die damit verbundene Problemlösungskompetenz
- in den Köpfen der Verbraucher (...the consumer‘s idea
of a product).
Marken
sind Träger von Bedeutungen. Sie schaffen Kundenbindung,
Nachfrage und Präferenz. Marken bieten Orientierung und
Möglichkeiten zur Identifikation (Weiss 1997, Biel 1999,
Bruhn 2001). Gerade im Gesundheitswesen, wo Kompetenz und
Vertrauen eine besondere Rolle spielen, sind Einstellungen
und emotionale Bindungen für die Auswahl der Angebote wichtig
(patienten- und kundenorientierte Qualität).
7.3.4
Versorgungsqualität und Integrierte Versorgung
In
Anbetracht der wirtschaftlichen Situation (steigende Gesundheitsausgaben
und sinkende Einnahmen) wird es immer wichtiger, eine möglichst
hohe Versorgungsqualität bei möglichst niedrigen Kosten
zu erreichen. Aufgabe ist es, die Effektivität und die Effizienz
der Versorgung zu steigern. Dabei bedeutet die Verbesserung
der Effektivität die Optimierung der medizinischen Wirksamkeit
im Sinne einer höheren Zielerreichung (Verhältnis zwischen
Ziel und Ergebnis: Soll-Ist-Relation).
Optimierung
der Effizienz meint die Steigerung der Wirtschaftlichkeit
im Sinne eines verbesserten Ressourcenmanagements (Verhältnis
zwischen eingesetzten Mitteln und erstrebtem Zweck: Kosten-Nutzen-Relation).
Im Vordergrund des Qualitätsmanagements steht ein ergebnis-
und prozessorientiertes Qualitätsverständnis. Um die Ergebnisse
medizinisch und ökonomisch steuern zu können, müssen die
Leistungsprozesse analysiert und nach optimalen Ablaufbedingungen
geregelt werden.
Aufgabe
des Qualitätsmanagements ist die Sicherung einer definierten,
gleich bleibenden Versorgungsqualität. Qualität wird als
Grad der Erfüllung vorher festgelegter Ziele verstanden.
Sie ist nicht absolut definiert, sondern in Abhängigkeit
von einer formulierten Zielvorgabe zu sehen. Das Ausmaß
der erreichten Qualität lässt sich anhand der Erfüllung
vorher festgelegter Kriterien (Normen, Standards) beurteilen.
Qualität ist vom Markt bestimmt und orientiert sich an den
Kundenanforderungen (Schmutte 2001).
Eine
übergreifende Steuerung und Koordination der Versorgungsprozesse
trägt zur Überwindung der Integrationsprobleme zwischen
den Versorgungsbereichen bei und erschließt dadurch Rationalisierungspotentiale.
Ziel ist der Aufbau vertikal integrierter Versorgungsstrukturen,
die im Versorgungsfall einen nahtlosen Übergang von einem
Versorgungssektor in den anderen ermöglichen. Dabei können
Case-Management-Konzepte, deren Aufgabe die fallbezogene
Steuerung der Versorgung ist, neue Impulse setzen.
Beim
Case-Management liegt der Fokus auf der Steuerung der Versorgung
des individuellen Patienten, der sektorenübergreifenden
Koordination der Angebote verschiedener Leistungserbringer
und der Kontrolle des fallbezogenen Versorgungsprozesses.
Aufgabe der Zukunft ist das Netzmanagement für die Integrierte
Versorgung. Einerseits geht es um den Aufbau von Praxisnetzen
niedergelassener Ärzte (horizontale Vernetzung von Akteuren
der gleichen Versorgungsstufe). Diese können die Qualität
und Effizienz der Versorgung durch aufeinander abgestimmte
Angebote verbessern und zur Vermeidung von Doppeluntersuchungen
und Krankenhauseinweisungen beitragen (Meyer-Lutterloh 2001).
Andererseits
steht die Entwicklung sektorenübergreifender, integrierter
Versorgungsketten im Vordergrund (vertikale Vernetzung von
Akteuren unterschiedlicher Versorgungsstufen). Aufgabe ist
hier die Verzahnung der Schnittstellen vom Krankenhaus zum
hausärztlichen und fachärztlichen Sektor sowie zur Rehabilitation
und Pflege. Für das Netzmanagement und Netzmarketing müssen
gemeinsame Konzepte und Medien entwickelt werden (Lingenfelder
und Kronhardt 2001).
Innovativ
denkende Unternehmen der Gesundheitsindustrie werden den
Aufbau integrierter Versorgungsstrukturen künftig im Rahmen
von Kooperationspartnerschaften unterstützen. Der Kooperationsaufbau
und die Beziehungspflege mit Versorgungsnetzen wird eine
wichtige Aufgabe des Gesundheitsmarketing. Im Zusammenhang
mit der Integrierten Versorgung werden Vorstellungen des
Managed Care diskutiert. Darunter werden Organisationsformen
und Managementinstrumente zur Steuerung der Gesundheitsversorgung
verstanden, wobei die Führung des Steuerungsprozesses bei
den Krankenkassen und Versicherungen liegt. Dabei wird Managed
Care von der Vorstellung einer Qualitätspartnerschaft (Knieps
1996) zwischen Leistungsfinanzierern, Leistungserbringern
und Leistungsempfängern bestimmt.
Das
Grundmodell soll hier in vereinfachter Weise skizziert werden:
1)
Leistungsfinanzierer
(Krankenkasse/Versicherung) und Leistungserbringer (Versorgungsnetz/Ärzte/Kliniken)
gehen miteinander eine Qualitätspartnerschaft ein, die in
der Vereinbarung einer qualitätsgerechten Versorgung zu
bestimmten Qualitätsbedingungen und Kostensätzen besteht.
2)
Leistungsfinanzierer
und Leistungsempfänger (Versicherte/Patienten) stehen gleichfalls
miteinander in einer Qualitätspartnerschaft, die in der
Vereinbarung einer qualitätsgerechten Versorgung zu einem
bestimmten Beitragssatz besteht.
3)
Die
Qualitätspartnerschaft zwischen Leistungserbringer und Leistungsempfänger
liegt in der qualitätsgerechten Erbringung der Versorgungsleistungen
nach bestimmten Qualitätsstandards.
Für
die Organisation des Grundmodells sollten allerdings bestimmte
Bedingungen erfüllt sein:
·
Ärzte
und Kliniken müssen mit anderen Leistungserbringern kooperieren
können, um als Vertragspartner der Krankenkassen oder Versicherungen
eine integrierte Versorgungsstruktur für eine Region oder
eine Indikation anbieten zu können.
·
Die
Kassen müssen entscheiden dürfen, mit welchen Leistungserbringern
sie qualitätsgerechte Angebote für die Versicherten erarbeiten
und anbieten wollen (selektives Kontrahieren).
·
Die
Versicherten müssen die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen
Krankenkassen und Versicherungen wählen zu können. Die Wahlfreiheit
der Patienten muss auf die Leistungserbringer, mit denen
die Versicherung kooperiert, beschränkt werden.
·
Das
Solidarprinzip muss für die Versorgung gewahrt sein, indem
eine Aufnahmepflicht der Krankenkassen und ein einheitlicher
Beitragssatz für alle Versicherungspflichtigen bestehen
(Oberender und Hacker 1999).
Unternehmen
der Gesundheitsindustrie, die die Zeichen der Zeit erkannt
haben, sollten versuchen, sich in diese Qualitätspartnerschaft
zwischen Krankenkassen, medizinischen Versorgungsnetzen
und Patienten konstruktiv einzubringen.
A.
Kooperationsaufbau der Gesundheitsindustrie mit medizinischen
Netzen
·
Für
Unternehmen, die die von ihnen entwickelten Produkte als
Gesundheitsleistungen begreifen, bietet sich die Chance,
für das Versorgungs- und Netzmanagement der Ärzte bzw. Kliniken
indikationsbezogene Serviceprogramme und Therapiesysteme
zu entwickeln, die die Integration der Versorgungsprozesse
unterstützen (Wahler und Hildebrandt 1999).
·
Die
Übernahme der Rolle des Kooperationspartners von Kliniken,
Ärzten und medizinischen Netzen durch das Gesundheitsunternehmen
setzt ein umfassendes dienstleistungsorientiertes Marketingverständnis
voraus, das über die traditionelle Form des produktbegleitenden
Praxis- und Klinikservices hinausgeht. Für Pharmafirmen,
die sich selbst als Problemlöser begreifen, wird das Relationship-Marketing
zunehmend wichtiger.
·
Aufgabe
ist es, aus Kunden Partner zu machen. Dabei spielen regionale
und indikationsbezogene Netze, Ärzte und Kliniken, die neue
Versorgungsangebote entwickeln eine wichtige Rolle.
·
Künftig
werden die einzelnen Versorgungsbereiche weniger segmentiert
betrachtet. Für die Gesundheitsindustrie bieten sich Chancen
zur Entwicklung integrierter Gesundheitslösungen, die für
bestimmte Indikationen von der Prävention und Vorsorge über
Diagnose und Therapie bis zur Rehabilitation, Nachsorge
und Pflege reichen könnten.
B.
Kooperationsaufbau der Gesundheitsindustrie mit Patienten
·
Gesundheitsunternehmen
können sich durch Informationsangebote direkt an die Patienten
wenden und dazu beitragen, sie zum eigenverantwortlichen
Umgang mit medizinischen Leistungen sowie zur Vertretung
ihrer Interessen zu befähigen.
·
Für
chronisch Kranke müssen Angebote erarbeitet und gemeinsam
mit den Ärzten organisiert werden.
·
Gedacht
ist hier einerseits an die Entwicklung zielgruppengerechter
Informations- und Schulungsprogramme (Gesundheitsforen im
Internet, Ratgebermedien, Workshops etc.), andererseits
an den Kooperationsaufbau mit Patienten-, Angehörigen- und
Selbsthilfegruppen bzw. an die Unterstützung der Gründung
geeigneter Patientenorganisationen.
·
Die
zunehmende Wirtschaftlichkeitsorientierung der Versorgung
(Primat der Effizienz) kann zur Einschränkung der ärztlichen
Autonomie (Grupp 2000) und im Spannungsfeld der Rationalisierungen
zur Rationierung medizinischer Leistungen führen (Preuss
2000).
·
Die
Standardisierung der Versorgungsprozesse verursacht die
Minderung der patientenorientierten Qualität, da gerade
bei prozessgeregelten Abläufen individuelle Problemlagen
und persönliche Bedürfnisse weniger berücksichtigt werden
können.
·
Um
ihre Ansprüche auf Lebensqualität, Eigenverantwortung und
Mitbestimmung zum Tragen zu bringen, werden die Patienten
ihre Interessen künftig stärker organisieren müssen.
C.
Kooperationsaufbau mit Krankenkassen und Versicherungen
·
Unternehmen
der Gesundheitsindustrie müssen, gerade wenn es sich um
innovative Produkte handelt, frühzeitig das Gespräch mit
den Krankenkassen, Versicherungen sowie allen wichtigen
politischen Entscheidungsträgern suchen, um mögliche gemeinsame
Positionen zu finden.
·
Innovative
Entwicklungen schaffen neue Möglichkeiten für Diagnose bzw.
Therapie und verändern die bisherigen Formen der Versorgung.
·
Mit
dem medizinischen Fortschritt steigt aber auch die Notwendigkeit,
die wachsenden Kosten zu bewältigen.
·
Künftig
wird es für die Gesundheitsindustrie, wie für alle anderen
Beteiligten am Gesundheitsmarkt immer wichtiger, ihre gesundheitspolitischen
Positionen gegenüber der Öffentlichkeit aktiv zu vertreten,
um soweit wie möglich die Akzeptanz und Unterstützung wichtiger
Multiplikatoren, Interessenvertreter und Entscheidungsträger
zu erhalten.
·
Somit
gewinnen gesellschaftsorientierte Strategien und Kommunikationsinstrumente,
wie Public Relations, Public Affairs und Lobbying eine wachsende
Bedeutung (Abb. 7.10 - 7.11).
Fred Harms MD PhD
f.harms@hc3.ch
Literatur
1.
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