Innovationsmanagement in der pharmazeutischen Industrie
Fred
Harms, Sven Rohmann, Marc Drüner
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Die europäischen Pharmaunternehmen unterscheiden
sich in ihrem Aufbau deutlich von den amerikanischen Mitbewerbern.
Im Gegensatz zu den Amerikanern sind in Europa viele Firmen
Chemiekonglomerate. Schon in den achtziger Jahren hat sich
in Amerika die Einsicht durchgesetzt, daß die Herausforderungen
der Zukunft nur durch die Konzentration auf bestimmte Core-Kompetenzen
zu meistern sind. Im Vergleich zu den Amerikanern erzielen
die zehn größten europäischen Pharmaunternehmen nur die
Hälfte ihres Umsatzes durch pharmazeutische Produkte.
Da die Spezialisierung weiter fortschreitet,
werden die Unternehmen zunehmend umstrukturiert. Daher ist
davon auszugehen, daß bis zum Jahre 2010 zwischen 60-65%
der Umsätze mit Hilfe von Arzneimitteln erwirtschaftet werden.
Somit sind die Europäer in einigen Jahren dort, wo sich
die amerikanischen Pharmaunternehmen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
als „Life-Science-Companies“ bereits befinden.
Die
Anforderungen an die Sicherheit und die Wirksamkeit eines
Medikamentes nehmen drastisch zu. Die Zeitspanne von der
Synthese bis zur Zulassung hat sich auf zwölf Jahre verlängert.
Statistisch wird von 5.000 untersuchten Substanzen nur eine
zugelassen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E)
für innovative Präparate liegen bei 350-500 Millionen US$
mit einer jährlichen Steigerungsrate von 7,5 Prozent. Somit
sind diese Ausgaben seit Mitte der achtziger Jahre weltweit
von 11 Mrd. auf mehr als 40 Mrd. US$ im Jahre 2001 angestiegen.
Trotz
der beeindruckenden Kosten werden mehr als 11.000 Wirkstoffe
entwickelt. In der Regel handelt es sich um Medikamente
mit hohem medizinischen Bedarf. Für den Bereich Neurologie,
Herz-Kreislauf, HIV und Onkologie wurden zu Beginn des 21.
Jahrhunderts mehr als 3.400 Forschungsprojekte initiiert.
Allein in Deutschland befinden sich 150 Arzneistoffe in
der klinischen Phase III oder im Zulassungsprozess.
Dr.
Dr. Fred Harms
TU-Berlin
Marketing I
priv. fredharms@bluewin.ch
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