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13.11.2008
- Quelle: www.grippe-info.de (Glaxo-Smith-Kline)
Grippeimpfung
aller Altersgruppen führt zu weniger Todesfällen
Die Grippeimpfung ist die wichtigste vorbeugende
Maßnahme, um sich alljährlich von Dezember
bis April vor den zirkulierenden Influenza-Viren
zu schützen. Um Grippewellen und ihren
gefährlichen Folgen wirksam vorzubeugen,
sollte eine hohe Impfrate in allen Altersgruppen
angestrebt werden, erläutert Prof.
Dr. med. Peter Wutzler vom Institut für Virologie
und Antivirale Therapie der Universitätsklinik
in Jena und verweist auf eine aktuelle kanadische
Studie, die jetzt in der medizinischen Fachzeitschrift
PLoS Medicine veröffentlicht wurde. Ältere
Menschen und chronisch Kranke sind durch
die Influenza zwar besonders stark gefährdet
und sollten unbedingt geimpft sein. Doch auch
die Impfung von jüngeren und gesunden Personen
führt zu deutlich weniger grippebedingten
Todesfällen und Krankenhausbehandlungen.
Wissenschaftler der Universität von Toronto
hatten in einer Untersuchung festgestellt, dass
sich nach der Einführung eines allgemeinen
Grippeimpfprogramms in der kanadischen Provinz
Ontario im Jahr 2000 die Zahl der grippebedingten
Todesfälle insgesamt um 40 Prozent verringerte.
Die Zahl der Arztbesuche, Notfallbehandlungen
und Krankenhauseinweisungen ging sogar um 40 bis
60 Prozent zurück. Diese Ergebnisse
belegen die hohe Effektivität der Grippeimpfung,
erklärt Wutzler, der auch Präsident
der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung
der Viruskrankheiten (DVV) ist. Ein wichtiger
Effekt ist dabei die so genannte Herdimmunität.
Das bedeutet: Je mehr Menschen sich gegen Grippe
impfen lassen, umso stärker wird auch die
Zahl der Ansteckungen und der damit verbundenen
Erkrankungsrisiken verringert.
Seit
dem Jahr 2000 ist in Ontario die Grippeimpfung
für alle ab einem Alter von 6 Monaten kostenfrei.
Die Grippeimpfkampagne der Provinzregierung hat
dazu geführt, dass die Immunisierung speziell
bei den jüngeren Altersgruppen stark angestiegen
ist. In anderen kanadischen Provinzen hingegen
wurde die Grippeimpfung weiter insbesondere bei
älteren Menschen und chronisch Kranken gezielt
beworben. In ihrer Untersuchung verglichen die
Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle,
Notfallbehandlungen und Krankenhauseinweisungen
sowie der Arztbesuche durch Grippe vor und nach
Einführung des allgemeinen Grippeimpfprogramms
in Ontario miteinander. Zum Vergleich wurden auch
die Daten aus allen anderen 9 kanadischen Provinzen
herangezogen. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen
den Jahren 1997 und 2004. Durch die deutlich gestiegene
Grippeimpfrate in der Gesamtbevölkerung konnten
jedes Jahr durchschnittlich 300 Todesfälle,
1.000 Krankenhauseinweisungen, 30.000 Konsultationen
bei Notärzten und 200.000 Arztbesuche in
Ontario verhindert werden. Von einer hohen
Grippeimpfrate in allen Altersgruppen profitieren
alle ganz besonders aber ältere Menschen,
chronisch kranke Patienten und Kinder, deren Immunsystem
geschwächt oder noch nicht vollständig
ausgebildet ist. Deshalb sollte zumindest jeder,
der Kontakt zu diesen Risikogruppen hat, gegen
Grippe geimpft sein, empfiehlt Prof. Wutzler.
Auch die Jüngeren können dadurch
das Erkrankungsrisiko von Eltern, Großeltern,
kranken Angehörigen und Kindern erheblich
verringern.
Quelle:
PLoS Medicine
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