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Medizin 2000
17.06.2018

 

 

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Quelle: www.grippe-info.de (Glaxo-Smith-Kline)

 

Grippeimpfung aller Altersgruppen führt zu weniger Todesfällen

Die Grippeimpfung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um sich alljährlich von Dezember bis April vor den zirkulierenden Influenza-Viren zu schützen. „Um Grippewellen und ihren gefährlichen Folgen wirksam vorzubeugen, sollte eine hohe Impfrate in allen Altersgruppen angestrebt werden“, erläutert Prof. Dr. med. Peter Wutzler vom Institut für Virologie und Antivirale Therapie der Universitätsklinik in Jena und verweist auf eine aktuelle kanadische Studie, die jetzt in der medizinischen Fachzeitschrift PLoS Medicine veröffentlicht wurde. „Ältere Menschen und chronisch Kranke sind durch die Influenza zwar besonders stark gefährdet und sollten unbedingt geimpft sein. Doch auch die Impfung von jüngeren und gesunden Personen führt zu deutlich weniger grippebedingten Todesfällen und Krankenhausbehandlungen.“ Wissenschaftler der Universität von Toronto hatten in einer Untersuchung festgestellt, dass sich nach der Einführung eines allgemeinen Grippeimpfprogramms in der kanadischen Provinz Ontario im Jahr 2000 die Zahl der grippebedingten Todesfälle insgesamt um 40 Prozent verringerte. Die Zahl der Arztbesuche, Notfallbehandlungen und Krankenhauseinweisungen ging sogar um 40 bis 60 Prozent zurück. „Diese Ergebnisse belegen die hohe Effektivität der Grippeimpfung“, erklärt Wutzler, der auch Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) ist. „Ein wichtiger Effekt ist dabei die so genannte Herdimmunität. Das bedeutet: Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, umso stärker wird auch die Zahl der Ansteckungen und der damit verbundenen Erkrankungsrisiken verringert.“

Seit dem Jahr 2000 ist in Ontario die Grippeimpfung für alle ab einem Alter von 6 Monaten kostenfrei. Die Grippeimpfkampagne der Provinzregierung hat dazu geführt, dass die Immunisierung speziell bei den jüngeren Altersgruppen stark angestiegen ist. In anderen kanadischen Provinzen hingegen wurde die Grippeimpfung weiter insbesondere bei älteren Menschen und chronisch Kranken gezielt beworben. In ihrer Untersuchung verglichen die Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle, Notfallbehandlungen und Krankenhauseinweisungen sowie der Arztbesuche durch Grippe vor und nach Einführung des allgemeinen Grippeimpfprogramms in Ontario miteinander. Zum Vergleich wurden auch die Daten aus allen anderen 9 kanadischen Provinzen herangezogen. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen den Jahren 1997 und 2004. Durch die deutlich gestiegene Grippeimpfrate in der Gesamtbevölkerung konnten jedes Jahr durchschnittlich 300 Todesfälle, 1.000 Krankenhauseinweisungen, 30.000 Konsultationen bei Notärzten und 200.000 Arztbesuche in Ontario verhindert werden. „Von einer hohen Grippeimpfrate in allen Altersgruppen profitieren alle – ganz besonders aber ältere Menschen, chronisch kranke Patienten und Kinder, deren Immunsystem geschwächt oder noch nicht vollständig ausgebildet ist. Deshalb sollte zumindest jeder, der Kontakt zu diesen Risikogruppen hat, gegen Grippe geimpft sein“, empfiehlt Prof. Wutzler. „Auch die Jüngeren können dadurch das Erkrankungsrisiko von Eltern, Großeltern, kranken Angehörigen und Kindern erheblich verringern.“

Quelle: PLoS Medicine

 

 

 

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