|

Milbenasthma
Hausstaubmilbenallergie: Schutzmaßnahmen
versagen auf ganzer Linie
Weder die durch Hausstaubmilben-Allergene
verursachte Asthma-Symptome, noch der Verbrauch
an teuren Asthma-Medikamenten lassen sich durch
die heute verfügbaren physikalischen und
chemischen Schutz-Maßnahmen gegen
Hausstaubmilben bessern, bzw. absenken. Die
einzig sinnvolle Therapiemaßnahme ist und bleibt
daher die spezifische Immuntherapie (SIT) die
sich gezielt gegen das Hauptallergen der
Hausstaubmilbe wendet.
Viele Asthmatiker sind
allergisch gegen das Haupt-Allergen der
Hausstaubmilben. Sowohl Allergologen, als auch
die betroffenen Asthma-Patienten selbst sind
aufgrund logisch erscheinender Überlegungen
seit Jahrzehnten der Meinung, dass sich die
allergisch bedingten Asthma-Symptome durch
eine Verminderung der in der Wohnung des
Allergikers vorhandenen Hausstaub-Allergene
wirksam bekämpfen lassen. Zu diesem Zweck werden
zahlreiche physikalisch, bzw. chemisch wirkende
Schutz-Methoden angeboten. Doch dieses beliebte
Vorurteil basierte schon immer auf wenig
überzeugenden wissenschaftlichen "Beweisen"
für die Wirksamkeit der jeweiligen Methode.
Viele der in der Vergangenheit durchgeführten
Studien hatten außerdem eine schlechte Qualität und
produzierten widersprüchliche
Resultate. Doch dies behinderte den Absatz
der kommerziell angebotenen Schutz-Artikel kaum.
Daher hat sich jetzt die
renommierte Cochrane-Bibliothek dieses Problems
angenommen indem sie 54 zu diesem Thema erarbeitete
wissenschaftliche Studien sorgfältig ausgewertet
hat. Die Mehrzahl (36 Studien) beschäftigte
sich mit der Wirkung physikalischer
Schutz-Maßnahmen wie beispielsweise der
Umhüllung von Matratzen mit
milbenundurchlässigen Kunststoffgeweben
(26
Studien). In 10 Untersuchungen ging es um
chemische und in
8 um eine Kombination
von physikalischen und chemischen Methoden.
Die von Experten
erarbeitete Analyse erbrachte
ernüchternde Resultate: die Autoren kamen zu dem
Schluss dass die angewandten und analysierten
Schutz-Massnahmen ungeeignet sind die
Asthma-Symptome abzumildern. Vor allem konnten
keinerlei Unterschiede (0,0% ) bei den
gemessenen Atemwerten (Peak Flow) gefunden
werden. Die Schutz-Maßnahmen führten weder dazu,
dass sich die von den Patienten angegebenen Asthma-Symptome besserten, noch
dazu, dass die Asthmatiker weniger
Medikamente benötigten.
Die Autoren der
Auswertung kamen daher zu dem eindeutigen Schluss, dass die
derzeit verfügbaren Schutz-Maßnahmen nicht
empfohlen werden können. Selbst weitere im
bisherigen Stiel durchgeführte
wissenschaftliche Studien
mochten die Autoren aufgrund der eindeutig
negativen Ergebnisse der Vergangenheit für die
Zukunft nicht mehr empfehlen.
mehr Informationen finden
Sie
hier
(www.hausstaubmilbenallergie.info)
und
hier
(www.spezifische-immuntherapie-sit.info)
und
hier
(www.allergiecheck.de)


Die vollständige englischsprachige
Kurzversion dieser Studie (sog. MEDLINE
Abstract) finden Sie
hier
Gotzsche P, et al.
House
dust mite control measures for asthma.
Cochrane
Database Syst Rev. 2008 Apr 16;(2):CD001187.
Abstract
BACKGROUND: The major allergen in house dust
comes from mites. Chemical, physical and
combined methods of reducing mite allergen
levels are intended to reduce asthma symptoms in
people who are sensitive to house dust mites.
MAIN
RESULTS: Fifty-four trials (3002 patients)
were included. Thirty-six trials assessed
physical methods (26 mattress encasings), 10
chemical methods, and 8 a combination of
chemical and physical methods. Despite the fact
that many trials were of poor quality and would
be expected to exaggerate the reported effect,
we did not find an effect of the interventions.
For the most frequently reported outcome,
peak
flow in the morning (1565 patients), the
standardised mean difference was 0.00 (95%
confidence interval (CI) -0.10 to 0.10). There
were no statistically significant differences
either in number of patients improved (relative
risk 1.01, 95% CI 0.80 to 1.27), asthma symptom
scores (standardised mean difference -0.04, 95%
CI -0.15 to 0.07), or in medication usage (standardised
mean difference -0.06, 95% CI -0.18 to 0.07).
AUTHORS`CONCLUSIONS:
Chemical and physical
methods aimed at reducing exposure to house dust
mite allergens cannot be recommended. It is
doubtful whether further studies, similar to the
ones in our review, are worthwhile. If other
types of studies are considered, they should be
methodologically rigorous and use other methods
than those used so far, with careful monitoring
of mite exposure and relevant clinical outcomes.
|