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Informationsdienst
Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Jens Müller M.A.
14.01.2009
Studie
konnte keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunk
und der Bildung von Augenkrebs zeigen
Die gesundheitlichen Auswirkungen der Handynutzung
stehen immer wieder in der Diskussion. Eine
Studie eines Wissenschaftlerteams aus Halle
und Duisburg-Essen konnte nun keinen Zusammenhang
zwischen Mobilfunk und der Bildung von Augenkrebs
zeigen. Die Ergebnisse der Studie wurden gerade
veröffentlicht.
Wissenschaftler der Medizinischen Fakultäten
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
und der Universität Duisburg-Essen haben
in einer Studie keine Belege für einen
Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobilfunkgeräten
(Handys) und der Entstehung von Augenkrebs
finden können. In die bisher weltweit
größte Studie zu dieser Fragestellung
waren etwa 460 Patienten und ungefähr
1150 Kontrollteilnehmer nach ihrer Handynutzung
befragt worden.
"Wir konnten statistisch keinen Zusammenhang
zwischen Augenkrebs und der Handynutzung von
bis zu 10 Jahren feststellen", sagte
Professor Andreas Stang (Foto links) vom halleschen
Institut für Klinische Epidemiologie.
Professor Karl-Heinz Jöckel vom Institut
für Medizinische Informatik, Biometrie
und Epidemiologie in Essen ergänzt: "Damit
konnten wir das auffällige Ergebnis einer
früheren, deutlich kleineren Studie nicht
bestätigen". Die Wissenschaftler
haben die Studienergebnisse gerade in der
anerkannten Fachzeitschrift "Journal
of the National Cancer Institute" (USA)
veröffentlicht.
Das
Aderhautmelanom (auch: malignes Uvealmelanom)
ist der häufigste primäre bösartige
Tumor des Auges. In Europa kommt auf 100.000
Einwohner pro Jahr ein Neuerkrankungsfall
dieses Augenkrebses. Das Aderhautmelanom entwickelt
sich in der Aderhaut des Auges. Das Erkrankungsrisiko
steigt mit zunehmendem Alter und erreicht
zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ein Maximum.
Ungefähr die Hälfte aller Patienten
entwickeln Metastasen, die sich meist zuerst
in der Leber manifestieren und oft innerhalb
weniger Monate zum Tode führen.
Das
Team aus Halle und Essen hatte 459 Augenkrebs-Patienten
der Universität Duisburg-Essen befragt.
Die dortige Augenklinik ist ein Referenzzentrum
für diese Erkrankung. Außerdem
wurden etwa 1150 Personen in die Kontrollgruppe
aufgenommen, darunter etwa 830 aus der "normalen"
Bevölkerung, etwa 180 Geschwister der
Krebspatienten und 130 Patienten mit anderen
Augenerkrankungen. Alle Studienteilnehmer
befragten die Wissenschaftler nach ihren Handynutzungsgewohnheiten.
Vier Punkte standen dabei im Mittelpunkt:
ob und wie Handys genutzt werden, seit wann,
wie oft telefoniert wird und die gesamte Nutzungsdauer.
Zwischen 20 und 24 Prozent der Befragten nutzten
kein Handy, 44 bis 47 sporadisch und 30 bis
36 Prozent regelmäßig. Dabei unterschieden
sich über alle Fragen hinweg die Ergebnisse
im Vergleich zwischen Patienten- und Kontrollgruppe
statistisch nicht signifikant. Statistisch
gesehen waren 70 Prozent der Augenkrebs-Patienten
älter als 55 Jahre.
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