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Medizin 2000

2.1.2026

 

 

Quelle: New England Journal of Medicine

 

Die Mittelmeerdiät: Pfunde weg mit Olivenöl und Rotwein - der Herzgesundheit zuliebe.

 

Eine seit Jahrhunderten bewährte Diät aus Olivenöl, Rotwein, vielen Gemüsen, Obst und Fisch beschert den Anliegern des Mittelmeeres deutlich weniger Infarkte und Krebserkrankungen, verbunden mit einer höheren Lebenserwartung. 

Eine vor wenigen Wochen im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass das Geheimnis dieser "Wunderdiät" in der Gesamtkomposition der mediterranen Ernährung liegt.

In der größten bisher zum Thema Mittelmeerdiät durchgeführten Studie wurden insgesamt 22.000 Griechinnen und Griechen zwischen 20 und 86 Jahren detailliert zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.

Die Forscher um  Studienleiter Dimitrios Trichopopoulos  von der Harvard School of Public Health setzten die im Beobachtungszeitraum registrierten Todesfälle durch Herzinfarkt oder Krebs in Bezug zur individuellen Ernährung. Das Ergebnis offenbart: Je stärker sich die Studienteilnehmer an die typischen Elemente der Mittelmeerdiät hielten, desto niedriger die Todesrate.

Es zeigte sich, dass nicht einzelne Faktoren wie das Olivenöl, der hohe Anteil an Gemüse und Obst oder gar der hohe Fisch- und der geringe Fleischkonsum die stärkste Wirkung entfalten?

Die Studie zeigte nämlich, dass  keiner dieser Faktoren alleine eine statistisch signifikante Risikominderung bewirken konnte. Die Autoren kamen vielmehr zu dem Schluss, dass  erst der "göttliche Mix" der verschiedenen Nahrungskomponenten vor Herzinfarkt und Krebs schützt.

Studienleiter Trichopopoulos gab daher auch folgenden Rat: "Mein Rat wäre es, den Verzehr von Obst und Gemüse zu verdoppeln, mehr Fisch, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu essen und beim Kochen und Zubereiten vorwiegend ungesättigte Fettsäuren zu verwenden."


  (New England Journal of Medicine, June 26, 2003).

 

Mehr Fakten zum Thema Mittelmeerdiät:


Knackige Salate, Mozarella mit Tomate und Basilikum, Spaghetti mit Pesto und Käse und zu all dem ein Glas Wein - das klingt nach einem gelungenen Abend, aber nicht nach einer Diät.

In der Tat zielt die Mittelmeerdiät, die auch als Kreta- oder Mallorcadiät angepriesen wird, eher auf eine Umstellung alter Ernährungsgewohnheiten. Sie orientiert sich an den Gepflogenheiten der Länder rund um das Mittelmeer. Statt Fleisch und Molkereiprodukten werden Brot, Teigwaren, frisches Obst und Gemüse, Fisch, Käse und Olivenöl bevorzugt. Auch Wein darf zu den Mahlzeiten nicht fehlen. Damit werden mehrfach ungesättigte Pflanzenfette aufgenommen, die den Cholesterinspiegel senken. Der Erfolg gibt dieser Küche Recht, denn die Anzahl der Herz- und Krebserkrankungen liegt in Mittelmeerländern deutlich unter der in Westeuropa.

Die Umstellung auf mediterrane Essgepflogenheiten dürfte wesentlich leichter fallen, als das Leiden an eintönigen Diäten. Doch kann man auf diese schmackhafte Weise wirklich abnehmen?

Die Essgewohnheiten der Mittelmeerküche - meist kleinere Gerichte mit reichlich Gemüse und Obst und stärkehaltige Lebensmittel, Pflanzenöle als Fettquelle und geringer Fleischverzehr - sind als sehr gesundheitsförderlich einzuschätzen.  Die Mittelmeerdiät schmeckt nicht nur gut, sondern trägt auch zum Schutz vor ernährungsabhängigen Krankheiten bei.

Olivenöl enthält Vitamin E und K und hat einen besonders hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren. Diese Fettsäuren können die Cholesterinkonzentration im Blut senken. Besonders hohe Qualität hat kalt gepresstes, nicht raffiniertes Olivenöl. Es wird als "natives Olivenöl" (ital. vergine) oder als "natives Olivenöl extra" (ital. extra vergine) bezeichnet. Letzteres hat die beste Qualität und einen leicht fruchtigen Geschmack.

 

    Originalartikel im NEJM  I

    Originalartikel im NEJM II

 

 

 

 

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