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Presseinformation zum Pressegespräch der ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH

"Versorgung allergiekranker Menschen - Große deutsche Studie deckt die Mängel auf"
am 8. Oktober 2003 in Berlin

 

Aktuelle Allergie-Studie an über 6.000 Patienten

Allergiekranke werden zu selten und zu spät adäquat behandelt

Viele Allergiekranke gelangen erst nach einer langjährigen Patientenkarriere mit mehrfacher Diagnostik und zahlreichen Therapieversuchen zum Facharzt und werden wirksam therapiert. Diese Unterversorgung von Allergiepatienten hat eine große deusche Studie zur Versorgung allergiekranker Menschen (VAM-Studie) jetzt erstmals in der Praxis belegt. Die VAM-Studie wurde vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) in Berlin durchgeführt.

Für die VAM-Studie wurden 6.791 Patienten befragt, die bei einem auf Allergologie spezialisierten Facharzt erstmals eine spezifische Immuntherapie (SIT) erhielten. Die Patienten litten an einer mäßiggradigen oder schweren Allergie auf Inhalationsallergene (Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Tierhaare). 2.161 Studienteilnehmer, also etwa jeder Dritte, hatten wegen der allergischen Atemwegserkrankung bereits einen oder sogar mehrere andere Ärzte aufgesucht. Sie waren dort mit symptomatisch wirkenden Medikamenten behandelt worden. 74 Prozent dieser Patienten beurteilten ihre Vorbehandlung als unwirksam oder wenig wirksam. Für die Mehrzahl war der mangelnde Therapieerfolg der Grund, den Arzt zu wechseln.
Allerdings wurden weniger als ein Drittel der erfolglos behandelten Allergiker von ihrem Arzt zu einem allergologisch ausgebildeten Facharzt überwiesen. Die meisten Patienten wechselten den Arzt auf eigene Initiative.

 

Behandlung beim Allergologen ist erfolgreich

Beim Allergologen wurden alle Studienteilnehmer nach ausführlicher Diagnostik mit einer spezifischen Immuntherapie (ALK-depot SQ) behandelt. Die SIT mit modernen, standardisierten Allergenpräparaten ist die einzige Behandlung gegen allergische Atemwegserkrankungen, die kausal in das Krankheitsgeschehen eingreift. Sie kann die Erkrankung langfristig bessern und einem Asthma vorbeugen. Bei vielen Patienten mit Heuschnupfen oder Asthma reduzieren sich oft erst nach Beginn einer SIT die Allergiesymptome. Die Behandlung ist zwar auch dann erfolgreich, wenn die allergische Atemwegserkrankung schon länger besteht. Sie wirkt aber besonders gut, wenn sie bereits in einem frühen Krankheitsstadium begonnen wird.

Noch vor Ende der SIT besserten sich in der VAM-Studie bei 76 Prozent der vorbehandelten Patienten die Krankheitssymptome deutlich. Der Studienleiter Hans-Dieter Nolting von IGES stellt dazu fest: "Manche Allergiker wurden bereits seit zehn Jahren mit zum Teil sehr geringem Erfolg behandelt. Erst nach dem Beginn einer spezifschen Immuntherapie spürten die meisten Patienten eine deutliche Beschwerdebesserung. Im Vergleich zum Zeitpunkt der Diagnosestellung waren sie im Alltagsleben deutlich weniger beeinträchtigt."
Es überrascht deshalb nicht, dass mehr als 80 Prozent der Studien-teilnehmer der Meinung waren, sie hätten viel eher mit der SIT anfangen sollen. Über 60 Prozent fühlten sich von ihrem früheren Arzt nicht ausreichend über die Möglichkeit einer Immuntherapie informiert. Über 90 Prozent würden die SIT jederzeit anderen Patienten empfehlen.

 

Kausale Therapie wird vernachlässigt

Die Ergebnisse der VAM-Studie belegen, dass Allergiker in Deutschland zu lange nur symptomatisch behandelt werden. Meistens machen sie eine lange "Patientenkarriere" durch, ohne dass sich ihre Beschwerden bessern. Ein Grund dafür liegt bei dem Arzt, der die Allergie primär behandelt: Eine SIT wird häufig zu spät oder gar nicht in Betracht gezogen, vor allem dann, wenn der behandelnde Arzt selbst keine spezifische Immuntherapie durchführt. Die unzureichende Behandlung birgt die Gefahr, dass sich die Allergie verschlimmert oder ausweitet. Dann kann beispielsweise zu einem Heuschnupfen noch Asthma hinzukommen. Studienleiter Nolting: "Trotz überzeugender Wirksamkeitsbelege und eindeutiger Empfehlungen von Fachgesellschaften besteht in Deutschland noch immer eine Unterversorgung mit der spezifischen Immuntherapie. Darauf hat der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen bereits 2000/2001 in seinem Gutachten hingewiesen."

 

Vor allem schlecht informierte Patienten unzureichend versorgt

Die Unterversorgung von Allergiekranken betrifft augenscheinlich vor allem die Patienten, die wenig informiert sind und die Behandlung ihrer Erkrankung nicht selbst aktiv mitbestimmen. Denn wie die VAM-Studie zeigt, ist eine optimale Allergietherapie in den meisten Fällen auf die Eigeninitiative der Patienten zurückzuführen. "Bei den Patienten, die letztendlich die Konsequenzen aus ihrer unzureichenden Behandlung ziehen, handelt es sich offensichtlich um besonders informierte Patienten", so Nolting. Nur wenige Allergiekranke werden von dem Arzt, der die Allergie anfänglich behandelt, zu einem Allergie-Spezialisten überwiesen. Hier besteht großer Handlungsbedarf: Die adäquate Versorgung von Allergiekranken in Deutschland darf nicht von der Initiative oder dem Informationsstand der Patienten abhängen. Für eine optimale und kostensparende Behandlung müssen in Zukunft Hausärzte und allergologisch tätige Fachärzten besser zusammenarbeiten.

 

" Nolting, H.-D., Schiffhorst, G. und Lobermeyer, K.: Patientenkarrieren und Behandlungsverläufe vor Beginn einer spezifischen Immuntherapie (SIT) bei Patienten mit allergischer Atemwegserkrankung. Allergo Journal, 2003; submitted.
" Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit. Band III Über-, Unter- und Fehlversorgung, III.2 Ausgewählte Erkrankungen: ischämische Herz-krankheiten, Schlaganfall und chronisch obstruktive Lungenkrankheiten. Baden-Baden. Nomos 2002.

 

 

 

 

 

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