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Massiver
Birkenpollenflug
sorgte für volle Wartezimmer
Dieses
Jahr kam es Mitte April zu einem extrem starken Flug von Birkenpollen.
Die Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum meldete an
mehreren Tagen eine Konzentration
von über 5.000 Birkenpollen pro Kubikmeter Luft. "Wir
haben in diesem Jahr eine zehnmal so hohe Belastung mit Birkenpollen
wie 2003 verzeichnet. Es kamen noch nie so viele Birkenpollenallergiker
in unsere Behandlung. Viele davon litten erstmals an allergischer
Rhinokonjunktivitis oder allergischem Asthma", berichtet
Professor Dr. Gerhard Schultze-Werninghaus, der Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische
Immunologie (DGAI) aus Bochum. Birken blühen alternierend
jedes zweite Jahr besonders stark. Dieses Jahr ist für die
Birken Mastjahr. Die Freisetzung der Birkenpollen wurde zudem
durch die weitgehend sonnige und trockene Wetterlage im April
begünstigt.
SIT
nicht erst bei unzureichendem Ansprechen auf Medikation
"Wenn
bei Rhinitikern Symptome wie Husten, Giemen oder Luftnot auftreten,
müssen bei dem behandelnden Arzt die Alarmglocken klingeln.
Das sind Zeichen für Asthma", sagt der Pneumologe und
Allergologe Schultze-Werninghaus. Er empfiehlt, die Indikation
für eine spezifische Immuntherapie (SIT) zu prüfen.
Diese Behandlung hat eine Erfolgsrate von 90 Prozent und ist die
einzige kausale Therapie bei Atemwegsallergikern. "Früher
hat man eine SIT meistens erst begonnen, wenn die Symptome mit
Medikamente nicht mehr in den Griff zu bekommen waren. Heute wissen
wir, dass die Immuntherapie im Frühstadium einer allergischen
Atemwegserkrankung am wirksamsten ist. Je länger man wartet,
desto schlechter sind die Erfolge", so Schultze-Werninghaus.
Kausale
Therapie bei allergischem Asthma
Professor
Dr. Karl-Christian Bergmann referierte auf dem Kongress der Deutschen
Gesellschaft für Pneumologie im Februar 2004 in Frankfurt
über kausale Therapieformen beim Asthma bronchiale. Er stellte
fest, dass die Patientenschulung notwendig und hilfreich ist,
jedoch keine kausale Wirkung hat. Die Allergenkarenz ist wichtig,
eine kausale Wirkung aber bisher nicht belegt. Steroide sind die
wichtigste Möglichkeit zur schnellen Reduktion von Symptomen
und bronchialer Hyperreaktität (BHR), jedoch nur für
die Zeit ihrer Anwendung. Langwirksame Beta2-Sympathomimetika
schützen vor Exazerbationen, bekämpfen aber nicht die
Ursache des Asthmas. Eine gesicherte kausale Wirkung hat nur die
SIT. Sie reduziert die Symptome und - besonders wichtig - auch
die BHR langanhaltend über das Therapieende hinaus. Eine
2004 veröffentlichte Studie von Arvidsson und Mitarbeitern
mit Birkenpollen-Allergikern zeigte, dass eine SIT mit molekular
standardisierten Allergen-Präparaten die Allergentoleranz
nach bronchialer Provokation sowohl in der frühen Phase wie
auch in der späten Phase der allergischen Reaktion steigert
und außerdem antientzündlich wirkt. Wie Bergmann erläuterte,
sind nicht-allergisches, mittelschweres oder schweres Asthma mit
einem FEV1 unter 70 Prozent und Polysensibilisierungen jedoch
Kontraindikationen der SIT bei Asthma. Voraussetzung für
die Durchführung ist auch der allergologische beziehnungsweise
pneumologische Sachverstand des Arztes.
"
Arvidsson MB, Löwhagen O, Rak S: Allergen specific immuno-therapy
attenuates early and late phase reactions in lower airways of
birch pollen asthmatic patients: a double blind pla-cebo-controlled
study. Allergy 2004;59:74-80
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