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im Info-Netzwerk Medizin 2000
2.1.2026
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Hundehaarallergien
sind nicht immer leicht und eindeutig nachzuweisen.
Von
Dr. med. Jochen Kubitschek
Seit
Jahren wird auch in Deutschland eine Zunahme allergischer Erkrankungen
beklagt. Derzeit gehen Experten davon aus, dass beispielsweise
bis zu 16% der Erwachsenen eine Hundehaarallergie haben. Allergologen
ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass in einigen Fällen zwar
aus der Vorgeschichte eine eindeutige Hundehaarallergie abgeleitet,
dass diese aber mit kommerziellen Testsubstanzen nicht nachgewiesen
werden kann. In einigen Fällen fehlt den Hunden sogar das weithin
als Leit-Hauptallergen angesehene Protein Can f1.
Die
einzige kausale Therapie einer Allergie besteht heute in der Durchführung
der subkutanen spezifischen Immuntherapie (SIT). In letzter Zeit
mehren sich die Hinweise, dass in ausgewählten Fällen auch eine
sublinguale Immuntherapie (SLIT) helfen kann. Voraussetzung einer
solchen doch recht aufwendigen Therapie ist allerdings eine hieb-
und stichfeste Diagnose. Doch gerade die Diagnose Hundehaarallergie
ist nicht immer ganz einfach zu stellen, da die kommerziell verfügbaren
Testsubstanzen gelegentlich versagen. Dieses Versagen beruht nicht
etwa auf einer mangelhaften Sorgfalt bei der Produktion dieser
Allergene, sondern vielmehr auf der ausgesprochen individuellen
Struktur der die Allergie auslösenden Hundehaar-Allergene.
Jetzt
publizierte Dr.Astrid Heutelbeck von der Abteilung für
Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Göttingen im Zusammenhang
mit diesem Phänomen weitere Einzelheiten. Ausführliche,
an männlichen und weiblichen Tieren von 34 Rassen durchgeführte
Test zeigten, dass es keine rassetypischen Allergenmuster gibt.
Ein Mensch kann daher durchaus gegen Dackel Waldi allergisch sein,
während er in Gegenwart von Dackel Raudel keine entsprechenden
Symptome bemerkt. Jeder Hund produziert quasi eine individuelle
Allergenmischung. Diese Vielfalt können kommerzielle Extrakte
natürlich nicht widerspiegeln.
Was ist nun in diesen unklaren Fällen zu tun?
Experten
raten zur Herstellung eines auf den individuellen Hundes abgestimmten
Allergenextrakts. Zu diesem Zweck werden dem in Verdacht geratenen
Hund einige Haare dicht an der Haut abgeschnitten. In Kochsalzlösung
eingelegt, erhält man nach einiger Zeit eine Lösung, die die individuellen
Allergene enthält. Diese werden dann bei einem der üblichen Hauttests
angewandt. Versagt auch dieser individuell produzierte Allergietest,
so ist eine Hundehaarallergie extrem unwahrscheinlich.
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