Bildnachweis: Fotolia     Logo News Medizin 2000
 
        >    Zurück

   | Home | Suche | Nutzung | Impressum| Kontakt |


Themenwebsites
Medizin A - Z

im Info-Netzwerk
Medizin 2000

2.1.2026

 

 

WERBUNG

 

 

Nahrungsmittelallergien stellen auch in Deutschland eine nur schwer zu entdeckende und noch schwerer zu behandelnde Gefahr da. Betroffen sind häufig Kinder. Todesfälle kommen vor.

Erstmalig konnten jetzt in Kalifornien unter einer Lebensmittelallergie leidende Allergiker mit Hilfe einer neu entwickelten Impfung erfolgreich behandelt werden – es handelt sich bei den Patienten um Hunde, deren Immunsystem in Form einer Allergie überschießend  auf Erdnüsse, Kuhmilch oder Weizen reagierte – Allergene also, die auch beim Menschen häufig Allergien auslösen.

 

von Jochen Kubitschek

 

Während noch vor einigen Jahren Nahrungsmittelallergien vergleichsweise selten waren, nehmen sie nun auch in Deutschland von Jahr zu Jahr mehr zu. In den USA und in England gehen Allergieexperten davon aus, daß etwa 2% der Erwachsenen und zwischen 6 und 8% der Kinder unter einer Nahrungsmittelallergie leiden. Allein 3 Millionen Amerikaner haben eine Nußallergie. Nahrungsmittelallergien sind schwer zu identifizieren und noch schwerer zu behandeln. Sie können überraschend „aus blauem Himmel“ auftreten und in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen – in den USA rechnet man jährlich mit 100 bis 150 Todesfällen – überwiegend reagieren Kinder auf Nahrungsmittel allergisch.

Doch nicht nur Menschen sind betroffen, sondern auch Haustiere wie beispielsweise Hunde, die zunehmend mit industriell bearbeiteten  Nahrungsmitteln  gefüttert werden. Daher liegt die Hoffnung nahe, daß Behandlungsmethoden die für Hunde entwickelt werden später erfolgreich auch beim Menschen eingesetzt werden können.

 „Für Deutschland haben wir in einer aktuellen Umfrage unter 10.000 Kinderärzten nachgewiesen, daß bei Kindern Nahrungsmittelallergien die häufigste Ursache für einen allergischen Schock sind. Besonders oft handelt es sich dabei um Nuß- und Erdnußallergien“, erläutert Professor Bodo Niggemann von der Berliner Charité anläßlich des diesjährigen Allergie-Kongresses in Aachen.

Auf dem jüngst vom  Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), der deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) gemeinsam in Aachen veranstalteten Allergiekongress 2004 wies Niggemann darauf hin, daß sich ein allergischer Schock meistens zu Hause, auf der Straße oder in Kindergarten und Schule ereignet. Bis der Notarzt vor Ort ist, kann einige Zeit vergehen. Das ist gefährlich, da ein allergischer Schock ein lebensbedrohlicher Notfall ist: Die Bronchien verkrampfen und verengen sich, es kommt zu dramatischer Luftnot, der Kreislauf bricht zusammen. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, können die Betroffenen sterben.  „Kinder und Eltern, aber auch Kindergärtnerinnen und Lehrer sollten deshalb unbedingt die Symptome kennen, mit denen sich ein allergischer Schock ankündigt“, sagt Dr. Frank Friedrichs, Kinder- und Jugendarzt, Allergologe und einer der Präsidenten des Allergie-Kongresses Aachen 2004.

Zahllose unterschiedliche Nahrungsbestandteile können eine Allergie auslösen, darunter auch solche, von deren Existenz weder der durchschnittliche Allergiker, noch sein behandelnder Arzt noch nie gehört hat.  Daher ist die exakte Diagnose einer Lebensmittelallergie sehr aufwendig und gleicht gelegentlich einer kriminaltechnischen Untersuchung.  Die beobachteten Krankheitszeichen reichen von geröteter Haut, Heuschnupfen, Juckreiz und Quaddelbildung bis hin zu lebensbedrohlichen Symptomen wie Asthma und Kreislaufkollaps. Die meisten Symptome treten auch bei anderen Allergien auf. Gelegentlich legen  wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall den Verdacht nahe, daß eine Lebensmittelallergie vorliegen könnte.

Obgleich Allergien gegen Gras- und Baumpollen, Tierhaare, Insektengifte und auch Hausstaubmilben ähnlich häufig wie Lebensmittelallergien zu beobachten sind,  besteht doch ein großer,  praktisch wichtiger Unterschied: nur die Lebensmittelallergien lassen sich derzeit noch nicht mit Hilfe der spezifischen Immuntherapie (SIT) behandeln, eine seit Jahrzehnten bewährte Therapie, die früher auch als Hyposensibilisierung bekannt geworden ist. Die langjährige Therapie, die bisher ausschließlich in Form subkutaner Injektionen durchgeführt wurde, konnte nun durch die sublinguale spezifische Immuntherapie (SLIT) ergänzt werden, bei der die zur Behandlung zugeführten Allergenlösungen über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen werden. Aber selbst diese besonders für kleine Kinder gut geeignete Therapievariante ist im Fall der Lebensmittelallergien derzeit noch nicht erfolgversprechend anwendbar.

Bisher bleibt also bei Lebensmittelallergien nur eines zu tun: sind die Verursacher der Allergie erst einmal identifiziert – was im ärztlichen Alltag schwierig genug ist – müssen die in Verdacht stehenden allergieauslösenden Nahrungsbestandteile konsequent gemieden werden. Doch hier gehen die Schwierigkeiten erst richtig los.  Die Kennzeichnungspflicht der Lebensmittel wird bisher nicht so konsequent angewandt, daß Allergiker zuverlässig wissen können, ob ein Nahrungsmittel für sie harmlos oder lebensbedrohlich ist.

Erstmalig können nun die bisher medizinisch eher vernachlässigten Nahrungsmittelallergiker aufgrund einer innovativen wissenschaftlichen Studie auf eine grundsätzliche Änderung ihrer ansonsten düsteren Zukunftsaussichten hoffen.

Mitarbeiter von vier bedeutenden kalifornischen Universitäten hatten sich für eine Studie zusammengeschlossen, bei der Allergieimpfungen gegen Nahrungsmittelallergien erstmalig in der Medizingeschichte an Wirbeltieren erprobt wurden,  die größer als Mäuse sind.

In einer Untersuchung, die in der online Ausgabe des Fachblatts Allergy publiziert wurde, berichteten die Forscher um den Kinderarzt Dr. Dale Umetsu, Universität Stanford, über mit vergleichsweise geringem Aufwand erzielte, geradezu sensationelle Therapieerfolge, die in Zukunft vielleicht auch den Weg für eine entsprechende Therapie bei jenen Menschen ebnen, die auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren.

Zwei Gruppen von Hunden wurden mit der neu entwickelten Impfung behandelt, bei der normalerweise im Darm vorkommende Bakterien (Listerien) in deaktivierter Form als Transportmittel für die den Impfstoff genutzt werden.  Die behandelten Hunde litten vor der Impfung entweder an einer Erdnußallergie, oder an einer Allergie gegen Kuhmilch und Weizen. Allergien, die auch bei Menschen sehr häufig sind.


Kamen die allergiekranken Hunde in der Vergangenheit mit den genannten Allergenen in Kontakt, so bekamen sie schnell starkes Erbrechen sowie heftige Durchfälle. Leitsymptome also, deren Veränderung im Verlauf der kalifornischen Studie leicht zu beurteilen waren.

Bereits zehn Wochen nach der Allergieimpfung konnten die US-Forscher einen erstaunlich eindeutigen Nutzeffekt der Behandlung feststellen. Ein Hund konnte beispielsweise vor der Impfung nur eine halbe Erdnuß essen,  ohne daß er einen heftigen Durchfall bekam – jetzt konnte diese Zahl problemlos auf 37 gesteigert werden.  Drei von vier unter Erdnußallergie leidende Hunde konnten nach der Impfung eine Handvoll - im Durchschnitt 57 - Erdnüsse vertragen, ohne daß sich ein Erbrechen oder ein Durchfall einstellte. Auch bei den unter einer Kuhmilchallergie leidenden Hunden kam es nach der Allergieimpfung zu einer deutlichen Verminderung der allergisch bedingten Durchfälle um 60%.

„Die Studie“ – so Umetsu – „basiert auf der unter Allergieexperten weit verbreiteten Hypothese, daß die Zunahme der Allergien möglicherweise auf den in der Kindheit zu beobachtenden Rückgang banaler bakterieller Infektionen zurück zu führen ist.“   Dem kindlichen Körper fehlen so die ständigen Reize, die von den Infektionen ausgehen und für ein Training des Immunsystems wichtig sind.  Diese fehlenden bakteriellen Entzündungsreize könnten daher möglicherweise – so hofften die Forscher vor Beginn der Studie – durch die künstliche Infektion mit den abgetöteten Darmbakterien aus der Familie der Listerien „nachgestellt“ werden. Diese Vermutung erwies sich nach Auswertung der Studienergebnisse – zumindest was Hunden angeht – als goldrichtig.

Doch bis zur Zulassung entsprechender,  für den Einsatz beim Menschen konzipierter,  Impfstoffe können aufgrund komplizierter und teurer Zulassungsverfahren noch Jahre vergehen. Muriel Simmons von der nicht profitorientierten Organisation Allergy UK warnt gegenüber der BBC vor übertriebenem Optimismus: “Die Studie ist zwar eine sehr gute Nachricht für Hunde, die sehr oft unter Allergien leiden.  Allergiekranke Menschen sollten sich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine großen Hoffnungen machen. Tierversuche lassen sich bekanntlich nicht automatisch auf den Menschen übertragen.“




 

 

[an error occurred while processing this directive]

 

Werbung im Info-Netzwerk Medizin 2000

Nachfolgend haben im Gesundheitswesen tätige Personen, Organisationen und  Unternehmen die Möglichkeit,  über ihre besonderen Kompetenzgebiete, Produkte und Dienstleistungen zu informieren , bzw. für diese zu werben.  


Anzeige

Weltweit helfen viele ehrenamtlich tätige Idealisten mit Hilfe der kostenlosen Smartphone-App Be My Eyes sehbehinderten, bzw. blinden Menschen - innerhalb weniger Sekunden und in über hundert Sprachen - die Tücken des Alltags besser zu meistern.

mehr lesen (WIKIPEDIA in deutscher  Sprache)
zum Download und zur Anmeldung (App-Website in englischer  Sprache)





Anzeige

Was Sie schon immer über die Antibabypille wissen wollten

Das Angebot an oralen Kontrazeptiva (die "Pille") ist groß. Jede Frau hat daher die Möglichkeit,  sich die zu ihrer Lebenssituation passende Antibabypille verordnen zu lassen.

mehr lesen (in deutscher   Sprache)
Quelle:Info-Netzwerk Medizin 2000-de, www.antibabypille.info, 2025



Anzeige

Nicht invasive Analysen der Ausatemluft helfen bei der Diagnostik und dem Therapie-Management von Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD.
 
Das Medizintechnik-Unternehmen Specialmed hat sich auf Atemgas-Analysen spezialisiert und bietet Therapeuten und betroffenen Patienten  kleine, leicht zu bedienende   Atemgas-Analyse-Geräte an.

Schwerpunkte der  Anwendung sind der zum Management einer Asthma- und COPD-Therapie geeignete FeNO-Atemtest - und der  H2-Atemtest der eine schnelle und unkomplizierte  Diagnose einer Laktose-Unverträglichkeit dient.

Nützlich ist auch der ToxCO-II- Atemtest,
da er die  Erkennung von leicht zu übersehenen, lebensbedrohlichen  Kohlenmonoxid-Vergiftungen ermöglicht.
Dieser Test unterstützt auch die Rauchenentwöhnung und senkt bei Ex-Rauchern das ständig vorhandene Rückfall-Risiko.

Wichtige Info-Links:

Website Specialmed

Atemgas Analysen

Atemgas Analyse Geräte

Nobreath für den FeNo-Atemtest


Gastrolyzer für den H2 Atemtest


Smokerlyser u.a. für die Raucherentwöhnung






Anzeige
Es gibt keine allgemein wissenschaftlich anerkannten Regeln welche Lebensmittel in welcher Kombination, bzw. Menge gesund sind - und welche nicht.
Man kann den Eindruck gewinnen, dass jeder "Experte" eine individuell unterschiedliche Auffassung von bestimmten Themen hat . Die wissenschaftlichen Erkenntnisse widersprechen einander und die Ansichten variieren erheblich.   Auf der Website www.medizin-2000.de/gesunde-ernaehrung versuchen wir unsere Besucher durch unvoreingenommene Informationen in die Lage zu versetzen,  sich trotz des vorherrschenden Datenchaos ein praxistaugliches eigenes Urteil zu bilden.

 

Anzeige
Immer mehr im Gesundheitsssektor engagierte Unternehmen haben die Marktlücke "Kater nach Alkoholexzess" entdeckt und vermarkten Produkte, die angeblich den Kater verhindern sollen.
Am bekanntesten ist das Produkt
Myrkl des schwedischen Probiotika-Herstellers
De Faire Medical.
Myrkl  ist ein probiotisches Nahrungsergänzungsmittel, das die generische Wirksubstanz AB001  enthält, die nach Angabe des Herstellers dafür sorgt,  dass der im Blut gelöste Alkohol bereits im Darm  durch Aufspaltung in seine Bestandteile "entschärft" wird - also bevor er die sensiblen Leberzellen erreichen und schädigen kann - und bevor die natürlichen Spaltprodukte einen mit Kopfschmerzen und Übelkeit bzw. Sodbrennen  verbundenen "Alkohol-Kater" auslösen können.






Anzeige
Die angeblich weite Verbreitung von Penicillin-Allergien, behindert die medikamentöse Behandlung von bakteriell bedingten Infektionen. Die vom Patienten erinnerte Diagnose wird selten überprüft und ist oft  (bis zu 90%?)   falsch.  Sie führt zum unnötigen Einsatz von teuren Reserve-Antibiotika und fördert die Entwicklung weiterer Antibiotika-Resistenzen. 
Preisgünstiges Penicillin könnte nach erfolgtem Test, ohne Nebenwirkungen befürchten zu müssen, verordnet werden. Die häufige Fehldiagnose  "Penicillin-Allergie" führt zum unnötigen, kontraproduktiven Einsatz teurer Reserve-Antibiotika. Auf der Website www.allergietherapie.de/penicillinallergie können sich Betroffene weiter informieren.


 

 

 

 

 

zum Seitenanfang

 

[an error occurred while processing this directive]

 



Wichtige Themen-Websites im Info-Netzwerk Medizin 2000 
(13.12.2009)
 

  

Werbung:
24 h Schlüsseldienst München

Copyright ©  LaHave Media Services Limited