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Informationen zum Thema Osteoporose

Quelle:
Pressemitteilung Universitätsklinikum Heidelberg
Osteoporose
Therapie
Wer an Knochenschwund leidet, hat oft ein höheres Risiko für Herzinfarkt
und Schlaganfall
Interdisziplinäres Konzept zur Osteoporose-Therapie am
Universitätsklinikum Heidelberg / Kyphoplastie richtet eingebrochene
Wirbel auf
Knochenschwund und Arterienverkalkung sind "Volkskrankheiten"
mit gemeinsamen Ursachen und Ansatzpunkten für eine wirksame Therapie.
Die Behandlung durch mehrere Spezialisten kann die Lebenserwartung
und Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.
Bei einer Vortragsveranstaltung der Abteilung Stoffwechsel und
Endokrinologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Peter Nawroth)
der
Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg am 18. Februar 2004
in Heidelberg stellten Experten des Heidelberger Klinikums ihr
interdisziplinäres Konzept für die Behandlung der Osteoporose
und ihrer Folge- und Begleiterkrankungen vor.
"Sowohl die Osteoporose als auch die Arteriosklerose mit
ihren tödlichen Konsequenzen wie Herzinfarkt und Schlaganfall
haben in den westlichen Ländern erheblich zugenommen", erklärte
Privatdozent Dr. Dr. Christian Kasperk, Oberarzt und Leiter
der Sektion Osteologie an der Medizinischen Universitätsklinik.
Mehrere Millionen Menschen, vor allem jenseits der 60, sind in
Deutschland betroffen. Für beide Erkrankungen gibt es Hinweise,
dass genetische Faktoren, die Ernährung, aber besonders auch die
Mobilität eine wichtige Rolle spielt. "Abnahme der Knochenmasse
und Wirbelbrüche durch Osteoporose gehen mit einem erhöhten Risiko
einher, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden,"
so Kasperk.
Gemeinsame molekulare Mechanismen bei Osteoporose und Arteriosklerose
"Beiden Erkrankungen liegen gemeinsame molekulare Mechanismen
zugrunde", berichtete Prof. Nawroth. Östrogenmangel, der
sowohl Osteoporose als auch Arteriosklerose befördert, geht einher
mit der vermehrten Ausschüttung von Botenstoffen
wie Interleukin-6 und Tumor Nekrose Faktor. Arteriosklerotische
Ablagerungen enthalten Bestandteile der Knochensubstanz wie Hydroxylapatit
und Kalzium. Ein Stoffwechselprodukt des Vitamin D stimuliert
nicht nur den Aufbau der Knochenmatrix, sondern hemmt auch das
Renin-Angiotensin-Systems, das eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation
spielt. Behandlung mit fettsenkenden Mitteln (Statinen) scheinen
die Osteoporose günstig zu beeinflussen. Für einen genetischen
Zusammenhang spricht die Beobachtung, dass Mäuse, denen bestimmte
Gene fehlen, sowohl an Knochenmasse verlieren als auch Arteriosklerose
bekommen.
Das interdisziplinäre Heidelberger Konzept der Osteoporosebehandlung
strebt eine umfassende Stoffwechselkorrektur und Verbesserung
der Mobilität der Patienten an, um Lebensqualität und Lebenserwartung
zu verbessern. "In Heidelberg werden die Patienten zunächst
in der Sektion Osteologie vorgestellt", erläuterte Dr.
Kasperk das Konzept. Dort werden Ursachen und Ausmaß der Osteoporose
abgeklärt und bei weiteren Erkrankungen zusätzlich weitere Fachdisziplinen
einbezogen. Die Patienten erhalten eine individuell angepasste
Therapie, die auf den internationalen, wissenschaftlich begründeten
Leitlinien der Therapie zur Stärkung der Knochenfestigkeit beruht.
Dadurch wird das Risiko für weitere Knochenbrüche verringert.
Patienten, die an Rückenschmerzen leiden, erhalten eine an die
WHO-Empfehlungen angelehnte medikamentöse Schmerztherapie. Viele
Patienten sind dadurch erstmals wieder in der Lage, sich zu bewegen;
ihre Lebensqualität steigt, der Knochenstoffwechsels wird günstig
beeinflusst.
Nach einer Kyphoplastie haben ca. 90 Prozent der Patienten eine
spürbare Schmerzerleichterung oder sogar Schmerzfreiheit
Patienten, die an einem schmerzhaften Wirbeleinbruch leiden, kann
ggf. durch eine sogenannte "Kyphoplastie", die Wiederaufrichtung
des Wirbels, geholfen werden. Röntgen-, CT- und MRT-Bilder werden
in einem interdisziplinären Kolloquium von Unfallchirurgen, Radiologen
und Stoffwechsel-Spezialisten diskutiert und diejenigen Patienten
ausgewählt, die von dem minimal-invasiven Verfahren der Kyphoplastie
mit großer Sicherheit profitieren und von Schmerz weitgehend befreit
werden
können. Zur Aufrichtung des Wirbelkörpers wird in Heidelberg ein
verträglicher Biozement verwendet. Die wissenschaftliche Studie
zur Prüfung der Kyphoplastie hat bislang gezeigt: Bei ca. 90 Prozent
der Patienten kann dadurch Schmerzfreiheit oder weitgehende Schmerzlinderung
erzielt werden. Die Patienten stellen sich mindestens einmal im
Jahr in der Heidelberger Osteologie-Ambulanz der Sektion Osteologie
vor. Dadurch können die Patienten und ihre behandelnden Hausärzte
erfahren, welchen Erfolg die medikamentöse Therapie sowie Sport
und Ernährungsumstellung haben. Dabei wird u.a. die Knochendichte
bestimmt und eventuell erforderliche weitere Maßnahmen besprochen.
Kontakt:
Endokrinologische Ambulanz
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg
Luisenstr. 5, Gebäude 8,
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 - 56 8613
Zu dieser Mitteilung existieren Bilder im WWW. Siehe
* http://idw-online.de/public/zeige_bild?imgid=9322
Kyphoplastie: Der eingebrochene Wirbelkörper wird mit einem Ballon
aufgerichtet und durch eingespritzten Biozement stabilisiert.
/ Abb.: Kyphon
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.kyphoplastie.de
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/index.htm
Ansprechpartner:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums
Voßstrasse 2, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-4536
Fax: 06221 / 56-4544
e-mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
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