Presseinformation
der ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH
Neue
Chance für Patienten mit Heuschnupfen
Berlin,
den 10.07.2004. - Mit der sublingualen Immuntherapie lassen
sich allergische Atemwegserkrankungen jetzt erfolgreich behandeln.
Bei dieser Behandlung werden die Allergenpräparate durch
den Patienten selbst unter die Zunge getropft. Dadurch gewöhnt
sich das Immunsystem an das Allergen und entwickelt Toleranz.
Die sublinguale Immuntherapie hat ihre Wirksamkeit in zahlreichen
gut dokumentierten Studien bewiesen und wird in der Fachwelt
zunehmend anerkannt. Kürzlich kamen Wissenschaftler der
renommierten Cochrane Collaboration zu dem Schluss, dass diese
Therapieform Heuschnupfen-Symptome deutlich lindert und die
behandelten Patienten deutlich weniger antiallergische Medikamente
benötigen.1 Auch die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) bestätigte die Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie.
Der aktuelle Stand der Forschung zur sublingualen Immuntherapie
war am 10. Juli Thema des Symposums "Zukunft Allergologie"
in Berlin, an dem etwa 200 Mediziner aus ganz Deutschland teilnahmen.
Rasche
Linderung und besserer Therapieerfolg
Dr.
Hendrik Wolf, Leiter der klinischen Forschung bei ALK-SCHERAX
Arzneimittel GmbH ging in Berlin auf die Vorteile eines neuen
Arzneimittels für die sublinguale Immuntherapie ein. Wissenschaftlern
des Unternehmens ist es gelungen, die Anfangsphase der Behandlung,
während der die Dosis des Allergenpräparates allmählich
gesteigert wird, auf zehn Tage zu verkürzen und die Wirksamkeit
weiter zu verbessern. Vorteil: Die Patienten können mit
einer besonders raschen Linderung ihrer Beschwerden rechnen
und die Be-handlung auch noch kurz vor Start der Pollensaison
beginnen. Bisher erfolgte die Dosissteigerung über einen
Zeitraum von vier Wochen. Bei dieser Neuentwicklung werden die
Allergene täglich eingenommen und sind in gebrauchsfertigen
Einzeldosen abgepackt. Das stellt die korrekte Dosierung sicher
und macht Konservierungsmittel überflüssig. Weiteres
Plus: Das Allergenpräparat kann bei Raumtemperatur bis
25° Celsius gelagert werden. Somit entfällt in der
Regel die Lagerung im Kühlschrank, so wie sie bei den bisherigen
Präparaten erforderlich war. Dadurch lässt sich das
Medikament problemlos mit auf Reisen oder zur Arbeit nehmen.
Durch die einzelne Verpackung der Dosen kommen die Patienten
mit dem neuen Präparat hervorragend zurecht.2
Wirkungsvolle
und sichere Allergietherapie bei Kindern
Ein
weiterer thematischer Schwerpunkt des Symposiums war der Einsatz
der sublingualen Immuntherapie bei allergiekranken Kindern.
Wegen ihrer hervorragenden Verträglichkeit und weil sie
ohne Injektionen auskommt, gilt die sublinguale Immuntherapie
als gute Behandlungsform für betroffene Jungen und Mädchen.
Professor Carl-Peter Bauer von der Klinik für chronische
Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter in Gaißach ging
in seinem Vortag auf die Effekte der sublingualen Immuntherapie
bei den jungen Patienten ein. Die besten Daten existieren seiner
Ansicht nach für die Therapie von allergischem Schnupfen
und allergischem Asthma aufgrund einer Überempfindlichkeit
gegen Pollen. Hier belegt eine aktuelle deutsche Studie die
Wirksamkeit.3 Die Kinder benötigen
nach einer sublingualen Immuntherapie weniger antiallergische
Medikamente und die Beschwerden bessern sich. Dass die Therapieerfolge
auch noch Jahre nach Ende der Behandlung anhalten, machen Ergebnisse
einer italienischen Langzeitstudie mit Kinder deutlich, die
an einer Hausstaubmilben-Allergie erkrankt waren.4
Es zeigte sich, dass der Erfolg der über drei Jahre durchgeführten
sublingualen Immuntherapie über einen Zeitraum von zehn
Jahren anhielt. Die Kinder litten seltener und weniger schwer
an Asthma als Kinder einer Vergleichsgruppe, die keine sublinguale
Immuntherapie erhalten hatten.
Abwehrzellen
der Mundschleimhaut vermitteln Wirkung der sublingualen Immuntherapie
Auch
dem Wirkmechanismus dieser kausalen Therapie ist die Wissenschaft
mittlerweile auf der Spur. Auf der Berliner Veranstaltung präsentierte
Professor Thomas Bieber von der Universität Bonn Ergebnisse
aus der Grundlagenforschung. Sein Team wies an Immunzellen der
Mundschleimhaut spezielle Eigenschaften nach, durch die die
Entwicklung der Toleranz durch die sublinguale Immuntherapie
plausibel erklärt werden kann.
1
Wilson DR et al.: Sublingual immunotherapy for allergic rhinitis
(Cochrane Review). The Cochrane Library Issue 2, 2004
2 Ojeda I et al.: Tolerance of
sublingual immunotherapy of grasses administered in disposable
monodose vials. Abstract and poster, EAACI 2003, Paris
3 Rolinck-Werninghaus et al.: Allergy,
in press
4 Di Rienzo V et al.: Long-lasting
effect of sublingual immunothera-py in children with asthma
due to house dust mite: a 10-year prospective study. Clin Exp
Allergy 2003 (33): 206-210