Meilenstein
in der Allergieforschung
Wissenschaftlern
des dänischen Unternehmens ALK-Abelló ist es gelungen, die
dreidimensionale Struktur des Hausstaubmilbenallergens Der
p 1 aufzuklären.1 Dadurch bestehen jetzt
gute Chancen, noch effektivere Therapiemöglichkeiten für
Menschen mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben zu entwickeln.
Die Forschungsergebnisse wurden in der September-Ausgabe
der renommierten Fachzeitschrift The
Journal of Immunology veröffentlicht, die zusätzlich
eine Abbildung der Allergenstruktur auf der Titelseite abdruckte.
Hausstaubmilben
sind mit über 38 Prozent nach Pollen der zweithäufigste
Auslöser allergischer Atemwegserkrankungen in Deutschland.2
Der p 1 ist das wichtigste Allergen der kleinen Spinnentiere. Als
Verdauungsenzym – genauer gesagt als Cystein-Protease –
findet sich Der p
1 in großer Menge vor allem im Milbenkot. Gelangt es,
zum Beispiel über den direkten Kontakt im Bett, in die Atemwege
sensibilisierter Menschen, können allergische Rhinokunjunktivitis
und allergisches Asthma ausgelöst werden. Internationale
Forscherteams versuchten bereits seit Ende der 80er Jahre,
den genauen Aufbau des Allergens zu entschlüsseln. Den Durchbruch
haben aber erst jetzt die dänischen ALK-Wissenschaftler
um Kåre Meno erzielt.
Sie arbeiteten für dieses Projekt eng mit der Dänischen
Universität für pharmazeutische Wissenschaften zusammen.
„Wir wissen noch nicht, wann die Aufklärung der Struktur
von Der p 1 zu
neuen und besseren Medikamenten für Hausstauballergiker
führt“, so Meno. „Aber die Veröffentlichung im Journal
of Immunology bedeutet für all diejenigen, die die Milbenallergie
effektiv behandeln oder gar heilen wollen, einen Schritt
in eine neue Ära. Davon werden die allergiekranken Menschen
sehr profitieren.“
ALK-Abelló
beschäftigt sich bereits seit dem Jahr 1923 mit der Immuntherapie.
Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in HØrsholm
nördlich von Kopenhagen, Dänemark. In Deutschland ist ALK-Abelló
durch ALK-SCHERAX präsent, ein Gemeinschaftsunternehmen
von ALK-Abelló und der Schering AG, Berlin. ALK-SCHERAX
ist Marktführer für Allergenpräparate zur spezifischen Immuntherapie.
„Wir hoffen jetzt, dass anhand der Struktur von Der
p 1 mithilfe rekombinanter Technologien die Entwicklung
noch wirkungsvollerer Allergen-Präparate für die Hyposensibilisierung
möglich ist“, beschreibt Dr. Helmut Schreyer, Leiter Medizinische
und Regulatorische Angelegenheiten bei ALK-SCHERAX, die
weitere Perspektive. „Diese Mittel könnten spezifischer
als die bisher verwendeten Allergenextrakte in Wechselwirkung
mit dem Immunsystem treten und dessen Überempfindlichkeit
gegenüber dem Milbenallergen herunterregulieren.“
1
Meno
K et al.: The Crystal Structure of Recombinant pro Der p
1, a Major House Dust Mite Proteolytic Allergen. The
Journal of Immunology 2005;175:3835-3845
2
Bergmann KC et al.: Atemwegsallergiker in Deutschland. Ergebnisse
der Studie Allergy – Living & Learning. Allergologie
2002;3:137-146
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