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Medizin 2000

2.1.2026

 

 

Quelle: Presseinformation Fachblatt Chest

Medikamenten-Überversorgung: Säuglinge die häufig mit Antibiotika behandelt werden erkranken später oft an Asthma.

Obgleich die Datenlage bisher nicht befriedigend war, gingen und gehen viele Ärzte davon aus, dass Antibiotika viel zu oft und viel zu ungezielt eingesetzt werden - insbesondere auch in der Kindheit, wenn besorgte Mütter bei den dann oft auftretenden Bagatellinfekten "sicherheitshalber" eher auf die Verordnung eines Antibiotikums  drängen. Der behandelnde Kinderarzt kommt diesem Wunsch dann oft nach dem Motto  "Der Kunde ist König" nach - gelegentlich ohne dass er von der medizinischen Notwendigkeit der Verordnung wirklich überzeugt ist.

Jetzt hat eine im Fachblatt "Chest" veröffentlichte kanadische Studie an nahezu 14.000 Kindern gezeigt, dass die mehrfache Verordnung eines Antibiotikums  - aufgrund von Erkrankungen die die Atemorgane nicht betreffen - im ersten Lebensjahr eines Kindes die Zahl der im siebten Lebensjahr beobachteten Asthmaerkrankungen (im Vergleich zu Kindern die keine Antibiotika erhielten) nahezu verdoppelt.
Betroffen sind besonders Kinder die in ländlicher Umgebung leben, im ersten Lebensjahr ohne Hund aufwachsen und deren Mütter kein Asthma haben. Die Forscher hatten den Eindruck, dass die Gabe von Cephalosporinen mit einem besonders großen Asthma-Risiko verbunden ist. Daher raten sie ihren Kollegen, diese Antibiotika im frühen Kindesalter möglichst zu vermeiden.


 


 

Eine englischsprachige Kurzversion dieser Studie (sog. MEDLINE Abstract) finden Sie hier

 

 

 First published online on April 5, 2007


(Chest. 2007; 131:1753-1759)


© 2007 American College of Chest Physicians


Increased Risk of Childhood Asthma From Antibiotic Use in Early Life*


Anita L. Kozyrskyj, PhD; Pierre Ernst, MD and Allan B. Becker, MD

* From the Faculty of Pharmacy (Dr. Kozyrskyj), University of Manitoba, Winnipeg, MB, Canada; the Division of Clinical Epidemiology (Dr. Ernst), Royal Victoria Hospital, Montreal, QC, Canada; and the Department of Pediatrics and Child Health (Dr. Becker), Faculty of Medicine, University of Manitoba, Winnipeg, MB, Canada.

Correspondence to: Anita Kozyrskyj, PhD, 210 Pharmacy Building, Winnipeg, MB, Canada R3T 2N2; e-mail: kozyrsk@cc.umanitoba.ca

Abstract


Results: Independent of well-known asthma risk factors, asthma was significantly more likely to develop in children who had received antibiotics in the first year of life at age 7 years. The association with asthma was observed for antibiotic use in non-respiratory tract infections (adjusted odds ratio [OR], 1.86; 95% confidence interval [CI], 1.02 to 3.37). The risk of asthma was highest in children receiving more than four courses of antibiotics (adjusted OR, 1.46; 95% CI, 1.14 to 1.88), especially among rural children, and in the absence of maternal asthma or a dog in the birth year. Broad-spectrum (BS) cephalosporin use was more common in these subpopulations of children.

Conclusions: Antibiotic use in early life was associated with the development of childhood asthma, a risk that may be reduced by avoiding the use of BS cephalosporins.

 

 

 

 

 

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