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2.1.2026

 

 

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Gräserpollenallergie

Kreuzallergenität bei Süßgräsern – eine Gräser-Impf-Tablette für alle 

 

Menschen mit einer Allergie auf Gräser- oder Roggenpollen reagieren allergisch auf bestimmte Eiweiße in den Pollenkörnern. Diese Überempfindlichkeit des Immunsystems lässt sich mit einem standardisierten Allergenextrakt aus Wiesenlieschgras effektiv behandeln. Aufgrund der Kreuzallergenität vieler Gräser wirken die Majorallergene aus Wiesenlieschgras auch bei Allergien gegen andere Gräser oder Roggen. Das stellte Privat-Dozent Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, am 12. September 2008 auf dem 3. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongress in Erfurt fest. Seit zwei Jahren gibt es eine Immuntherapie auch in Form einer Impf-Tablette.

 

Das Präparat enthält einen standardisierten Pollenextrakt aus dem Wiesenlieschgras Phleum pratense. Die Tablette wird über einen Zeitraum von drei Jahren täglich unter die Zunge gelegt, wo sie sehr schnell zergeht und die Allergene freisetzt. Bei dieser als sublinguale Immuntherapie bezeichneten Behandlung entwickelt das Immunsystem über Zellen der Mundschleimhaut eine Toleranz und reagiert zunehmend weniger empfindlich auf den Kontakt mit Gräser- oder Roggenpollen.

Eine Immuntherapie mit Wiesenlieschgras-Allergenen hilft nicht nur bei Heuschnupfen durch Wiesenlieschgras, sondern allgemein gegen die Allergie auf verschiedene Gräser- oder Roggenpollen. Der Grund: Süßgräser bilden botanisch eine Familie.

95 Prozent der Gräser- und Getreidearten gehören zu nur drei Unterfamilien. Botanisch sehr eng verwandt sind beispielsweise Roggen, Weizen, die Rispen- und Knäuelgräser und das Wiesenlieschgras. Sie alle gehören zur Unterfamilie der Pooideae. Ihre Pollen lösen bei der Mehrzahl der Pollenallergiker in Europa Krankheitssymptome aus. „Die Gräserpollenallergene dieser Unterfamilie haben eine sehr große Ähnlichkeit. Die weitgehend übereinstimmende Aminosäuresequenz der wichtigsten Pollenallergene lassen diese Moleküle für das menschliche Immunsystem sehr ähnlich aussehen und lösen daher eine vergleichbare Immunantwort aus“, erklärte der Allergologe Dr. Kleine-Tebbe.

Das bestätigen Untersuchungen von 30.000 Serumproben aus Dänemark, Deutschland, Schweden, der Schweiz und den USA:
Die für eine Allergie gegen das Wiesenlieschgras spezifischen Immunglobulin E (IgE)-Antikörper zeigten eine starke Bindung auch an Allergene anderer Gräser und Roggen. Die im Therapieverlauf nachgewiesenen IgG4-Antikörper mit Schutzfunktion waren ebenfalls kreuzreaktiv – ein Hinweis auf die erzielte Toleranz gegenüber allen verwandten Arten. „Die IgE- ebenso wie die IgG4-Antwort war gegenüber dem Wiesenlieschgras, anderen einzelnen Gräsern und auch bei Verwendung diverser Gräsermischungen vergleichbar“, betonte Kleine-Tebbe.

„Diese hohe Kreuzallergenität findet sich bei allen bisher untersuchten Arten von Süßgräsern“, stellte Kleine-Tebbe fest. „Die in der Gräser-Impf-Tablette enthaltenen Wiesenlieschgras-Majorallergene hemmen vollständig die IgE-Bindung ge-genüber anderen Gräserpollenallergenen. Die Tablette wirkt daher umfassend gegen die Allergie auf verschiedenste Gräsersorten und Roggen.“



 

 

 

 

 

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(13.12.2009)
 

  

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