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Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften

 

Leitlinien bei Brustkrebs anwenden

Prof. Rolf Kreienberg fordert im Brustkrebsmonat Oktober die Anwendung
evidenzbasierter Standards in der Brustkrebsbehandlung und sieht noch
erhebliche Defizite bei der Brustkrebsfrüherkennung und Dokumentation

"Deutschland ist auf dem richtigen Weg und die Arbeit der letzten
Jahre in der Brustkrebsfrüherkennung und in der Behandlung des
Mammakarzinoms zeigen die erwünschten Ergebnisse", fasst Prof. Rolf
Kreienberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und
Geburtshilfe (DGGG) und Spezialist in der Onkologie, die Entwicklung
bei der häufigsten Krebsform von Frauen zusammen.

206.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Krebs, mehr als
57.000 davon an Brustkrebs. Mit einem durchschnittlichen Alter von 63
Jahren sind die Frauen beim Auftreten der Krankheit noch relativ jung.
Die Patientinnen haben eine durchschnittliche
Überlebenswahrscheinlichkeit von über 81 Prozent und damit gehört
Brustkrebs zu den zunehmend heilbaren Krebserkrankungen.

Die Gynäkologie in Deutschland hat in den vergangenen Jahren
verstärkte Anstrengungen in der Früherkennung und Behandlung des
Mammakarzinoms gemacht. In der Brustkrebsfrüherkennung wie auch in der
Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms wurden
hochwertige Leitlinien* erstellt, die erst kürzlich aktualisiert
wurden. Die Politik hat gemeinsam mit der Ärzteschaft und
Vertreterinnen der Selbsthilfegruppen das Mammographie-Screening (für
alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren) auf den Weg gebracht, das
frühzeitig Brustkrebs aufspüren soll, damit dieser dann besser heilbar
ist. Mehr als 180 Brustzentren wurden zertifiziert und die Frauen
lassen sich zu mehr als 80 Prozent dort behandeln. Brustzentren
garantieren die Einhaltung der Behandlungsstandards und haben durch
eine hohe Anzahl von Behandlungsfällen eine größere Expertise. Wie
wichtig, die Behandlung nach Leitlinien ist, konnte in einer
retrospektiven Studie der Universitätsfrauenklinik Ulm nachgewiesen
werden. "Die Überlebenswahrscheinlichkeit stieg mit Zunahme der
Einhaltung der Behandlungsstandards", stellt Rolf Kreienberg fest,
"alle Frauen sollten nach Leitlinien behandelt werden." Trotz
nachweisbarer großer Erfolge sieht Kreienberg noch Fragen offen, die
wissenschaftlich aber auch politisch geklärt werden müssen: "Die
Erfassung von Brustkrebs durch die Krebsregister in den einzelnen
Bundesländern ist noch unvollständig. Das Mammographie-Sceening muss
noch mehr von den Frauen angenommen werden. Für Frauen zwischen 40 und
50 Jahren brauchen wir eine bessere Früherkennung und bei zunehmenden
Alter der weiblichen Bevölkerung muss man auch die Grenze des
Mammographie-Screenings bei 70 Jahren infrage stellen."

*Leitlinien informieren über den State of the Art sowie die
diagnostischen und therapeutischen Standards. Sie sollen es dem Arzt
ermöglichen, mit den aktuellen Entwicklungen der Medizin Schritt zu
halten und ihn bei seiner ärztlichen Tätigkeit und der
lebensbegleitenden Fortbildung unterstützen. Leitlinien markieren
einen Handlungskorridor, der schließlich der ärztlichen
Therapiefreiheit im Interesse der notwendigen individuellen
Patientenbehandlung dient. Leitlinien gibt es in unterschiedlichen
Qualitätsstufen von S1-S3. Die DGGG gehört mit mehr als 80 aktuellen
Leitlinien und Empfehlungen zu den führenden Medizinischen
Fachgesellschaften in der Leitlinienerstellung.

Anfragen an:
Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Universitätsfrauenklinik Ulm 

Download der Pressemeldungen und Leitlinie unter www.dggg.de,
weitere Informationen unter www.rki.de

Wiedergabe der Meldung unter Nennung der Urheberschaft und
Bezugquelle, Belegexemplar erbeten.

verantwortlich.
Isa Berndt
Referentin des Vorstands
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Heilmannstr. 25 h
81479 München
e.mail id.berndt@t-online.de
www.dggg.de

Mehr Informationen zum Thema Brustkrebs Behandlung hier

WIKIPEDIA zum Thema Brustkrebs hier

 

 

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