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2.1.2026

 

 


 

 

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Quelle: Medline Abstract

Nierenkrebs: Erstmals eröffnet eine innovative Immuntherapie mit einer autologen Tumorvakzine eine wirksame und dabei nebenwirkungsarme Behandlungsmöglichkeit. 

Ein aus den Tumorzellen des individuellen Krebspatienten gewonnener Impfstoff hat in wissenschaftlichen Studien am Patienten gezeigt, dass er in der Lage ist, die ein Fortschreiten der Krankheit zu bremsen und die Überlebenszeit der Krebspatienten gleichzeitig deutlich zu verlängern. 

Nierenzellkarzinome stellen die behandelnden Ärzte bis zum heutigen Tag vor große Probleme, da weder die übliche Tumor-Bestrahlung, noch eine Chemotherapie die Überlebenszeit verlängert. Nierenkrebs hat daher von allen bösartigen urologischen Tumoren die schlechteste Prognose.  Die Statistiken zeigen, dass etwa 2-3% aller Krebserkrankungen die Niere betreffen. Im Jahr 2002 wurden in Deutschland 16.734 Neuerkrankungen diagnostiziert. Das 5-Jahres-Überleben liegt -bezogen auf alle Tumorstadien - bei 68,5%. Bei jedem dritten Patienten können die Ärzte aber bereits bei der Entdeckung des Tumors Metastasen nachweisen.  Damit sinkt die durchschnittliche Lebenserwartung des Kranken auf 12 bis 15 Monate. Die Behandlung einer Nierenkrebserkrankung beschränkt sich heute im Regelfall auf die operative Entfernung der erkrankten Niere – die Ärzte sprechen von einer totalen Nephrektomie. Die verbleibende Niere übernimmt dann die Entgiftungsfunktion der erkrankten Niere.  Bei etwa einem von drei Patienten kommt es nach der Entfernung der erkrankten Niere zu einem weiteren Fortschreiten der bösartigen Erkrankung.

 

Adjuvante Therapien haben bisher völlig versagt

 

 Aus diesen deprimierenden Fakten ergibt es sich, dass es das oberste Ziel der behandelnden Ärzte ist, die Zeitspanne bis zum Auftreten von Nierenkrebs-Metastasen möglichst zu verlängern. Diesem logisch gut nachvollziehbarem Ziel dienen  vom Prinzip her alle Maßnahmen, die unter den Begriff  „adjuvante Krebs-Therapie“ fallen. 

Im Fall des Nierenzell-Karzinoms haben aber in den vergangenen Jahren in den entsprechenden wissenschaftlichen Studien  alle Ansätze einer adjuvanten Therapie  enttäuscht. Weder die Therapie mit Interferonen, noch mit Interleukin ergab in den an Nierenkrebspatienten durchgeführten unterschiedlichsten Phase-III-Studien  einen statistischen Vorteil gegenüber den Patienten der Kontrollgruppen die nur mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt wurden.  Doch damit nicht genug.  Viele Tumorpatienten litten im Rahmen dieser  Therapieversuche unter so starken Nebenwirkungen, dass die Ärzte die Behandlung abbrechen mussten.

 

Nur eine autologe Tumorvakzine verlängert derzeit bei Nierenkrebs die Überlebenszeit

 

Wie die Autoren einer kürzlich im angesehenen Fachblatt Urologe (2007) erschienenen Übersichtsarbeit herausstellten, geht derzeit der einzige Hoffnungsschimmer für Nierenkrebs-Patienten von der adjuvanten Verabreichung einer autologen Tumorvakzine (Reniale ® ) aus, die von dem in Hannover residierenden Unternehmen LipoNova AG entwickelt  und für wissenschaftliche Studien zur Verfügung gestellt wird. Die Anwendung des aus den körpereigenen Tumorzellen des jeweiligen Patienten gewonnenen Impfstoffs hat in Phase-III-Studien die Zeitspanne des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens der Nierenkrebspatienten statistisch eindeutig verbessert.

Die Herstellung der autologen Tumorvakzine ist aufwändig und an eine perfekt organisierte Logistik gebunden.  Nach der Entfernung der erkrankten Niere werden etwa 10 Gramm Tumorgewebe entnommen und per Kurier in das Labor von LipoNova gebracht. Dort wird das Zellmaterial in zahlreichen Verarbeitungsschritten so aufbereitet, dass die schon vorhandenen Antigeneigenschaften der Tumorzellen möglichst drastisch verstärkt werden.  Je stärker diese Antigenwirkung nämlich ist, um so deutlicher reagiert das körpereigene Abwehrsystem des Tumorpatienten auf die Zufuhr der am Ende der Aufbereitung durch Kälteschock abgetöteten Tumorzellen in Form des Impfstoffs.

 

„Kampfzellen“ des körpereigenen Immunsystems gehen auf die Jagd nach Krebszellen

 

Die Idee die hinter diesem Therapieansatz steckt ist logisch und daher für Experten und Laien gleichermaßen gut nachvollziehbar: die durch mehrere Injektionen zugeführten Tumorzellen übermitteln dem Immunsystem sozusagen den „Auftrag“, alle im Körper verborgenen Krebszellen der gleichen Art anzugreifen und möglichst vollständig zu vernichten.  Die bisher  überwiegend an deutschen Kliniken durchgeführten Studien zeigten eindeutig, dass dies  - zumindest zum Teil – gelingt.
Die Experten sind sich daher darin einig, dass es derzeit zu dieser bereits an vielen hundert Patienten erfolgreich erprobten Behandlung keine praktikable Alternative gibt.  Es verwundert daher nicht, dass die an einem nicht metastasierenden Nierenkrebs erkrankten Patienten sich nur zu gerne im Rahmen einer Studie der noch viel zu wenig bekannten adjuvanten Therapie unterziehen.
Doch das Beste an der innovativen Behandlungsmethode mit einer autologen Tumorvakzine ist es, dass weniger als 1% der behandelten Krebspatienten über grippeähnliche Nebenwirkungen der Therapie klagten.  Das ist  - wie man weiß - völlig untypisch für die meisten Krebstherapien. Manche Experten äußern seit Jahren den dringenden Verdacht, dass die Chemotherapie bei einigen Krebserkrankungen den Patienten mehr zu schaffen macht,  als der Tumor selbst.


Verzögerte Zulassung gefährdet das Leben von Nierenkrebs-Patienten

 

Doch leider gibt es keine Rose ohne Dornen: die für die Therapie von Nierenkrebs offenbar (siehe Studien) gut geeignete autologe Tumorvakzine ist derzeit noch nicht durch die europäische Arzneimittelbehörde EMEA zugelassen.  Lediglich die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat nach Durchsicht der vorhandenen wissenschaftlichen Daten grünes Licht für die weitere Entwicklung der Tumorvakzine gegeben.   Eine Zulassung des Medikaments in den USA würde allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Zulassung in Europa positiv beeinflussen. 

Da die Zulassung noch fehlt, kann die autologe Tumorvakzine bisher in den  europäischen Ländern nur im Rahmen von wissenschaftlichen Studien, bzw. aufgrund anderer vom Gesetzgeber vorgesehener therapeutischer Sondermaßnahmen (Compassionate use. Text Wikipedia)  zum Einsatz kommen.
Im 14. Änderungsgesetz zum Arzneimittelgesetz (AMG) wurde der „Compassionate Use“ auch in das deutsche Arzneimittelrecht aufgenommen. Hiermit hat der Gesetzgeber im AMG eine Regelung getroffen, nach der das Inverkehrbringen im Rahmen des Compassionate Use jetzt rechtlich zulässig ist.

Doch so lange die Zulassung nicht erfolgt ist, werden sich die Krankenkassen aller Wahrscheinlichkeit nach weigern,  die Kosten der mit 25.000 EURO im Vergleich zu einigen anderen Krebstherapien eher preiswerten Behandlungsmethode zu übernehmen.

 

Der weltweite Bedarf an der autologen Tumorvakzine ist groß

 

Doch die Experten sind sich völlig unabhängig von der Frage der Finanzierung der Therapie darin einig, dass der objektive Bedarf an der autologen Tumorvakzine weltweit sehr groß ist. Allein in den USA liegt die jährliche Erkrankungsrate beim Nierenkrebs bei rund 31.500 Fällen, von denen jährlich 11.900 Menschen an dem Leiden sterben. Dies macht deutlich, warum weltweit viele Ärzte mit Ungeduld auf die Zulassung der autologen Tumorvakzine warten. Sobald die Zulassung erfolgt ist, gibt es nämlich für die Krankenkassen keinen Grund, die Therapiekosten nicht zu erstatten. 

Die nicht auf medizinischen Gründen beruhende Verzögerung der offiziellen Zulassung ist besonders bedauernswert, da die bei Ärzten und Patienten noch viel zu wenig  bekannte innovative Therapiemethode bereits im Jahr 2004 durch einen in Fachkreisen mit großem Interesse aufgenommenen Artikel in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ sozusagen „geadelt“ wurde. 

Eine Arbeitsgruppe um Professor Dieter Jocham von der Universität Lübeck hatte in einer doppelblind und randomisiert an 55 Institutionen durchgeführten Studie 177 Patienten mit der autologen Tumorvakzine behandelt. In der parallel geführten Kontrollgruppe wurden die Daten von 202 Patienten ausgewertet. Nach fünf Jahren zeigten sich deutliche Unterschiede die als um so bedeutsamer eingestuft werden müssen, da es für diese Patienten keine Therapie-Alternative zur Behandlung mit der autologen Tumorvakzine gibt. 

 

Renommierte Fachblätter publizierten Therapie-Studien

 

Betrachtet man in der in „The Lancet“ veröffentlichten Studie den Studien-Endpunkt progressionsloses Überleben, so ergab sich für die Patienten die die Tumorvakzine erhalten hatten (in absoluten Zahlen) ein Vorteil von 12.7%.  In relativen Zahlen ausgedrückt stieg diese schon beeindruckende Zahl sogar auf 32.6%.   Die Ergebnisse einer Vorläuferstudie waren noch besser ausgefallen.

In der im Jahr 2003 in der Zeitschrift „Anticancer Research“  veröffentlichten Untersuchung einer Forschergruppe um Professor Rüdiger Repmann, Urologische Abteilung des St.Georg Krankenhauses in Leipzig, war der Therapieerfolg in der mit der autologen Tumorvakzine behandelten Patientengruppe noch überzeugender. Von den Patienten mit den zum OP-Zeitpunkt größten Tumoren (Stadium T3N0M0) überlebten 77.5%  fünf Jahre – in der Kontrollgruppe aber nur 25%. Und für den Studien-Endpunkt 5-Jahre progressionsloses Überleben standen in der Therapiegruppe einem Anteil von 68.2% nur 19.4% in der Kontrollgruppe gegenüber.

 

Möglicherweise hilft die autologe Tumorvakzine auch bei anderen Indikationen

 

Derzeit wird die Zulassung der autologen Tumorvakzine von der Firma LipoNova AG aufgrund praktischer Überlegungen und regulatorischen Gründen ausschließlich für die Indikation „nicht metastasierender Nierenkrebs“ beantragt.  Dies ist sinnvoll, da es für die betroffenen Patienten derzeit keinerlei Therapie-Alternativen gibt und da es für jeden einzelnen Patienten sozusagen auf jeden Tag ankommt.  Sobald man aber ausschließlich wissenschaftliche  Überlegungen anstellt, drängt sich sofort die Vermutung auf, dass die autologe Tumorvakzine wahrscheinlich auch bei metastasierendem Nierenkrebs hilft.  Doch für eine solche Indikationserweiterung wären zusätzliche Studien erforderlich, die sich über Jahre hinziehen würden.  Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird diese Frage in Zukunft im Zuge weiterer Phase-III-Studien untersucht.

Es ist außerdem durchaus denkbar, dass nach dem gleichen Prinzip hergestellte autologe Tumorvakzine auch bei anderen Krebsarten eine Wirkung entfaltet und daher auch dort zum Einsatz kommen wird.  Vor allem dann, wenn die Tumorzellen von Natur aus starke Antigen-Eigenschaften mitbringen – also die Produktion von Immunzellen anregen, die als eine Art „Polizei des Körpers“ die in der Blutbahn und den Körpergeweben vorhandenen  Krebszellen vernichten können.     

Dieses innovative Therapieprinzip ist in der Vergangenheit bereits im Fall des schwarzen Hautkrebses  - die Ärzte sprechen von Melanomen - erforscht worden. Aus der wichtigsten entsprechenden Studie ergaben sich erste Hinweise darauf, dass sich ein Therapieversuch mit einer autologen Tumorvakzine auch bei metastasierenden Melanomen lohnen kann.

 

 

Die Firma LipoNova AG hat wurde mittlerweile nach der Durchführung eines Insolvenz-Verfahrens aufgelöst.
Die wissenschaftlichen Grundlagen des vielversprechenden Verfahrens der Anwendung einer autologen Tumorvakzine sind aber weiter gültig. 

 


 

 

Die vollständige englischsprachige Kurzversionen der erwähnten Studien (sog. MEDLINE Abstracts) finden Sie hier (The Lancet)

und hier  (Cancer Research)

und hier (Urologe)

 

 

 

 

 

 

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