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2.1.2026
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Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsches Krebsforschungszentrum,
Vitamin D und Brustkrebsrisiko
Eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Blut schützt Frauen jenseits der
Wechseljahre vor Brustkrebs. Untersuchungen aus dem Deutschen
Krebsforschungszentrum bestätigen diesen Zusammenhang und zeigen
darüber hinaus, dass eine bestimmte Genvariante des
Vitamin-D-Rezeptors mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs
einhergeht, wenn der Tumor Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon
Östrogen aufweist.
Ein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Risiko,
an Brustkrebs zu erkranken, wird bereits seit langem vermutet, seine
klinische Bedeutung war jedoch bisher nicht sicher belegt. Sascha
Abbas und Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Dr. Jenny Chang-Claude im
Deutschen Krebsforschungszentrum kamen nun gemeinsam mit Forschern aus
dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu eindeutigen Resultaten:
Während frühere Studien sich überwiegend auf das Vitamin D aus der
Nahrung konzentrierten, untersuchten die Forscher den gesamten
Vitamin-D-Status. Dafür erfassten sie das sogenannte 25-Hydroxyvitamin
D (25(OH)D) als Marker sowohl für körpereigenes als auch für über die
Nahrung zugeführtes Vitamin D.
Das Ergebnis der Studie an 1394 Brustkrebspatientinnen und der
gleichen Anzahl gesunder Frauen jenseits der Wechseljahre fiel
überraschend klar aus: Frauen mit einer sehr niedrigen
25(OH)D-Konzentration im Blut haben ein deutlich erhöhtes
Brustkrebsrisiko. Der Effekt war am stärksten ausgeprägt bei Frauen,
die keine Hormone zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden
einnahmen. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass sich bei dieser
retrospektiven Studie möglicherweise diagnosebedingte Faktoren - etwa
eine Chemotherapie oder ein Mangel an Sonne nach längeren
Krankenhausaufenthalten - zum niedrigen Vitaminspiegel der
Brustkrebspatientinnen beigetragen haben könnten.
Darüber hinaus rückte auch der Vitamin-D-Rezeptor in den Blickwinkel
der Wissenschaftler. Vom Gen dieses Rezeptors existieren mehrere als
"Polymorphismen" bezeichnete Varianten. Das Team aus dem
Krebsforschungszentrum und dem Klinikum Eppendorf untersuchte den
Effekt von vier dieser Polymorphismen auf das Risiko, an Brustkrebs zu
erkranken. Dabei zeigte sich, dass Trägerinnen des TaqI-Polymorphismus
ein leicht erhöhtes Risiko für Brusttumoren aufwiesen, die auf ihrer
Oberfläche Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon Östrogen tragen.
Effekte auf das Gesamtbrustkrebsrisiko ließen sich nicht feststellen.
Vitamin D könne, so ein Erklärungsversuch der Autoren, seine
krebsvorbeugende Wirkung ausüben, indem es dem wachstumsfördernden
Effekt von Östrogenen entgegenwirkt.
Neben seiner krebsvorbeugenden Wirkung mit Effekten auf das
Zellwachstum, die Zelldifferenzierung und auf den programmierten
Zelltod (Apoptose) reguliert Vitamin D vor allem den
Kalziumstoffwechsel im Körper. Besonders Vitamin-D-reiche
Nahrungsmittel sind Seefisch (Lebertran), Eier und Milchprodukte. Den
größten Anteil des Vitamin D bildet der menschliche Körper mit Hilfe
von Sonnenlicht jedoch selbst.
Sascha Abbas, Jakob Linseisen, Tracy Slanger, Silke Kropp, Elke J
Mutschelknauss, Dieter Flesch-Janys und Jenny Chang-Claude: Serum
25-hydroxyvitamin D and risk of post-menopausal breast cancer -
results of a large case-control-study. Carcinogenesis 2008, Band 29
Nr. 1, Seite 93
Sascha Abbas, Alexandra Nieters, Jakob Linseisen, Tracy Slanger, Silke
Kropp, Elke J Mutschelknauss, Dieter Flesch-Janys und Jenny Chang-
Claude: Vitamin D receptor gene polymorphisms and haplotypes and
postmenopausal breast cancer risk. Breast Cancer Research, 17. April
2008, DOI:10.1186/bcr1994
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen
der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und
Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser
Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose
und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90
Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10
Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.
Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/pages/de/news256068
Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/pages/de/institution386


Die
vollständige englischsprachige Kurzversion dieser Studie (sog.
MEDLINE Abstract) finden Sie
hier
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