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im Info-Netzwerk Medizin 2000
2.1.2026
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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Stefanie Seltmann
Die
Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl ist ein wichtiger Bestandteil
der Früherkennung von Darmkrebs. Wissenschaftler aus dem Deutschen
Krebsforschungszentrum zeigten nun, dass einige immunologische
Tests dem gebräuchlichen enzymatischen Verfahren (HaemOccult)
deutlich überlegen sind. Allerdings stellten sie große Unterschiede
in der Leistungsfähigkeit der Tests verschiedener Anbieter fest.
Ein Großteil der rund 73.000 Fälle von Darmkrebs, die jährlich
in Deutschland festgestellt werden, ließe sich vermeiden: Werden
die Krebsvorstufen - als Adenome bezeichnete Veränderungen an
der Darmschleimhaut - frühzeitig entdeckt und entfernt, so kommt
der Krebs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum Ausbruch. Daher
bieten die Krankenkassen in Deutschland allen Versicherten vom
50. Lebensjahr an einen kostenfreien Test auf verborgenes ("okkultes")
Blut im Stuhl an, der Hinweise auf Vorstufen von Darmkrebs geben
kann. Darüber hinaus haben die Versicherten ab dem 55. Lebensjahr
alle zehn Jahre einmal Anspruch auf eine endoskopische Untersuchung
des Dickdarms (Darmspiegelung, Koloskopie).
Eine Koloskopie entdeckt Darmkrebsvorstufen mit großer Sicherheit
von über 90%. Dennoch nehmen, hochgerechnet auf die 10-Jahres-Spanne
zwischen den zwei kostenlosen Darmspiegelungen, nur etwa 30 Prozent
aller Berechtigten daran teil, weil sie die Untersuchung scheuen.
"Die einfachen Labortests auf okkultes Blut im Stuhl sind
daher trotz allem wichtig, um auch diejenigen zu erreichen, die
keine Darmspiegelung wahrnehmen", erklärt Professor Hermann
Brenner, der im Deutschen Krebsforschungszentrum die Abteilung
für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung leitet.
Der gebräuchliche und von den Kassen erstattete HaemOccult-Test
hat jedoch entscheidende Nachteile: Er ist wenig empfindlich,
außerdem kann das Testergebnis, das auf einem enzymatischen Nachweis
des Blutfarbstoffs beruht, durch Nahrungsbestandteile - etwa Fleisch
oder Vitamin C - verfälscht werden. Immunologische Nachweisverfahren
dagegen beruhen auf einem sehr spezifischen Nachweis von Blutbestandteilen
durch Antikörper.
Um die Aussagekraft verfügbarer Tests zu vergleichen, hat Brenners
Team eine groß angelegte Studie durchgeführt. Die Epidemiologen
untersuchten Stuhlproben von 1319 Menschen, die sich zu einer
normalen Vorsorge-Endoskopie angemeldet hatten. Alle Proben wurden
mit dem HaemOccult-Verfahren sowie mit sechs verschiedenen immunologischen
Tests untersucht. Bei den untersuchten Verfahren handelte es sich
um sogenannte Schnelltests, deren Ergebnis ohne aufwändige Laboranalytik
in jeder Praxis direkt ermittelt werden kann. Die Testergebnisse
wurden anschließend mit den Resultaten der Darmspiegelung abgeglichen.
Die Forscher fanden heraus, dass die immunologischen Tests dem
HaemOccult-Verfahren eindeutig überlegen waren, was das Aufspüren
von Krebsvorstufen betrifft. So entdeckten sie durchweg einen
mehr als doppelt so hohen Anteil der Darmkrebsvorstufen. Allerdings
gab es große Unterschiede zwischen den Immuntests, ein Teil der
Tests gab zu häufig "falschen Alarm". Für die Früherkennung
eignen sich solche Tests am besten, die eine hohe Entdeckungsrate
haben und gleichzeitig bei unauffälligem Befund zuverlässig Entwarnung
geben.
"Angesichts der Häufigkeit von Darmkrebs könnte eine konsequente
Früherkennung hier einen bedeutenden Beitrag zur Krebsprävention
leisten", sagt Hermann Brenner. "Trotz des Angebots
der kostenfreien Darmspiegelung hat die Untersuchung auf okkultes
Blut weiterhin einen hohen Stellenwert, etwa auch in Ländern,
die nicht über die Ressourcen verfügen, allen Menschen eine Koloskopie
anbieten zu können. Daher ist es entscheidend, dass die besten
verfügbaren Tests eingesetzt werden, um die Stuhluntersuchung
in ihrer Aussagefähigkeit zu verbessern. Aus wissenschaftlicher
Sicht wäre es wünschenswert, dass die immunologischen Tests als
Kassenleistung übernommen werden, auch wenn sie etwas teurer
sind als der herkömmliche enzymatische Test."
Sabrina Hundt, Ulrike Haug, Hermann Brenner: Comparative
evaluation of immunochemical fecal occult blood tests for colorectal
adenoma detection. Annals of Internal Medicine, Band 150, Seite
163, 3. Februar 2009
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische
Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft
deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,
davon 850 Wissenschaftler,
erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an
der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen
für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose
und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene,
Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs
auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg
finanziert.
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