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Das
Antibiotikum
Doxycyclin verhindert nach Zeckenstich den Ausbruch einer Borreliose
von
Dr. med. Jochen Kubitschek
In
Deutschland wird die Infektionskrankheit Borreliose viel zu selten
erkannt. Die Folgen sind für die Erkrankten teilweise verheerend.
Meldpflicht besteht für die Infektionskrankheit nur in Brandenburg.
Daher können die Gesundheitsbehörden auch Hochrisikogebiete nicht
benennen. Dies muss sich in Zukunft ändern, da ansonsten die Erkenntnisse
einer jetzt vorgelegten US-Studie in Deutschland nicht sinnvoll
genutzt werden können.
In
einer im New England Journal of Medicine publizierten Studie
konnten amerikanische Forscher belegen, dass bereits eine Einmaldosis
des Antibiotikums Doxycyclin in der Lage ist, das Borreliose-Risiko
deutlich zu senken. Werden innerhalb von drei Tagen nach
einem Zeckenstich 200 Milligramm Doxycyclin
eingenommen, kann eine Borreliose in den meisten Fällen verhindert
werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in einem US-Hochrisikogebiet
durchgeführt wurde.
Dr.
Robert B. Nadelmann und seine Kollegen vom Westchester
Medical Center in Valhalla berichten, dass in der Region
Westchester im US-Staat New York etwa jeder 20. Mensch, der in
der von einer Zecke der Gattung Ixodes scapularis gestochen wird,
ein Erythema migrans, bekommt.
In
der Studie wurden 482 Patienten nach einem Stich mit I. scapularis
binnen 72 Stunden entweder
einmal mit 200 mg Doxycyclin oder
mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. In den folgenden
sechs Wochen kam es bei 3,2 Prozent der
Kontrollpatienten aber nur bei 0,4 Prozent
der Patienten die Doxycyclin erhalten hatten an der Stelle
des Zeckenstichs zu dem Erythema migrans . Der Schutzfaktor
der Antibiotika-Prophylaxe liegt somit bei 87 Prozent.
Infektionen traten fast ausschließlich bei den Zeckennymphen auf,
die bereits durch Blutsaugen angeschwollen waren.
Das
Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hatte kürzlich gewarnt,
dass bereits der Hautkontakt mit Büschen und Gräsern ein bisher
Zeckenstichen unterschätztes Risiko für Zeckenstiche und Borreliose-Infektionen
darstellt. Zum sollte daher zum Beispiel bei der Gartenarbeit
besser als bisher vorgebeugt werden.
Die
meisten Zeckenstiche treten im Juni und Juli auf. Vor allem wer
sich jetzt oft in einem Garten in Waldnähe aufhält hat ein erhöhtes
Risiko für eine Borrelien-Infektion, wie eine Fall-Kontroll-Studie
mit 48 Borreliose-Patienten und 118 Kontrollpersonen in einem
Landkreis in Brandenburg ergeben hat (Epidem Bull 21, 2001, 147).
Ein
besonders hohes Infektionsrisiko haben nach den Studienergebnissen
außerdem Menschen, deren Haustiere häufig
mit Zecken befallen sind. Infektionen durch Zeckenstiche
werden zudem nur selten vorgebeugt, hat die Studie ergeben. Das
RKI empfiehlt, in der Natur lange helle Kleidung zu tragen, gegen
Zecken Repellents zu verwenden und nach einem Aufenthalt in der
Natur die Haut auf Zecken abzusuchen und die Spinnentiere zu entfernen.
Unter
www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/EPI.HTM kann die Studie im "Epidemiologischen
Bulletin" aufgerufen werden. (Heft
Nr. 21, 2001)
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Informationen zum Thema
Borreliose (MMW)
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