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Neues Therapieschema B.O.T. (Basalunterstützte Orale Therapie) ermöglicht bessere Einstellung von Typ-2-Diabetikern

 von Dr. med. Jochen Kubitschek

Bisher war die Therapie-Barriere zum Nachteil vieler Zuckerkranker  - hauptsächlich aus psychologischen Gründen - nur schwer zu überwinden. Wer als Typ-2 -Diabetiker eingestuft war wurde meist mit Diät und Zuckertabletten behandelt - dies auch dann, wenn der Blutzuckerspiegel mit diesen Maßnahmen nicht ausreichend normalisiert werden konnte.  Insulin-Injektionen waren hingegen meist ausschließlich den eher jugendlichen Typ 1 Diabetikern vorbehalten. Doch diese über Jahrzehnte beibehaltene eherne Regel gilt im Licht neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht mehr.

Mit der kürzlich von führenden Diabetesexperten vorgestellten Basalunterstützten Oralen Therapie (B.O.T.) steht jetzt ein neues Therapieprinzip zur Verfügung, das eine bessere Einstellung der Typ-2-Diabetiker ermöglicht. Anhand von Studienergebnissen präsentierte
Prof. Dr. Eberhard Standl
, Krankenhaus München-Schwabing, vor der Fachpresse das neue Therapieprinzip B.O.T.

Mit der zusätzlich zur Einnahme von Zuckertabletten verordneten einmal täglichen Gabe eines 24h-Basalinsulins „scheint ein gangbarer Weg beschritten, der die Hürde zum Insulin verkleinert und vielen Patienten früher zu besseren Blutzuckerwerten verhelfen kann“, betonte Prof. Standl.

B.O.T. Ideales Therapieprinzip bei Typ-2-Diabetes

B.O.T. ist ein neues Therapieprinzip, das unter einer oralen Therapie unzureichend eingestellten Typ-2-Diabetikern eine neue Therapiemöglichkeit vor dem Start einer ausschließlichen Insulintherapie bietet. Im Rahmen der Basalunterstützten Oralen Therapie können die Typ-2-Diabetiker ihre orale Therapie beibehalten und müssen nur einmal täglich zusätzlich Insulin glargin (Lantus®) spritzen.  

Gerade für den Hausarzt ergibt sich nach Einschätzung von PD Dr. Ruhnau, Diabetologe aus Berlin, ein einfaches und sicheres Therapieprinzip, welches gute Vermittelbarkeit von Schulungsinhalten, kostengünstige Therapie und Leitlinie-orientierte Ergebnisqualität miteinander verbindet. Die Hauptvorteile für die Patienten sieht er vor allem in der verbesserten Blutzuckereinstellung durch eine einfache Ergänzung ihrer bestehenden oralen Therapie.

In neuen Studien, die am diesjährigen Treffen der ADA (American Diabetes Association) vorgestellt wurden, konnte gezeigt werden, dass das neue Therapieprinzip zu überraschend guten Stoffwechsel-Ergebnissen führt. So erreichten mit dem Basalinsulin Insulin glargin (Lantus®) mehr Patienten das Therapieziel , ohne Unterzuckerungen zu erleiden, als dies mit dem immer noch weit verbreiteten NPH-Insulin der Fall ist, berichtet Prof. Standl.

Die Ergebnisse einer anderen, der „One-Pill-One-Shot-Studie“ zeigen, dass mit der Basalunterstützen Oralen Therapie mit Lantus® aufgrund der 24h-Wirkung über den ganzen Tag hinweg nahezu normnahe Blutzuckerwerte erreicht werden.  

Einen weiteren Vorteil dieses Therapieprinzips sieht Prof. Standl darin, dass - durch den von der B.O.T. vermittelten einfachen Einstieg in die Insulintherapie - der auf Grund des Fortschreitens  der Erkrankung notwendige nächste Schritt zur Insulin-Einzeltherapie für den Patienten bereits vorbereitet ist. Für ihn stellt daher die Basalunterstützte Orale Therapie mit Lantus® ein ideales Therapieprinzip für Typ-2-Diabetiker dar.

Ergebnissen der CODE-II-Studie (Cost of Diabetes in Europe – Typ-2-Diabetes) zufolge sind 45 Prozent der dokumentierten Typ-2-Diabetiker  schlecht eingestellt. Ein möglicher Grund für diese schlechten Ergebnisse sieht Prof. Standl in der zu späten Gabe von Insulin. Dies hatte bereits die UKPD-Studie (United Kingdom Prospective Diabetes Study) ergeben.

Wenn sich abzeichnet, dass mit Diät, Sport und oralen Antidiabetika der HbA1c-Wert nicht unter 7% gesenkt werden kann, empfiehlt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft in den neu veröffentlichten Praxis-Leitlinien eine zusätzliche Insulintherapie. Viele Patienten haben jedoch Probleme mit dem Schritt zum Insulin, berichtete Prof. Dr. Haak aus der Praxis. Diese Insulinbarriere besteht zum einen aus Angst vor der Spritze und damit verbundenen Schmerzen, Blutungen und Infektionen. Zum anderen bewirkt die Spritze ein neues Erleben der Krankheit: Insulin spritzen bedeutet für den Patienten, dass er nun keinen „milden Alterszucker“, sondern schweren Diabetes hat.

Mit B.O.T. steht dem Arzt und dem Patienten ein neues Therapieschema zur Verfügung, das einen einfachen und sichereren Einstieg in die Insulintherapie ermöglicht. Lantus® ist ein Insulinanalogon, das ein über 24 Stunden konstantes Wirkprofil aufweist und somit die natürliche physiologische Insulin-Sekretion ziemlich genau nachahmt. Durch die nur einmal tägliche Gabe ist das Basalinsulin einfach anzuwenden. Die Einstellung ist auch für den Hausarzt leicht umzusetzen.

 

mehr Informationen (Originalquelle mit Passwortabfrage für Medizin-Experten)

 

 

 

 


 

 

 

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(13.12.2009)