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CARMEN
Studie: bei Herzmuskelschwäche
kann der Betablocker Carvedilol bei frühzeitigem Einsatz
Leben retten.
Die
Herzmuskelschwäche - von den Ärzten auch Herzinsuffizienz genannt
- gehört zu den bedrohlichsten Erkrankungen und beeinträchtigt
die Lebensqualität der Erkrankten extrem. Die Sterblichkeit gleicht
der vieler Krebserkrankungen.
Jahr für Jahr werden in Deutschland viele Milliarden Euro für
die Behandlung des Leidens aufgewandt - oft aufgrund veralteter
Therapiemethoden ohne durchschlagenden Erfolg.
Lange Jahre galt der Einsatz von Betablockern bei Herzmuskelschwäche
aufgrund befürchteter Nebenwirkungen als "kontraindiziert".
Diese Zurückhaltung hat sich mittlerweile als unbegründetes
Vorurteil erwiesen. Heute gehören Betablocker neben der Standardtherapie
(ACE-Hemmer, harntreibende Mittel = Diuretika und sog. Herzglykoside)
zu jeder nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten zusammengestellten
Therapie. Allerdings gehen die meisten Experten davon aus,
dass Betablocker erst dann gegeben werden sollte, wenn ACE-Hemmer
bereits in ausreichender Dosierung verordnet wurden. Da diese
Medikamente aber aufgrund von lästigen Nebenwirkungen nicht immer
vertragen werden, bekommen die betroffenen Patienten dann gelegentlich
weder einen ACE-Hemmer, noch einen Betablocker wie carvedilol
Nun
belegten die Ergebnisse der sog. CARMEN Studie, dass Betablocker
bei Herzmuskelschwäche selbst dann gut helfen und gut vertragen
werden, wenn gleichzeitig kein ACE-Hemmer eingenommen werden kann.
Anlässlich des diesjährigen Kongresses der European Society
of Cardiology (ESC) wurden erstmals die Ergebnisse der mit
Ungeduld erwarteten dieser internationalen Betablocker-Studie
präsentiert. Der Leiter der Untersuchung, Prof. Willem
J. Remme, Rotterdam–Rhoon (NL), fasste diese wissenschaftlichen
Daten in Berlin zusammen. Im
Verlauf der CARMEN Studie
wurden 572 Patienten aus 13 Ländern über einen Zeitraum von 18
Monaten entweder mit dem Betablocker Carvedilol, mit dem ACE-Hemmer
Enalapril oder mit einer Carvedilol-Enalapril-Kombination behandelt.
An Hand regelmäßiger Untersuchungen wurde der jeweils erreichte
Therapieeffekt während der Studie registriert.
Deutliche Therapieerfolge bei gutem Sicherheitsprofil
Als
wichtigstes Studienergebnis zeigte sich, dass die Einnahme
von Carvedilol mit und ohne gleichzeitige Gabe des ACE-Hemmers
in der Lage ist, die gefürchtete Aufblähung /Umwandlung des geschwächten
Herzmuskels (Remodelling) aufzuhalten. Der ACE-Hemmer allein war
dazu überraschenderweise nicht in der Lage. Die jetzt
vorgelegten Studiendaten machen deutlich, dass für Patienten mit
chronischer Herzinsuffizienz, die ACE-Hemmer beispielsweise aufgrund
der Nebenwirkungen (z.B. chronischer Hustenreiz) nicht vertragen,
Carvedilol das Mittel der Wahl ist.
Außerdem zeigen alle drei Behandlungsgruppen ein sehr ähnliches
Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. Entgegen dem weit verbreiteten
Vorurteil, dass die Behandlung mit ACE-Hemmern sicherer
und verträglicher als eine Betablockade sei, konnten in der
CARMEN Studie
keine derartigen Beobachtungen gemacht werden.
Die
CARMEN Studie bestätigt
somit die aktuellen Therapieempfehlungen der Experten und
liefert Daten, die zeigen, dass auch Patienten mit milder Herzinsuffizienz
schnellstmöglich mit Carvedilol in Kombination mit ACE-Hemmern
behandelt werden sollten. Ist dies nicht möglich so hilft Carvedilol
auch in Form einer Monotherapie.
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