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Neue
Kosten-Nutzen-Studie
Spezifische
Immuntherapie
reduziert die Behandlungskosten bei Pollenasthma
und Rhinitis
Durch
eine spezifischen Immuntherapie (SIT) werden die direkten Behandlungskosten
bei Patienten mit allergischem Asthma und Rhinitis halbiert. Das
hat eine neue Analyse zu mittel- und langfristigen Kosteneffekten
der kausalen SIT bei der Behandlung von Patienten mit allergischen
Atemwegserkrankungen in der pneumologischen Facharztpraxis gezeigt1.
Die spezifische Immuntherapie mit molekular definierten Allergen-Präparaten
kann bei Pollenallergikern langfristig zur Beschwerdefreiheit
führen. Die SIT ist bei 97 Prozent der Patienten mit allergischer
Rhinitis und bei 89 Prozent der Patienten mit allergischem Asthma
erfolgreich2. Sechs Jahre nach der Behandlung einer
Pollenallergie mit SIT hält der Therapieerfolg noch bei 89 Prozent
der Rhinitis- und bei 76 Prozent der Asthmapatienten an3.
Mit dem Ziel einer ökonomischen Evaluation wurden die Behandlungskosten
von 177 Patienten in der pneumologischen oder hausärztlichen
Praxis über drei Jahre erfasst. Die Studienteilnehmer waren alle
an allergischem Asthma und/oder allergischer Rhinitis erkrankt.
102 Patienten hatten eine spezifische Immuntherapie mit Alk-depot
SQ gerade beendet. Die 75 Patienten der Kontroll-Gruppe hatten
keine Immuntherapie erhalten, obwohl sie wie die SIT-Gruppe die
Indikation dafür erfüllten.
Spezifische
Immuntherapie verringert Asthmaschweregrad
Obwohl es nicht das Ziel der Studie war, die Wirksamkeit der SIT
zu belegen, waren die Ergebnisse hierzu beeindruckend. Der Asthmaschweregrad
der SIT-Patienten verbesserte sich im Durchschnitt deutlich während
der dreijährigen SIT-Behandlung. Der Anteil der Patienten mit
nur noch leichten Beschwerden (Stufe 1) stieg von 11,8 Prozent
zu Beginn auf 53,9 Prozent nach Ende der SIT. Ein nochmals verbessertes
Bild zeigte sich in den weiteren drei Jahren nach Ende der SIT.
5,9 Prozent der Patienten hatten zuletzt sogar keine Symptome
mehr.
In der Kontroll-Gruppe ohne SIT verschlechterte sich dagegen das
Krankheitsbild. Auffällig war vor allem eine Verschiebung der
Häufigkeit von Asthma der Stufe 1 zu Stufe 2: Zu Beginn waren
36 Prozent der Patienten ohne SIT an Asthma der Stufe 1 erkrankt,
nach drei Jahren nur noch 12 Prozent. Die Anzahl der Patienten
mit Asthma der Stufe 2 hatte sich bis zum Ende des Beobachtungszeitraumes
von 42,7 Prozent auf 65,3 Prozent erhöht.
Halbierung
der direkten Kosten durch spezifische Immuntherapie
Sowohl Arzneimittelkosten als auch ambulante Behandlungskosten
konnten durch die spezifische Immuntherapie um etwa die Hälfte
gesenkt werden. Die Gesamtkosten der Behandlung über den Beobachtungszeitraum
von drei Jahren wurden durch die SIT von 1.179,15 ¤ auf 569,57
¤ mehr als halbiert. Insbesondere die niedrigeren Arzneimittelkosten
trugen zu der Einsparung von 51,7 Prozent der Behandlungskosten
bei.
Relevante Einsparungen zeigten sich auch bei den indirekten Kosten.
In der SIT-Gruppe fielen im Beobachtungszeitraum durchschnittlich
nur 0,5 Fehltage bei den Berufstätigen an. In der der Kontroll-Gruppe
kam es dagegen zu 5,4 Arbeitsunfähigkeitstagen. Die indirekten
Kosten der Erkrankung pro berufstätigen Patient betrugen 46,20
¤ in der SIT- und 356,40 ¤ in der Vergleichsgruppe.
Die Autoren der Analyse kommen zu dem Schluss, dass die spezifische
Immuntherapie bei sorgfältiger Indikationsstellung und korrekter
Anwendung eine wirksame und darüber hinaus langfristig kostensparende
Therapieform darstellt.
1.
Schulenburg, JM, Greiner, W, Gillissen, A: Kosten und Nutzen
der spezifischen Immuntherapie bei allergischem Asthma und Rhinitis.
Eingereicht zur Veröffentlichung 2002.
2.
Jacobsen
L, Nüchel-Petersen, BN, Wihl, JA, Løwenstein, H, Ipsen, H: Immunotherapy
with partially purified and standardized tree pollen extracts
– IV. Results from
long-term (6 year) follow-up. In: Allergy 1997; 52: 914-920.
3.
Durham,
SR et al.: Long-term clinical efficacy of grass-pollen immunotherapy.
In: The New England Journal
of Medicine, 1999; 341: 468-475.
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